Reisbach
Großer Andrang bei den schaurigen Gestalten – Premiere der Hexenbruad

„Vilstaler Hexenbruad und de Rotzdeifen“ mit ihrem ersten Auftritt beim Nikolausmarkt

28.11.2023 | Stand 28.11.2023, 16:07 Uhr

Der Tod und sein Begleiter – große Besuchermassen verfolgten das Spektakel beim Nikolausmarkt. − Fotos: Bergbauer

Ihren ersten Auftritt hatte die „Vilstaler Hexenbruad und de Rotzdeifen“ am Sonntag in Reisbach. Am späten Nachmittag bildeten sie einen ganz besonderen Abschluss des Nikolausmarktes mit ihrer Inszenierung.

Dahinter stehen Mitglieder, die sich auf alte Traditionen besinnen und diese leben mit Blick auf die Raunächte. Dabei wurden so manche legendäre Figuren lebendig, als sie umherzogen, während allerhand Hintergrundwissen vermittelt wurde.

Ein klein wenig gruslig war es vielleicht schon und durchaus mystisch bei Einbruch der Dunkelheit. Dabei gab es allerdings keinen Anlass zur Frucht, was den Mitwirkenden selbst wichtig ist.

Alle Figuren wurden den Gästen erklärt

Da zeigte sich zunächst der „Bluadige Dammerl“. Die längste Nacht des Jahres – deshalb galt es früher, das Haus nicht zu verlassen. Wer weiß schon, dass aus dem ursprünglichen Tag des Gottes Thor der Thomas-Tag wurde. Kettengeklirre kündigte die „Habergoas“ an, die an eine Hausziege erinnert und an allen möglichen Orten rumgeisterte.

Sie ist eine zwiespältige Gestalt, die „Bluadige Lucia“, die am Vorabend des 12. Dezember ihren Tag hat. In der Schüssel führte sie eine Hand samt Unterarm mit. Sie schlitzt bösen Menschen mit ihrer Sichel die Bäuche auf. Aber eigentlich ist sie als Lichtbringerin bekannt. Trommelschläge kündigten den Wolf an, der von jeher eine besondere Verbindung zu den Menschen hat, teils Ängste schürt aber zugleich als übernatürlicher Beschützer gilt.

Gevatter Tod und die schaurigen Kramperl

Und auch der „Gevatter Tod“ kommt vor, der oftmals als Sensenmann symbolisiert wird. Hörbares Messerwetzen untermauerte dies. Er kommt mit der Sichel, um das Leben symbolisch abzuschneiden. Beim „Ernten“ der Seele gibt es keine Unterschiede.

Der 5. und 6. Dezember ist die Zeit vom Krampus. Mit imposanten Klängen zogen sie ein die „Kramperl“ in ihren schaurigen Masken, die aus Holz zu kunstvollen Fratzen geschnitzt sind und Kleidung aus Ziegenfell. Die Glocken am Rücken sorgten so zum Ausklang für richtig „Radau.“