Reichenhaller Bergwacht im Einsatz
Wanderer aus Niederbayern geraten zwischen Zwieselalm und Hochstaufen in Bergnot

17.05.2024 | Stand 17.05.2024, 21:48 Uhr |

„Christoph 14“ war im Einsatz. − Foto: BRK BGL

Ein 61-jähriger Einheimischer, sein Neffe und seine Freundin aus Niederbayern sind in Bad Reichenhall (Landkreis Berchtesgadener Land) in Bergnot geraten. Die Bergwacht konnte alle drei sicher ins Tal bringen. Auch bei weiteren Einsätzen waren die Ehrenamtlichen in den vergangenen Tagen gefragt.



Das unverletzte Trio war am Mittwochnachmittag im Abstieg von der Zwieselalm über den blauen Steig in Richtung Bartlmahd am Hochstaufen abgezweigt, kam dann aber wegen der stellenweise alpinen Steigverhältnisse und der schwülwarmen Witterung erschöpft nicht mehr weiter, berichtet die Bergwacht.

Die drei setzten per App einen Notruf ab. Ein Telefonat war aufgrund des zeitweise schlechten Handynetzes zunächst nicht möglich. Da die Wanderer nicht geortet werden konnten und auch ihr Zustand nicht klar war, forderte die Einsatzleiterin den Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ an. Die Besatzung konnte die Wanderer aus der Luft sichten, nahm am Flatscherreindl im Nonner Unterland einen Bergretter auf und setzte Notarzt und Bergretter mit der Winde an der Einsatzstelle ab.

Der Heli brachte in insgesamt drei weiteren Anflügen einen weiteren Bergretter zum Blausteig und nahm jeweils einen Retter und einen Wanderer mit der Winde auf und flog sie ins Tal. Die Geretteten mussten nicht ins Krankenhaus.

Stoißer Alm: 57-jähriger Radler schwer gestürzt

Bereits am Mittwochmittag war gegen 12 Uhr ein 57-jähriger Radler aus dem Landkreis Traunstein bei der Abfahrt von der Stoißer Alm am Teisenberg kurz unterhalb der Kapelle schwer gestürzt, wobei er sich an der Schulter, am Unterarm und im Gesicht verletzte. Die Leitstelle schickte „Christoph 14“, den Rettungswagen des Teisendorfer Roten Kreuzes, die Bergwacht-Einsatzleiterin und die Bergwacht Teisendorf-Anger los, die mit dem Rettungsfahrzeug und dem All-Terrain-Vehicle (ATV) ausrückte.

Die Einsatzkräfte versorgten den schwer Verletzten gemeinsam und flogen ihn zum Klinikum Traunstein. Die Bergwacht fuhr anschließend das Radl ins Tal.

Leuchtrakete und Lichtzeichen gesichtet

Am Mittwochmorgen gegen 5.30 Uhr hatte jemand von Piding aus eine Leuchtrakete am Signalkopf im östlichen Lattengebirge gesehen, die dann bei der Abklärung durch die Einsatzleiterin einer Bundeswehr-Übung im Kirchholz zugeordnet werden konnte, das in direkter Sichtlinie davor liegt. Am Dienstagabend wurden gegen 21.45 Uhr Lichtzeichen am Hochstaufen gemeldet, die sich bei der Abklärung durch die Bergwacht als Wanderer im Abstieg über die Bartlmahd entpuppten.

Holländerin an der Saalach gestürzt

Am Sonntag war gegen 16 Uhr eine 70-jährige Holländerin mit ihrem Radl an der Saalach zwischen Sichlersteg und Unterjettenberg schwer gestürzt. Die Reichenhaller Bergwacht nahm am Steg die Besatzung des Reichenhaller Notarzteinsatzfahrzeugs auf, fuhr weiter zur Unfallstelle, wo die Retter die Frau gemeinsam versorgten und zum Ulrichsholz fuhren, wo sie eine Rettungswagen-Besatzung des Reichenhaller Roten Kreuzes übernahm und in die Kreisklinik Bad Reichenhall einlieferte.

Gegen 13.20 Uhr wurde über Notruf ein vermeintlich abgestürzter Gleitschirm am Hochstaufen-Jagersteig gemeldet, der sich bei der Abklärung durch die Bergwacht und den Polizeihubschrauber, der auf Rückflug vom Königssee war, aber als optische Täuschung entpuppte: Durch die wechselnde Bewölkung und den Kontrast zwischen Fels, Altschnee und Latschen sah es so als, als ob im Wind immer wieder ein Schirm hochflattern würde.

Bereits gegen 10.45 Uhr brauchte eine 46-Jährige aus Niederbayern Hilfe, die sich an der Neuen Traunsteiner Hütte auf der Reiter Alpe schwer am Sprunggelenk verletzt hatte. „Christoph 14“ versorgte die Frau und flog sie zum Klinikum Traunstein. Die Bergwacht war mit drei Rettern zur Unterstützung in Bereitschaft.