Donau-Hochwasser
Großeinsatz: Teil des Deggendorfer Hafens soll gezielt unter Wasser gesetzt werden

05.06.2024 | Stand 05.06.2024, 22:03 Uhr |

Mit Sandsäcken wird der Bereich abgetrennt, der unter Wasser gesetzt werden soll.  − Fotos: Stefan Schmidbauer

Das Donau-Hochwasser macht in Deggendorf doch noch unerwartete Probleme: Im Hafen im Stadtteil Deggenau sorgt das Grundwasser für Ärger. Damit keine Schäden entstehen, soll ein Teil des Geländes gezielt unter Wasser gesetzt werden.



Alles zum Hochwasser lesen Sie in unserem Liveblog.

Wie Landrat Bernd Sibler als Vorsitzender des Hafen-Zweckverbands und Werkleiter Christian Hantke vor Ort erläuterten, steht wegen des hohen Donau-Pegels das Grundwasser im Hafen „unmittelbar unter dem Pflaster“. Um Schäden durch den Grundwasser-Druck zu vermeiden, soll nun gezielt Gegendruck erzeugt werden – ebenfalls mit Wasser. Es ist deshalb geplant, einen Teil der Freiflächen etwa 15 bis 20 Zentimeter unter Wasser zu setzen. Dafür wolle man kein schlammiges Wasser aus der Donau nehmen, sondern sauberes Grundwasser, erläuterten Sibler und Hantke.

Werkleiter: Verfahren anders als 2013



Der Werkleiter betonte, dass diese Maßnahme nicht mit der Überflutung des Hafens beim Katastrophenhochwasser 2013 zu vergleichen sei. Damals sei das gesamte, 70.000 Quadratmeter große Gelände unter Wasser gestanden. Nun sollen etwa 20.000 Quadratmeter Freifläche unter Wasser gesetzt werden. Das restliche Gelände wird mit Sandsäcken geschützt, insbesondere die Hallen.

Die Abgrenzung des zu flutenden Bereichs und der Schutz der Anlangen hat am Mittwochmittag begonnen. Vor Ort ist ein Großaufgebot des Technischen Hilfswerks sowie mehrerer Feuerwehren. Die Vorbereitungen dürften mehrere Stunden dauern.