Seit 70 Jahren: Käse vom Niedermeier
Familien-Erfolgsgeschichte: Inzwischen in der dritten Generation auf Volksfesten und Jahrmärkten unterwegs

18.06.2024 | Stand 18.06.2024, 17:00 Uhr |
Ludwig Stich

Herta und Josef Niedermeier, die Eltern von Bepp, haben den Käsestand lange betrieben.

Das 58-jährige Landauer Urgestein Bepp Niedermeier – auch als „Niedamoa Kasara“ bekannt – ist in die Fußstapfen seines Vaters und Großvaters gestiegen. Die Familie betreibt bereits seit knapp sieben Jahrzehnten einen Käsestand am Landauer Volksfest und auch auf vielen anderen Volksfesten und Jahrmärkten. Zusätzlich ist Bepp seit fast 25 Jahren auch Hendlbrater, bekannt als „Hendl Ernst“.

Es ist ein Familienbetrieb, Bepp Niedermeier, seine Frau Margit und seine Kinder Josef und Veronika und Schwiegersohn Thomas sind sowohl beim Hendl-Stand, als auch beim Kas-Stand ein eingespieltes Team. Lange Jahre Erfahrung, Fleiß, Ausdauer und Einarbeitung durch Vater Josef führten zur Erfolgsgeschichte. Es ist ein hartes, schweißtreibendes Saisongeschäft, wo man viel Fleiß, Idealismus, starke Nerven und Schwerstarbeit leisten muss.

1954 fing das Geschäft mit Käse an

Die Niedermeiers betreiben schon in der dritten Generation den Verkauf von Käse. 1954, genau vor 70 Jahren, eröffneten die Großeltern von Bepp, Josef und Maria Niedermeier, einen Kramerladen am Stadtberg. Dabei spezialisierten sie sich nach und nach auf Käse. Ein Jahr später, 1955, hatten sie bereits ihren ersten Kas-Stand auf dem Landauer Volksfest.

Bereits damals musste die ganze Familie zusammen helfen, dass das Geschäft lief. Viele Investitionen waren im Laufe der Jahre notwendig, um den Anforderungen gerecht zu werden. Ladengeschäft und Volksfeststand wurden von den Eltern von Bepp, Vater Josef und Mutter Herta, erfolgreich weiter betrieben. Gegenüber dem Rathaus wurde ein zweites Geschäft mit Feinkost und Käse eröffnet.

Am Volksfeststand wurde früher neben Käse auch Brezen, Radi, Butterbrot und Fischsemmeln verkauft. Im Laufe der Jahre spezialisierten sich die Niedermeiers auf Emmentaler vom Laib und Brezen. Inzwischen wird auch „Obatzda“ angeboten.

Herta Niedermeier erinnert sich noch gern an die 1950er und 1960er Jahre. Das Geld saß damals noch nicht so locker. Viele Besucher gingen durch die Reihen, schauten sich die Stände und Fahrgeschäfte an. Die Kinder erhielten dann schon mal ein paar Zehnerl fürs Karussell. Für Essen wurde kaum Geld ausgegeben, für eine Maß Bier schon eher. Viele Volksfestbesucher nahmen ihre Brotzeit von zu Hause mit.

Schon als kleiner Bub war er im Einsatz

Tagsüber stand man im Geschäft und bis 24 Uhr im Stand am Festplatz. Im Laufe der Jahre kamen immer mehr Volksfeste und Jahrmärkte dazu. Das führte dazu, dass in neue Verkaufswagen und Stände investiert werden musste. Der Fuhrpark wurde ständig erweitert. 2001 wurden die beiden Geschäfte an der Hauptstraße und am Oberen Stadtplatz aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen.

Ab diesem Zeitpunkt hat Bepp Niedermeier das Geschäft im Bereich Volksfeste und Märkte ausgebaut und sich einen Namen gemacht. Er und seine Frau Margit stecken viel Herzblut in ihr Geschäft und leben es mit Leib und Seele. Schon als Zehnjähriger war Bepp mit seinen Eltern im Laden und auf den Festen.

Vor etwa 25 Jahren hat Bepp die Hendlbraterei Ernst (Hendl Ernst aus Plattling) übernommen. Auf Volksfesten konzentriert sich Bepp auf das Hendl- und Haxn- Geschäft, während Frau Margit und Tochter Veronika den Käsestand betreiben. Auch weitere Familienmitglieder sind in der Saison eingebunden. Manchmal sind die Niedermeiers zeitgleich auf zwei Volksfesten vertreten. Mutter Herta verfolgt mit Interesse das Geschehen von zu Hause aus, Vater Josef ist 1999 verstorben. Die Zukunft scheint auch schon gesichert zu sein. Wie es aussieht, wird Tochter Veronika das Geschäft weiterführen.

Die Saison geht von März bis Oktober. Es geht los mit dem Frühlingsfest in Cham und endet mit dem Karpfhamer Volksfest und dem Dingolfinger Kirta. Er ist auf vielen Festen in Niederbayern, Oberbayern und Oberpfalz vertreten. Natürlich beginnen die Vorbereitungen nicht erst mit dem Tag der Feste, sondern lange Zeit vorher. Zunächst müssen Angebote abgegeben und Verträge mit Kommunen, Festwirte oder Brauereien unter Dach und Fach gebracht werden. Auch lange Zeit vorher muss er sich darum bemühen, dass er genügend Personal hat. Teilweise sind 35 Bedienstete zugleich im Einsatz. An Pfingsten ist er zeitgleich auf zwei Festen (Pilsting und Moos) mit seinen Ständen. Oft hat er einen 18-Stunden-Tag. Wichtig ist, dass die Qualität stimmt. Das heißt nicht nur Hendl und Käse, auch andere warme Speisen.

Als Ausgleich zum Saisonstress gönnen sich Bepp und Margit im Winter einen Urlaub und fahren Ski. Er ist auch bekannt als Fastenprediger (Bruder Beppi) und war 24 Jahre Stadtratsmitglied. Ab Freitag, 28. Juni, steht Bepp im Hendl-Grillwagen mit Mitarbeitern und Margit und Veronika im Käseverkaufswagen. Dann ist endlich wieder Volksfestzeit in Landau.