Neuer Produktionsstandort
BMW will noch 2023 eine Adresse in Straßkirchen haben

25.05.2023 | Stand 16.09.2023, 21:34 Uhr |

Die neue Visualisierung, die BMW heute veröffentlicht hat. So soll das neue Werk im ersten Bauabschnitt aussehen. (Visualisierung BMW-Group)

Im Vorfeld des Infomarktes zum neuen BMW-Produktionsstandort in Irlbach-Straßkirchen (Landkreis Straubing-Bogen) am Donnerstag gibt der Autobauer weitere Zahlen bekannt. Noch in diesem Jahr soll eine erste „Betriebsstätte“ vor Ort eröffnet werden.



Das könnte Sie auch interessieren: Der 5er – BMWs Renner aus Dingolfing geht in die achte Generation

Seit dem 23. Mai liegen umfassende Unterlagen zum geplanten Produktionsstandort für Hochvoltbatterien öffentlich zur Einsicht im Rathaus Straßkirchen aus, die auch online auf den Homepages beider Gemeinden eingesehen werden können.

Wie BMW am Donnerstagvormittag in einer Mitteilung erklärt, werden die auf das eigene Bauvorhaben bezogenen Inhalte beim zweiten Infomarkt am 25. Mai 2023 dargestellt. Der Infomarkt wird vom Planungsverband Straßkirchen-Irlbach veranstaltet.

„Der Infomarkt in Straßkirchen ist für uns eine weitere Gelegenheit, unser Bauvorhaben zu erläutern und gleichzeitig in den offenen Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinden Straßkirchen, Irlbach und der umliegenden Nachbargemeinden zu gehen. Schon in den vergangenen Wochen konnten wir uns vor allem mit vielen Straßkirchnern und Irlbachern austauschen. Uns ist wichtig, dass wir sie in jeder Planungsphase miteinbeziehen, ihre Anregungen und Bedenken verstehen und diese in der Planung so weit wie möglich berücksichtigen“, sagt Alexander Kiy, der für BMW den Aufbau des neuen Standorts verantwortet. „Genauso wichtig ist uns, dass wir Transparenz schaffen und Daten und Fakten richtig einordnen. Unsere Prognosen zu Arbeitsplätzen, Produktionskapazitäten, Verkehrsaufkommen und unserem Mobilitätskonzept gehen bis in die 2030er Jahre.“

Millionen an Gewerbesteuer



Laut Mitteilung plant BMW, bereits 2023 eine Betriebsstätte vor Ort zu errichten, die noch in diesem Jahr bezogen werden soll. Dabei betont der Konzern auch seine Verpflichtung, „für die dort arbeitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erste Gewerbesteuern ab dem Jahr 2023 zu zahlen“. Die Gewerbesteuerzahlungen würden voraussichtlich bis zum Ende der 2020er kontinuierlich auf einen hohen, einstelligen Millionenbetrag pro Jahr ansteigen.

Ausbildungsplätze bereits ab 2024



Die weiteren Aussichten legt BMW ebenfalls dar. So würden mit der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts rund 1600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am zukünftigen Produktionsstandort zu beschäftigen. Rund 70 Prozent davon sollen aus bestehenden Standorten Regensburg oder Dingolfing kommen. In einem Umkreis von 20 Kilometern um den geplanten Standort leben laut BMW heute bereits rund 7500 Beschäftigte. „Natürlich werden wir Ausbildungsplätze in spannenden Berufsfeldern wie zum Beispiel Elektronik für Automatisierungstechnik oder Mechatronik bereitstellen.

Damit bieten wir insbesondere jungen Berufseinsteigern weitreichende Perspektiven,“ erläutert Markus Kühberger, Leiter Personalaufbau für den geplanten Standort, und ergänzt: „Wir bekommen schon jetzt zahlreiche Bewerbungen für unseren zukünftigen Standort – nicht nur von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sondern auch von vielen an einer Einstellung Interessierten außerhalb der BMW Group. Und auch natürlich von jungen Menschen, die sich für eine Ausbildung bei der BMW Group interessieren. Daher bieten wir beim Infomarkt die Gelegenheit, sich mit BMW Group Azubis auszutauschen, die aktuell im Werk Dingolfing ihre Ausbildung machen.“

Ausmaße des Neubaus



Die Höhe der Gebäude des ersten Bauabschnitts wird maximal bei rund zwölf Metern liegen, erklärt BMW. Die weitere Beschreibung: „In den äußeren Bereichen des Grundstücks werden die Gebäude niedriger sein und tragen so zu einer guten Integration in die Landschaft bei. Für Grünflächen auf dem Werksgelände sowie Fassadenbegrünungen werden geeignete Pflanzenarten und Bepflanzungssysteme je nach Ausrichtung, Verschattung bzw. Besonnung, Wuchshöhe und Windverhältnissen ausgewählt.“ Die genauen Festsetzungen zur Gestaltung der Grünflächen und Bepflanzungen sollen bis zur zweiten Auslegung des Bebauungsplans im Herbst 2023 erarbeitet und festgelegt werden. Alexander Kiy: „Für den Fall, dass es die Produkt- und Prozessentwicklung erforderlich machen sollte, wollen wir uns die Möglichkeit erhalten, zukünftig bei einzelnen Gebäuden eine weitere Ebene zu errichten. Aus heutiger Sicht ist das frühestens für den zweiten Bauabschnitt eine Option.“ Aus diesem Grund gehen die Planungen der BMW Group von einer maximalen Gebäudehöhe im Kernbereich von 19,5 Metern aus. Ausgenommen davon sind nur technische Aufbauten, wie zum Beispiel Photovoltaikanlagen, die die maximale Höhe überschreiten dürfen.

Flächensparende Bauweise



Das Unternehmen betont weiter, dass auf eine flächensparende Bauweise geachtet werde: „Dazu tragen eine effiziente Erschließung sowie die passende Lage und kompakte Zuordnung der Gebäude auf dem Werksgelände bei.“ Eine mehrgeschossige Anordnung sei geprüft worden, sei aber „aus produktionstechnischen Gründen nicht möglich“.

Für Fahrzeuge sind laut Mitteilung im nördlichen Bereich des Grundstücks Mitarbeiterparkplätze, ein Busbahnhof, ein LKW-Warteplatz sowie die Werkspforten vorgesehen. Geplant seien hier sowohl ebenerdige Parkplätze als auch, voraussichtlich im zweiten Bauabschnitt, „flächenschonende Parkhausflächen“ bis zu einer Höhe von neun Metern.

Der Infomarkt des Planungsverbands Straßkirchen-Irlbach findet am 25. Mai 2023 von 17 – 21 Uhr in der Turnhalle Straßkirchen, Paitzkofener Straße 44, statt.



Weitere Infos: www.bmwgroup-werke.com/irlbach-strasskirchen