Demnächst muss eine Querabtrennung im Dachraum versetzt werden.
Lallinger Kirchensanierung schreitet voran

19.06.2024 | Stand 19.06.2024, 11:00 Uhr |

Im Traufbereich des südlichen Langhauses wird die neue Lattung für die Biberschwanzdeckung angebracht. − Fotos: Bernhard Süß

Zug um Zug schreiten die umfangreichen Renovierungsarbeiten im Dachbereich der Lallinger Pfarrkirche St. Stephanus voran. Demnächst muss eine Querabtrennung im Dachraum etwa in der Mitte des Langhauses versetzt werden, um die Arbeiten zur Dachrenovierung im westlichen Bereich fortsetzen zu können. Das geschieht in Absprache mit der dafür zuständigen Fledermausbeauftragten Susanne Morgenroth. In der Querabtrennung befinden sich zwei Flugöffnungen, durch die die Fledermäuse in einen abgedunkelten Bereich fliegen können und in extra dafür gefertigten Unterkünften Schutz finden.

Handwerker mehrerer Gewerke sind seit Monaten damit beschäftigt, den Dachstuhl und die Dacheindeckung auszubessern und zu erneuern. Die Zimmerer müssen die Fußpunkte der Sparren im Bereich der Mauerauflage ausbessern und die Dachkonstruktion wieder auf Vordermann bringen. Dabei wird möglichst viel der alten Bausubstanz wiederverwendet und irreparabel geschädigte Bauteile erneuert. Die Lattung wird komplett erneuert, ebenso wie die Dacheindeckung mit Biberschwanzdachziegeln, die auch mit Sturmklammern versehen werden. Spengler verlegen Kupferblech etwa im Anschlussbereich an den Kirchturm. Die Baumeisterarbeiten beinhalten auch die Wiederherstellung der Mauerkrone und des Traufprofils.

Der Dachstuhl im Bereich der Vorhalle des Hauptportals war vom Hausbock befallen, weshalb in diesem Bereich der Dachstuhl komplett erneuert werden muss. Auch weil die vorgefundenen Schäden umfangreicher vorhanden waren als ursprünglich angenommen, führte das bereits zu Mengenmehrungen bei der Bauholzlieferung. Trotz der Schäden kann der Dachstuhl ohne Stahlprofilkonstruktionen in reiner Zimmermannsbauweise instandgesetzt werden.

Auch die Glaser sind bereits am Werk: Die Kirchenfenster werden nach und nach ausgebaut und nach Beseitigung von Verformungen wieder eingesetzt. Elektriker kümmern sich um die Erneuerung des Blitzschutzes, wofür auch ein neues Erdungsband verlegt werden muss. Der Außenputz wird im Bereich unterhalb der Fenster soweit geschädigt erneuert, Maler beseitigen Putzrisse. Zur Abdichtung gegen eindringende Feuchtigkeit wird unterhalb des Sockels auch eine Lehmdichtung eingebaut.

Da an der westlichen und südlichen Außenmauer knapp 30 Grabsteine sehr nahe an der Kirchenmauer stehen, müssen diese vorübergehend entfernt werden, um die Sanierungsarbeiten am Sockel durchführen zu können. Nach Abschluss der Arbeiten werden die Steine wieder aufgestellt.

Architekt Franz Heubl ist sehr zufrieden mit der Qualität, die die zahlreichen Handwerker abliefern, wie auch die Bauherren-Vertreter Kirchenpfleger Michael Klampfl und Pfarrer Philipp Höppler bestätigen. Wegen teilweiser Lieferverzögerungen des benötigten Materials und der zahlreichen nicht vorhersehbaren zusätzlichen Schäden befürchtet er trotz bereits erfolgter Nachkorrekturen jedoch, dass der vorgesehene Zeitplan mit Abschluss der Arbeiten Anfang Oktober nicht ganz einzuhalten sein wird.