150-jähriges Bestehen der Feuerwehr Wallersdorf
„Nach oidem Brauch und oida Sittn“ – Feuerwehr hat einen Patenverein

Patenbitten in Moosfürth – Feuerwehr Wallersdorf feiert 150-jähriges Bestehen – Die gestellten Aufgaben gut gemeistert

10.06.2024 | Stand 10.06.2024, 17:00 Uhr
Veronika Lengfelder

Florian Schmied, Stefan Stöckl, Sabrina Bhullar, Bürgermeister Franz Aster, Christian Pitrich (stehend), Jürgen Hundsrucker, Johannes Lengfelder, Rainer Spielberger, Jürgen Reißaus und Josef Schmied beim „Scheitlknien“. − Fotos: Lengfelder

Die Freiwillige Feuerwehr Wallersdorf feiert vom 16. bis 18. Mai 2025 das 150-jährige Bestehen. Dazu bedarf es einiger Vorbereitungen.

Das Schirmherrnbitten bei Bürgermeister Franz Aster wurde bereits gemeistert. Nun stand am Samstag das „Patenbitten“ bei der Freiwilligen Feuerwehr in Moosfürth an. Dazu machte sich eine große Abordnung, angeführt von der Blaskapelle Führmann, auf den Weg nach Moosfürth.

Dort wurden sie beim Ortseingang willkommen geheißen. Vorsitzender Wolfgang Hiergeist begrüßte die Gäste und gemeinsam machte man sich auf den Weg zum Unverdorben-Hof.

So einfach wollte man es den Gästen nicht machen

Dort stellte Christian Haselbeck, der den ganzen Abend durch das Programm führte, fest: „Heute muss was ganz Besonderes sein.“ Vorsitzender der Wallersdorfer Wehr Christian Pitrich bat Festleiter Stefan Stöckl, Florian Schmied, Sabrina Bhullar und Bürgermeister Franz auf die Bühne, das Holzscheit „Patenbitten 8. Juni“, war dabei. „Ihr seid so eine große Feuerwehr, da müssen schon noch mehr kommen“ und auf einem weiteren Scheit mussten Jürgen Hundsrucker, Johannes Lengfelder, Rainer Spielberger, Jürgen Reißaus und Josef Schmied knien.

Stefan Stöckl brachte das Anliegen in Gedichtform vor: „Vo Wallersdorf san mia zu eich kemma heit, zu unsere Moosfürther Nachbarsleit. Mia ham uns mit Eich z'amma b'stellt, weil uns zu unserem 150 jährigen Gründungsfest no allawei da Patenverein fehlt. Als Nachbarn ham mia sets zamma ghoit'n, iatz die Junga und früha scho de Oidn. Nach oidn Brauch und oider Sitt'n, wolln mia Euch als Patenverein erbitt'n.“

Auf dem Scheit kniend erklärte er, was man alles auf sich genommen habe und fuhr fort: „Und bitt'n euch vo dera Stell, ganz offiziell, erhört's unser große Bitt und machts nächsts Jahr im Mai einfach mit.“ Er hatte zur Überzeugung ein Fass Bier und eine Brotzeit mitgebracht. „Machts es uns net so schwar und schinds uns net recht her, denkts dro, in a paar Jahr habs ihr wieder a Festl von da Feuerwehr“. Da baten Christian Haselbeck und Julian Wagner um etwas Bedenkzeit. Bürgermeister Franz Aster zapfte ein Fass Bier an und nach dem gemeinsamen Abendessen ging es daran, einige Aufgaben zu meistern.

Der Wüstenschnaps schmeckt nicht wirklich

So musste Christian Pitrich Fragen zu den Fahnenjunkern beanworten und schaffte dies nicht so ganz. Florian Schmied, Johannes Lengfelder, Markus Weinzierl und Rainer Spielberger mussten in 120 Sekunden vier Saugschläuche kuppeln, jedoch mit verbundenen Augen, hier wurde die vorgegebene Zeit etwas überschritten und als Strafe gab es in einem Suppenteller „Wüstenschnaps“ (Semmelbrösel), sie mussten die Suppe, die sie sich eingebrockt hatten, selbst auslöffeln.

Als nächstes schafften Martin Schmied, Joachim Biskupek und Alex Schleibinger es, einen Luftballon zum Platzen zu bringen. Nun gab es für den Kassier der Wallersdorfer Wehr, Jürgen Reißaus, Fragen zu den Kosten über die Fahnenweihe 2005 zu beantworten. Da lag er etwas daneben und erhielt anschließend die Aufgabe, mit Simon Frohnauer, von einem Holzsstamm drei Kilo abzusägen. Die beiden legten sich dermaßen ins Zeug, dass der Arbeitsbock zusammenbrach.

Nun wurde Bürgermeister Franz Aster auf die Bühne gerufen und bekam Fragen über die 17 Gemeindeteile. Auch er musste bei einigen Antworten passen und so gab es als „Strafe“ für Jürgen Hundsrucker, Markus Kulzer, Michael Späth und Jürgen Reißaus, vier Liter Kaba aus einem Eimer zum Trinken. „Ihr habt euch gut geschlagen und die Aufgaben super gemeistert. Wir sind nachbarschaftlich gut verbunden und übernehmen die Patenschaft.“

Geschenke zum krönenden Abschluss

Julian, Daniel und Klaus Wagner sowie Wolfgang Hiergeist wussten bei einem Kartenspiel viel von früher zu erzählen. Es gab für die Wallersdorfer einen großen Erinnerungskrug, die Moosfürther erhielten einen „Heiligen Florian“ für das neue Feuerwehrhaus. Die Wallersdorfer erhielten eine aufblasbare „Festmutter“, die Wallersdorfer hatten für die Moosfürther eine große Holzkiste dabei. Zum Vorschein kam ein rosa Plüschferkel für Wolfgang Hiergeist. Er hatte bei einem früheren Patenbitten ein Spanferkel bekommen und versprochen, aufzupassen. Nach drei Tagen verstarb jedoch das Tier. „Ich hatte mich damals so bemüht,“ stellte er klar.

Mit vielen Dankesworten und der Bayernhymne endete der offizielle Teil des Patenbittens.