Millionenprojekt

Spatenstich für Neubau in Osterhofen: „Wird die modernste Realschule Bayerns“

Spatenstich für den Neubau der Landgraf-Leuchtenberg-Realschule

14.11.2022 | Stand 15.11.2022, 6:56 Uhr

Spatenstich für die neue Realschule (v.l. mit Spaten): Martin Bügler vom Hochbauamt, Ingenieur Josef Krenn, MdB Thomas Erndl, Schulleiter Andreas Schaffhauser, Regierungspräsident Rainer Haselbeck, Landrat Bernd Sibler, Bauminister Christian Bernreiter, Bürgermeisterin Liane Sedlmeier, Paul Schmelzer und Ministerialbeauftragter Manfred Brodschelm mit allen weiteren geladenen Gästen aus Politik, Schule und Wirtschaft. −Fotos: lai

Von Daniela Laitinen

„Es wird die modernste Realschule Bayerns“ – das hat Bayerns Bauminister Christian Bernreiter beim Spatenstich zum Neubau der Landgraf-Leuchtenberg-Realschule in Osterhofen (Landkreis Deggendorf) versprochen. 28,5 Millionen Euro soll das Projekt kosten.





„Es läuft derzeit gut für Osterhofen“, konstatierte Landrat Bernd Sibler. Am Samstag siegt die SpVgg 2:1 über Tegernheim, am Sonntag ein Martinimarkt bei schönstem Wetter und nun der Spatenstich für den Neubau der Landgraf-Leuchtenberg-Realschule an der Seewiesen. Es freute den Landkreischef, dass er zu diesem besonderen Anlass eine Vielzahl Vertreter von Politik, Schule und Wirtschaft begrüßen konnte, allen voran Bauminister Christian Bernreiter, Regierungspräsident Rainer Haselbeck, Bürgermeisterin Liane Sedlmeier, Vertreter des Planungsteams und der Ausführenden sowie natürlich die Schulfamilie mit Schulleiter Andreas Schaffhauser.

„Öffentliche Hand funktioniert“

Die Realschule in Osterhoffen sei ein perfektes Beispiel dafür, dass die öffentliche Hand trotz der viel gescholtenen Bürokratie gut funktioniere. „Trotz Krieg, Putin, Inflation und Energiekrise werden wir Wort halten und diese Schule fertigstellen“, versprach der Landrat. „Zum Wohle der Schüler, der Lehrer und der Stadt.“

In Siblers Augen ist der Neubau ein gelungenes Beispiel, wie Freistaat, Landkreis und Stadt Hand in Hand arbeiten. Denn nachdem der Kreistag im April 2019 den Neubau der LLR einschließlich Zweifachturnhalle beschlossen hatte, hat die Stadt die entsprechenden Studien in Auftrag gegeben. Das führte auch Bürgermeisterin Liane Sedlmeier in ihrem Grußwort aus. Das Ergebnis war ein Schulcampus mit Neubau der Realschule, einer neuen Sporthalle, dem weiter ausgebauten Fuß- und Radwegenetz sowie einem Grünzug von der Turnhalle bis hin zum Stadtplatz. Verworfen habe man damals aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit lediglich die Idee des eigenen Heizkraftwerks für den Campus - aus heutiger Sicht vielleicht ein Fehler, wie die Rathauschefin einräumte.

An der Seewiesen wird die modernste Realschule Bayerns entstehen, wie Bauminister Christian Bernreiter betonte. Die veranschlagten Kosten seien mit 28,5 Millionen sogar höher als beim Neubau des Robert-Koch-Gymnasiums in Deggendorf. Von den Kosten trage 64 Prozent der Freistaat, wobei es hier auch kurzeitiges Zittern gegeben hatte, als der Bund den Stopp der KfW-Förderung zum 24. Januar 2022 angekündigt hatte. Schließlich schaffe man in Osterhofen eine Schule mit KfW 55-Standard, die entsprechenden Fördermittel seien eingeplant gewesen. Der entsprechende Antrag habe dann aber noch rechtzeitig eingereicht werden können, die Fördermittel von 2,26 Millionen seien geflossen.

Insgesamt sind für den Neubau der LLR knapp 28,5 Millionen Euro eingeplant, gut 7 Millionen für die neue Turnhalle Die Förderung des Freistaates, die sich aus „schulaufsichtlich genehmigter Nutzfläche“ (4227,5 m2) und geplanter Nutzfläche (4308 m2) errechnet, liegt bei 65 Prozent (Turnhalle 64 Prozent). Zum Vergleich: Laut Sibler lag er beim Neubau der Realschule in Plattling bei 48 Prozent. Von den insgesamt 35,5 Millionen Euro, die beide Bauprojekte an der Seewiesen kosten sollen, entfallen auf den Landkreis 19,4 Millionen. Eine Summe, „die wir gerne investieren, stärken wird damit doch den Schulstandort Osterhofen“, so Sibler.

Zwei bauliche Kernbereiche

Der Neubau der LLR ist aufgeteilt in zwei Bereiche: Einen nördlichen und einem südlichen. Zentraler Kern des südlichen wird die Pausenhalle sein, die sich über die gesamte Höhe des Baukörpers erstreckt. Im Obergeschoss sollen die Fachklassenbereiche Kunst, Werken und Informatik angesiedelt sein, ein Stockwerk darüber die Naturwissenschaften. Die weitläufigen Flure sollen als Erweiterung der lichtdurchfluteten Pausenhalle für Ausstellungen, Kommunikation und Austausch zur Verfügung stehen.

Im Erdgeschoss des nördlichen Baukorpus werden die Schulverwaltung, Lehrerzimmer und Pausenverkauf eine neue Heimat finden. In den Obergeschossen sind die Klassen untergebracht. „Schulen in der Schule“, wie Schulleiter Andreas Schaffhauser erläuterte. Bei dieser „Vision“ werden mehrere Klassenräume zu einer abgeschlossenen räumlichen Einheit zusammen gefasst. Der dazugehörige Flur werde als gemeinsamer Lernbereich geöffnet und pädagogisch sinnvoll genutzt. In diese sogenannten
Cluster sollen zudem Funktionsräume, Teamstationen für Lehrkräfte und pädagogische Büros integriert werden. Schaffhauser: „Unser Unterricht im Jahr 2025 wird geprägt sein von Mobilität, Individualität, Digitalisierung, Teamarbeit und Vielfalt.“

Herzstück der Außenanlagen wird der 1500 m2 große Pausenhof mit Boulderfelsen sein. Ein „Grünes Klassenzimmer“ für kleinere Veranstaltungen, ein repräsentativer Vorplatz mit Grünfläche, rund 100 überdachte Fahrradstellplätze und 22 für Autos sowie die Bushaltestelle sind ebenfalls Teil des Neubaus, in dem 2025 der Betrieb aufgenommen werden soll.

− lai