Sänger aus Osterhofen
Shooting-Star Jonas Müller singt die „Magelone“ in Pleinting

19.02.2024 | Stand 19.02.2024, 16:27 Uhr
Anton Scholz

Findet immer den richtigen Ton für die Stimmungen des Liederzyklus von Johannes Brahms: Jonas Müller aus Osterhofen. − Foto: Scholz

Martin Walser hat den Text der „Schönen Magelone“ 2011 entschlackt und in die Moderne übertragen. Am frühen Sonntagabend hat der Osterhofener Jonas Müller mit seinen beiden Mitstreitern – Anna Maria Gebhardt, schlafwandlerisch sichere Begleitung am Flügel, und Lars Woldt als genialem Erzähler die Geschichte „Die schönen Magelone“ in der Alten Kirche Pleinting bei Vilshofen im Landkreis Passau zum Besten gegeben.

Johannes Brahms hat in den 1860ern die klassische Textvorlage des Berliners Ludwig Tieck für „eine Singstimme und Pianoforte“ vertont. Den Text hat Martin Walser für die Bayerische Akademie der schönen Künste 2011 in eine heutige Sprache übersetzt. Diese Version der alten Geschichte um zwei Königskinder die sich schlussendlich finden werden, soviel vorab zum Happy End, verspricht einen spannenden Abend.

Schon mit seinen ersten Sätzen fesselt Lars Woldt, Professor für Gesang an der Münchener Hochschule für Musik und Theater, die Gäste in der Alten Kirche Pleinting an seine Lippen. Die Geschichte der schönen Magelone liest er mit einer Selbstverständlichkeit, Melodie und Deutlichkeit, die bis in die letzte Reihe der Alten Kirche auch ohne Verstärkung klar verständlich ist.

Jonas Müller, der junge Osterhofener Bariton, der in der Zwischenzeit schon von vielen Feuilletons für seine Liedinterpretationen gefeiert wird, zelebriert mit vorbildlicher und bestens verständlicher Artikulation die fünfzehn „Romanzen“ von Johnnes Brahms. Jonas Müller bewältigt sein Repertoire auswendig. Dramatik, Lyrik, Schauspiel und perfekte Intonation ziehen sich als roter Faden durch den Abend. Egal, ob äußerst dramatisch in Seenot, in Gefangenschaft oder in verzweifelter Liebesnot, Jonas Müller findet immer den richtigen Ton, ist klar textverständlich und begeistert mit seiner Interpretation des provenzalischen Prinzen Peter. Ganz zum Schluss des Brahms’schen Liederzyklus darf dieser dann seine „Schöne Magalone“ doch noch in die Arme schließen und das von Martin Walser als „natürlich“ bezeichnete Happy End im eigenem Palast feiern.

Toni Scholz