Titel verspielt und K.o. in Relegation
Nach dem Totalabsturz im Frühjahr: FC Handlab-Iggensbach will mit frischen Kräften wieder angreifen

08.06.2024 | Stand 08.06.2024, 6:00 Uhr |

Am Boden: der FC Handlab-Iggensbach verspielte den sicher geglaubten Meistertitel und scheiterte in der Kreisliga-Relegation. − Foto: Helmut Müller

Wer hätte denn angesichts des Mega-Vorsprungs in der Winterpause noch ernsthaft am Gewinn der Meisterschaft in der Fußball-Kreisklasse Deggendorf gezweifelt? Meilenweit entfernt mit elf Punkten lag der FC Handlab-Iggensbach in Führung, hatte in 15 Partien 14 Siege gefeiert, einmal Unentschieden gespielt und war dabei ungeschlagen geblieben.

Der Titel schien nur noch eine reine Formsache zu sein, doch mit der erdrückenden Dominanz des Leaders war es mit Beginn der Frühjahrsrunde vorbei. Das „Polster“ schmolz und schmolz, der SV Hofkirchen rückte näher und näher, schnappte sich die Pole-Position und schaffte schließlich den Sprung in die Kreisliga. Es kam noch bitterer, denn der FCH hatte auch in der Relegation gegen DJK-SB Straubing das Nachsehen. Alles verspielt. Unfassbar!

Trainerwechsel bringt keine Wende



Nach dem 0:0 am 21. Spieltag gegen Schlusslicht SG Osterhofen II/Obergessenbach hatte sogar Spielertrainer Manuel Mörtlbauer die Reißleine gezogen und seinen Rücktritt erklärt, um damit vielleicht einen neuen Impuls zu geben, machte als Spieler aber weiter, um den Aufstiegstraum doch noch zu realisieren. Mit ihm verließ auch „Co“ Alois Zitzelsberger die Kommandobrücke. Der erhoffte Umschwung mit dem gleichberechtigen Trainerduo Hubert Scheingraber, bis dahin Coach der Zweiten, sowie Spieler Gökay Gönel blieb indes aus.

„Die Vorbereitung hat gepasst, die Trainer haben gute Arbeit geleistet, an ihnen hat es nicht gelegen, und die Spieler waren voll bei der Sache. Wir haben am System nichts verändert, doch als es los ging, sind wir nicht mehr in die Gänge gekommen“, blickt Vorsitzender Manfred Emberger auf die sportliche Talfahrt zurück. Er konnte über die Gründe nur spekulieren, „vielleicht waren sich einige Spieler nach der tollen Herbstserie zu sicher, vielleicht haben einige Spieler, als die Zweifel nach den Negativ-Resultaten immer größer geworden sind, mit dem Druck nicht umgehen können. Dabei hatte ich immer gewarnt, dass es kein Selbstläufer wird.“ Er hat Recht behalten.

Zu allem Überfluss fehlte in mehreren Partien das erforderliche Spielglück – die beiden Ausfälle von Stefan Altmann (Kreuzbandriss) sowie Manuel Schrönghammer (Außenbandriss) fielen darüber hinaus schwer ins Gewicht. Die Mini-Ausbeute: Neun Punkte. Die Truppe bekam das Nervenflattern, fand nicht mehr aus dem Tief heraus und scheiterte in der Kreisliga-Relegation.

Neuer Anlauf mit Duo Altmann/Gönel



„Natürlich war die erste Enttäuschung riesengroß, aber die Welt geht jetzt davon nicht unter“, bleibt Manfred Emberger gelassen. Und kündigt für die kommende Spielzeit – nun mit dem gleichberechtigten Trainer-Duo Stefan Altmann/Gökay Gönel, Hubert Scheingraber hat aufgehört – einen neuen Anlauf an: „Wir wollen in die Top-Drei kommen. Wir haben viele gute, talentierte Spieler, so gut wie alle Eigengewächse, auf die wir auch in Zukunft bauen und die es schaffen können“.

Auch ein altbekanntes Gesicht ist wieder dabei: Dennis Fischl, zuletzt Spielertrainer beim Kreisklassen-Konkurrenten FC Moos, kehrt zum FCH als Spieler zurück. Mit ihm hat der Verein als Spielertrainer in der Saison 2019/21 die Kreisliga Straubing erreicht.