Umstrittenes Bauprojekt
Wald weicht für neues Baugebiet an der Römerstraße in Ainring

Für das Vorhaben an der Bundesstraße 20 werden aktuell die Bäume gefällt

23.02.2024 | Stand 23.02.2024, 17:00 Uhr

„Das tut mir im Herzen weh“, sagt Anwohnerin Veronika Brandmeier zu den Rodungsarbeiten. − Fotos: Stefanie Weschler

Am Donnerstag begannen die Rodungsarbeiten für das neue Baugebiet an der Römerstraße in Bruch. Bekanntlich sollen entlang des Lärmschutzwalls vier Reihenhausanlagen und eine Tiefgarage entstehen.

Auf großen Widerstand stößt dieses Projekt nach wie vor bei den Anliegern (wir berichteten). Sie befürchten vor allem eine zu starke Verkehrszunahme in der Siedlung und eine zu dichte Bebauung. Kritisiert wird auch, dass dafür Bäume gefällt werden müssen. Den zugrunde liegenden Bebauungsplan „Römerstraße-Ost“ beschloss der Gemeinderat im Juli vergangenen Jahres einstimmig als Satzung, seit August ist der Plan rechtskräftig.

Auf Anfrage teilt die Gemeinde mit, dass das geplante städtebauliche Konzept die Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum ermögliche. Die Parzellen werden von der Scharl Wohnbau GmbH errichtet und sollen zu vergleichsweise günstigen Konditionen an Einheimische vergeben werden. Auf der im Rathaus geführten Bewerberliste seien derzeit mehr als 200 Familien gelistet, 68 Familien hätten konkretes Interesse an den 20 zu vergebenden Wohneinheiten gezeigt. Durch die Erhöhung des Walls entlang der Bundesstraße um einen Meter werde sich für die Anlieger die Lärmsituation verbessern.

Weiters weist die Gemeinde darauf hin, dass diese Fläche seit mehr als 60 Jahren für eine Bebauung vorgesehen ist. Die Nachbarn hatten während des Verfahrens mit etlichen Stellungnahmen gegen das Bauprojekt protestiert und eine Unterschriftenliste im Rathaus abgegeben. Dazu teilt dieses mit, es könnten nicht immer alle Einwände und Belange berücksichtigt werden, „was uns auch immer leid tut.“

Doch soweit sich die Änderungen im Rahmen der gesetzlichen Zumutbarkeitsschwellen bewegen, „müssen Anwohner solche Änderungen leider hinnehmen.“ In diesem Fall sei es dem Gemeinderat ein großes Anliegen gewesen, eine Bebauung für Einheimische zu ermöglichen, zumal die Eingriffe in die Natur an anderer Stelle „mehr als kompensiert werden.“ Eine Ersatzaufforstung mit heimischen Laubbäumen sei auf einer 8200 Quadratmeter großen Fläche westlich des Ainringer Mooses sichergestellt, auch im Baugebiet selbst würden neue Bäume gepflanzt.