Auftakt zu „Tag der offenen Gartentür“
14 „grüne Oasen“ aus dem Gemeindebereich Ruhstorf

23.06.2024 | Stand 23.06.2024, 9:00 Uhr |
Monika Bergbauer

Fast alle Teilnehmer waren bei der Auftaktveranstaltung dabei. − Fotos: Bergbauer

Jedes Jahr öffnen im Frühsommer Hobbygartler in Niederbayern ihre Gärten und so wird dieser letzte Sonntag im Juni ein Sonntag für alle Gartenbegeisterten sein. Dahinter steht eine Aktion der Gartenbauvereine, veranstaltet vom Bezirksverband und unterstützt vom AELF Abensberg-Landshut, dem Kreisverband für Gartenbau und Landespflege sowie dem Landkreis. Die Auftaktveranstaltung zu diesem „Tag der offenen Gartentür“ am Sonntag, 30. Juni, von 10 bis 17 Uhr führte am Donnerstag die geladenen Gäste auf dem Dreiseithof in Hollmannsöd zusammen.

Unter drei Walnussbäumen auf großzügiger Wiesenfläche empfing der Garten- und Blumenverein Ruhstorf, der heuer Ausrichter im Landkreis ist, die Teilnehmer mit kühlen Getränken, während die Gredbeng-Musik aufspielte. Hausherr Michael Fischer gewährte Einblicke in seine Intentionen. Vor sechs Jahren machte er sich selbstständig. Seine Leidenschaft seien die Messer, wobei der Neuanfang nicht leicht war. Aber er wurde mit einer Tätigkeit belohnt, die ihn sehr erfülle. Die zweite Leidenschaft seien die Menschen. Deshalb gebe er Schleifkurse und mittlerweile kamen Team-Events hinzu. Hierfür gründete er die Firma „Scharfblick“, gelte es doch, in vielen Bereichen den Blick zu schärfen.

Erfreut und stolz sei er, so Landrat Werner Bumeder, dass der Auftakt hier stattfindet. Stolz auch darauf, dass man wieder offene Gärten ansehen von einer Erfolgsgeschichte reden könne. 14 „grüne Oasen“ aus dem Gemeindebereich Ruhstorf können am 30. Juni besichtigt werden, alle mit individueller „Handschrift.“ Der Garten sei „Naherholungsgebiet“ direkt vor der Haustür, Lieferant für selbst Erzeugtes und wertvoller Aufenthaltsort im Freien.

Von einer „besonderen Aura“ sprach Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich, die von diesem neu erbauten Areal ausgehe. Zum 23. Mal findet diese Ereignis statt. Er blickte auf die unterschiedlichen Schwerpunkte, die dabei von den Gartenbesitzern von Belangen sind. Gerade das Gärtnern mit der Natur vertreten die Gartenbauvereine. Wasser werde dabei in den kommenden Jahren ein großes Thema.

In wenigen Tagen vertreten die Teilnehmer in den neun Landkreisen Niederbayerns 374 Gartenbauvereine mit mehr als 74000 Mitgliedern. In den vergangenen 22 Jahren haben sich allein in Niederbayern über 1200 Gartentüren beim „Tag der offenen Gartentür“ geöffnet. Heuer sind es 54 Gartenbesitzer.

Für alle, die schöne Gärten sehen wollen

„In unserer Gemeinde werden die Türen aufgemacht für alle, die schöne Garten sehen wollen“, freute sich Bürgermeister Herbert Sporrer. Mit 14 an der Zahl eine stattliche Größe. Es sei keine Selbstverständlichkeit, Fremde in seinen Rückzugsort zu lassen. Deshalb appellierte er, diese Gelegenheit gut anzunehmen. Just an diesem Termin finde auch die Xper-Bike-Sternfahrt nach Malgersdorf statt. Von dort aus sei es gerade mal ein Katzensprung nach Ruhstorf, der sicher lohnenswert sei.

Der erste Vorsitzende des Bezirksverbandes für Gartenkultur und Landespflege Michael Weidner konnte die Aussage „Gärtnern macht glücklich“ nur unterstreichen. Wer gärtnert lerne Geduld und Gelassenheit. Die Kreisfachberatung an den Landratsämtern definiere Gartenkultur als „die Erhaltung, Gestaltung und Entwicklung von öffentlichem und privaten Grün.“ Er appellierte für ökologische Nachhaltigkeit und rücksichtsvollen und schonenden Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen. Inzwischen sei „Natur im Garten“ zu einer großen Bewegung geworden. Eine klare Absage erteilte er der „Verirrung“ des Auffüllens der Flächen mit Schotter.

Kreisvorsitzender Franz Aster betonte an die Teilnehmer: „Ihr repräsentiert den Kreisverband und unsere Heimat.“ Sogar der Präsident des Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege Wolfram Vaitl war angereist. Er stellte heraus, dass vermehrt darauf geachtet werde, sich nicht „gegen die Natur zu versündigen“. Auch darauf, dass mit umsichtigem Gärtnern ihr etwas von dem zurück gegeben wird, was ihr über Jahrhunderte genommen wurde. „Geschleckt allein ist nicht alles.“

Der Garten der Fischers ist kein gestalteter Garten, sondern vielmehr eine Gartengestaltung, die man von früher kannte, die mit Feingefühl und Hingabe von ihm vertieft und fortgeführt wird. Zierpflanzen gibt es wenige, aber doch blüht es. Wenn ein Garten nicht nach Perfektion strebt, profitiert die Natur.

Gerade mit der Entscheidung zur Teilnahme an diesem Tag beschäftigte er sich wieder intensiver mit dem eigenen Garten und nahm bewusst wahr, was schon alles geschaffen wurde. Er lebt den Einklang mit der Natur. Viele Eidechsen fühlen sich hier wohl und die Blinschleichen müssen wohl eine Delikatesse sein, weil die Hühner so hinter ihnen her jagen. Es sind lediglich frei gemähte Wege, die durch das hohe Gras der Wiese führen, etwa hin zu Spielplatz oder Schlittenhügel. Der alte Baumbestand wurde im Laufe der Jahre mit über 50 weiteren Bäumen und über 200 Sträuchern ergänzt und hier ist das Ende noch nicht erreicht.

Nach dem Rundgang durch das 8000 Quadratmeter große Areal wurde die Zeit gerne zum Erfahrungsaustausch bei einer deftigen Brotzeit, wozu der Bezirksverband eingeladen hatte, genutzt.