Mit Musik im AWO-Seniorenheim
Mit Frohsinn, Engagement und Optimismus – Viktoria Mitsam feiert 90. Geburtstag

Viktoria Mitsam feiert mit Heimbewohnern, Schwiegertochter und Bürgermeister ihren 90. Geburtstag

17.05.2024 | Stand 17.05.2024, 9:00 Uhr
Andrea Luderer-Ostner

Bürgermeister Matthias Kohlmayer (hinten v.l.), Schwiegertochter Martina Mitsam, Einrichtungsleiter Robert Meyer, die Musiker Melanie und Walter und Hildegard Jakob (vorne l.) gratulierten Viktoria Mitsam zum 90. Geburtstag. − Foto: Luderer-Ostner

Gerührt, mit Tränen in den Augen, einem dankbaren Lächeln, mit Stolz auf „ihre“ Heimbewohner und mit emotionalen angedeuteten Luftküssen freute und bedankte sich Viktoria Mitsam für die Feier anlässlich ihres 90. Geburtstag. „Ich bin ganz durcheinander und aufgeregt“, sagt sie beim Gespräch mit der Heimatzeitung.

Verbunden mit der Muttertags- und Vatertagsfeier bot sich der große Bahnhof für die Vorsitzende des Heimbeirates des AWO Seniorenzentrums Bayerwaldblick perfekt an. Einrichtungsleiter Robert Meyer erzählte bei der Gratulation eine kleine Anekdote. Als Meyer als neuer Chef in das AWO-Seniorenzentrum seine ersten Kontakte mit den Heimbewohnern bei einem Radieserl-Fest knüpfte, meinte Viktoria Mitsam, er solle doch bitte kein „kastriertes Bier“ servieren – sondern „scho a g’scheids“.

Ein Kräuterschnaps als gewünschtes Geschenk

Bürgermeister Matthias Kohlmayer überbrachte die Glückwünsche im Namen der Stadt mit Blumen und Stadtmedaille und Hildegard Jakob vom Heimbeirat überreichte den gewünschten und geliebten Kräuterschnaps von Viktoria Mitsam. Für musikalische Höchststimmung und dem Geburtstagsständchen sorgten die Musiker Melanie und Walter und für die Jubilarin war es eine Selbstverständlichkeit: „Ich will mit allen feiern.“

Die Heimbewohner sind stolz auf ihre Heimbeirats-Vorsitzende. „Läuft es mal nicht so, gibt es ein Gespräch zwischen mir und den Bewohnern“, sagt Viktoria Mitsam und glättet mit ihrer unkomplizierten und herzlichen Art auch schnell wieder die Wogen.

Am 16. Mai 1934 wurde Viktoria Schmidtbauer in Kirchroth geboren und wuchs mit ihrem Bruder bei den Großeltern in Parkstetten auf. Aus dem Krieg kam der Vater von der Front nicht mehr nach Hause. „Ich bin Zeitzeugin“, sagt die Jubilarin und kann sich noch gut an den Kriegsbeginn erinnern. „Ich war noch ein Kind. Wir saßen alle mit verständnislosen Kopfschütteln zusammen und sagten: Der wird doch keinen Krieg anfangen – und schon sind die ersten Tiefflieger gekommen.“

Der Schulbesuch im Internat ging in Straubing weiter. „Als ich aus dem Internat kam, habe ich gleich geheiratet, obwohl ich noch nicht volljährig war“, erzählt Viktoria Mitsam. Am 31. März 1953 wurde geheiratet und am 7. Januar 2007 musste sich die Jubilarin schweren Herzens von ihrem Ehemann Hans verabschieden. Kennengelernt haben sich die beiden in Straubing nach dem Studium des gebürtigen Nürnbergers zum Vermessungstechnik-Ingenieur.

Sie berichtet von Schicksalsschlägen

Ein weiterer schwerer Schicksalsschlag war der Tod der ersten Tochter Claudia, die mit nur vier Jahren verstarb. Stolz ist die Jubilarin auf Sohn Wolfgang und Tochter Vera, die Enkel Lothar und Stefan und Urenkel Darius. Vor drei Jahren ist Viktoria Mitsam von Parkstetten nach Landau in das AWO-Seniorenzentrum gezogen, um Sohn Wolfgang und Schwiegertochter Martina auch näher zu sein. Schmerzlich hat sie am Anfang ihren großen Ziergarten vermisst und sich doch schnell im Heimalltag eingelebt.

„Solange ich noch gesund bin, will ich mich weiter im Heimleben einbringen“, sagt sie bestimmt. Am 12. August sind Neuwahlen für den Heimbeirat und dann lässt sich Viktoria Mitsam wieder aufstellen. Am Samstag wird mit der gesamten Familie und Freunden aus Parkstetten gefeiert.