Tarifabschluss in der Zuckerindustrie
5,5 Prozent mehr Geld: Beschäftigte der Plattlinger Zuckerfabrik profitieren

02.04.2024 | Stand 02.04.2024, 17:00 Uhr

Die Beschäftigten der Plattlinger Zuckerfabrik dürfen sich nach dem Tarifabschluss unter anderem über mehr Geld freuen. − Foto: Summer/Archiv

„Das klare Signal der Beschäftigten, dass sie zu Streiks bereit sind, hat dieses Ergebnis möglich gemacht“, sagte Freddy Adjan, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zum am Donnerstag abgeschlossenen Tarifvertrag für die rund 5700 Beschäftigten der deutschen Zuckerindustrie.

„Das Gesamtpaket passt“



„Mit dem neuen Tarifvertrag steigen die Löhne in der Branche um 5,5 Prozent. Zusätzlich gibt es deutlich und dauerhaft mehr Urlaubsgeld und faire Lösungen für die Azubis – das alles bei der angestrebten kurzen Laufzeit von zwölf Monaten. Das Gesamtpaket passt“, ließ sich Adjan in einer Pressemitteilung der NGG zitieren.

Der dritten Verhandlungsrunde in Niedernhausen in Hessen mit den Arbeitgebern der Zuckerindustrie waren zwei erfolglose Verhandlungen vorangegangen.

Mehr Lohn und höheres Urlaubsgeld



Der neue Tarifabschluss sieht der NGG zufolge unter anderem vor: Ab dem 1. April erhalten alle Beschäftigte 5,5 Prozent mehr Geld. Zudem bekommen sie dauerhaft mehr Urlaubsgeld: Es steigt von jährlich 613,50 Euro auf 1020 Euro (Vollzeit). 100 Euro mehr gibt’s für Auszubildende sowie einen zusätzlichen freien Tag zur Vorbereitung der Abschlussprüfung. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von zwölf Monaten. Davon profitieren nun auch rund 240 Beschäftigte des Südzucker-Werks in Plattling.

Vor zwei Wochen berichtete die PZ über die Streikdrohung der NGG. NGG-Geschäftsführer Kurt Haberl warnte gar vor einem „gewissen ,Zucker-Defizit‘“. Die Gewerkschaft hatte unter anderem ein Lohn-Pus von 9,8 Prozent und 190 Euro monatlich mehr für Azubis gefordert.

− pz/chh