Wähler machen ihr Kreuz für Europa – so lief die Wahl im Landkreis

Wahlbeteiligung im Landkreis steigt au 59,9 Prozent an – CSU über 45,3 Prozent zufrieden – AfD holt 18,8 Prozent der Stimmen

09.06.2024 | Stand 09.06.2024, 21:18 Uhr

Das Wahlergebnis im Landkreis. − Grafik: lnp

Die Europawahl im Landkreis ist gelaufen. Die meisten Stimmen erhielt die CSU mit 45,3 Prozent, hat jedoch im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren fast zehn Prozent eingebüßt. Somit fühlt sich die AfD als Wahlsieger, die mit 18,8 Prozent ihr bestes Ergebnis erzielt und um 8,1 Prozent erhöht. Die Freien Wähler verdoppeln ihr Ergebnis auf 10,8 Prozent und die BSW sorgt mit 4,2 Prozent im Landkreis für ein beachtenswertes Votum.

Über eine Zahl freuten sich am Sonntagabend alle Parteien: die Wahlbeteiligung ist auf 59,9 Prozent angestiegen. Das sei ein Beweis dafür, dass die Europawahl als wichtig angesehen werde, äußerten sich Sprecher der Parteien aus dem Landkreis. Einen Denkzettel erteilten die Wähler den Grünen, auch die SPD verlor.

Die vielen Wahlhelfer haben großartig gearbeitet, so dass weit vor 20 Uhr alle Ergebnisse ermittelt waren. 72759 Wähler waren wahlberechtigt, erstmals alle ab 16 Jahren. 43564 nutzten ihr Wahlrecht, wobei 119 ungültige Stimmen erkannt wurden.

34 Parteien standen zur Wahl, wobei es eine einzige (DKP) gab, die keine Stimme erhielt.

Werner Bumeder als Kreisvorsitzender der CSU sieht trotz des Verlustes von fast zehn Prozent der Wählerstimmen „ein achtbares Ergebnis“. Er nennt sofort seine größte Sorge: „Das Ergebnis der AfD ist zu viel, das muss ich klar sagen. An welchen Themen das lag, werden wir analysieren.“ Trotz allem seien 45,3 Prozent „gut für die CSU“. Sehr freut er sich über die gestiegene Wahlbeteiligung. Nicht verstehen kann er, dass BSW auch im Landkreis sehr viele Stimmen bekommen hat. Als Fazit hält Werner Bumeder fest: „Ich bin durchaus zufrieden.“

Die Grünen im Landkreis haben 4,8 Prozent der Stimmen erhalten, vor fünf Jahren waren es 8,9. „Ich bin natürlich unzufrieden“, stellt Landkreissprecher Stefan Salzinger klar. „Wir mussten einen Rückgang verbuchen, das ist schmerzhaft“, zieht er eine Bilanz. Besonders schmerzt ihn, dass man damit europaweit einen Rückschritt im Klimaschutz machen werde. Dass die Wähler „stark nach rechts gerutscht“ sind, „das tut weh“, so Salzinger. Mit der Wahlbeteiligung ist er zufrieden, „ein super Ergebnis“, das zeige, dass die Europawahl bei den Wählern als wichtige Wahl angesehen wurde.

Neben BSW und den Freien Wählern, die ihr Ergebnis verdoppelt haben, gibt es mit der AfD eine Partei, die am Sonntag ihr Ergebnis erhöht hat und sich als Wahlsieger fühlt.

Kreisvorsitzender Lars Pohl erklärt: „Das ist ein super Ergebnis, ich bin zu 100 Prozent zufrieden.“ Er glaubt, dass die Wahlkämpfer „gut gearbeitet“ haben. Er stellt klar, dass er alle Ergebnisse als rechtens anerkennt, denn die vielen Ehrenamtlichen machen ihre Arbeit gewissenhaft. In der Feineinstellung habe es noch ein paar Punkte gegeben, die es zu verbessern gebe, denn in der Bundestagswahl 2025 strebt laut Pohl die AfD „20 Prozent plus x“ an.

„Alles wie erwartet“, zuckt Bernd Vilsmeier, Kreisvorsitzender der SPD, die Schultern und gibt zu, bayernweit und auch im Landkreis enttäuscht zu sein – „wie erwartet“. Vilsmeier: „Das Ergebnis ist nicht zufriedenstellend.“ Und doch möchte er etwas Positives sehen: „Die Mehrheit stimmt für demokratische Parteien.“ Der CSU bescheinigt er „Standortvorteile“ als bayerische Partei und über die AfD sagt er: „Es hätte schlimmer sein können.“