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Symphonie-Blasorchester eröffnet Reigen der Sommernachtskonzerte im Stadtpark Laufen

10.07.2024 | Stand 10.07.2024, 11:04 Uhr |
Alois Albrecht

Es war nicht nur die Musik, mit der das SOB überzeugte, die Mitglieder waren auch gekleidet wie es sich für ein Symphonie Orchester gehört. − Fotos: Alois Albrecht

Mit Besonderheiten begannen die Sommernachtskonzerte im Stadtpark Laufen dieses Jahr. Es war nicht wie üblich eine Blas- oder Trachtenkapelle, die dabei den Ton angab.

Der Organisator der Konzerte, Wolfgang Nobis, hatte für das erste der fünf Konzerte das „Symphonie Blasorchester Chiem-Rupertigau“ (SOB) engagiert, dass er auch selbst dirigierte. Als Besonderheit gab es auch eine viel bestaunte und applaudierte Soloeinlage des mit 17 Jahren Jüngsten des Orchesters Vitus Lexhaller an der Harfe. Eine weitere Besonderheit waren die vom Orchester begleiteten Solostücke von Christoph Öttl am Dudelsack. Schon sein Einmarsch, stilecht bekleidet mit einem schottischen Kilt, erntete viel Applaus, von dem Öttl nach seinen Darbietungen noch mehr bekam.

Das Orchester benötigte nur zwei Proben für den Abend

Begonnen hatte das Konzert ebenfalls sehr passend mit dem Marsch „Jetzt geht‘s los“ von Franz Lehar, arrangiert von Siegfried Rundel. Vielleicht war dieses Stück auch als Anfang einer weiteren Saison der überaus beliebten und romantischen Konzerte im dafür sicher prädestinierten Stadtpark gedacht. Es zeigte sogleich auch die Qualität des Orchesters, in dem viele der Musikerinnen und Musiker aus den Kapellen des gesamten Chiem- und Rupertigaus rekrutiert worden sind. Wie gut sie zusammenspielen, kann sicher auch an den Proben für das Konzert ersehen werden. Nur zwei dieser, am Vorabend und vor dem Konzert, reichten aus, um die Stücke im Konzert einzustudieren.

Im Konzert ging es weiter mit einer neuen Version des „Kuckuckswalzer“ und dem „Schmelzenden Riesen“ von Armin Kofler, für die das Orchester und der auch bei seinem Dirigieren sehr lebhafte Wolfgang Nobis viel Beifall bekamen. Als sehr beeindruckend erwies sich danach Vitus Lexhaller, der trotz seiner Jugend das Harfensolo mit Können und Routine meisterte, wofür er berechtigterweise mit anhaltendem Applaus belohnt wurde. Es war nicht nur Christoph Öttl der mit Dudelsack und Kilt dem Konzert etwas Flair von den Inseln Britanniens und Irland verlieh, auch die Stücke „Highland Cathedral“, von Michel Koch/Uli Roever, bearbeitet und adaptiert von Siegfried Rundel, und „Lord Tullamore“ von Carl Wittrock trugen dazu bei. Mit „Best of Rainhard Fendrich“, arrangiert von Fritz Neubrück, wurde wegen des englischen Titels, aber seines deutschen Namens gleichsam eine Brücke zum Kontinent geschlagen. Mit dem letzten Stück im Konzert, den „Blues Brothers“, ging es allerdings wieder zurück ins Englische.

Neben der Musik gab es an diesem Abend etwas sehr Besonderes: Mit der Übergabe eines Schecks über 3000 Euro aus den Konzerten des SOB und weiteren 1900 Euro aus Spenden dieses Abends erinnerte das SOB daran, dass es seine Zuhörer nicht nur mit seiner Musik begeistert, sondern auch einen großen Beitrag für Hilfsorganisationen, wie dem Hospiz Netzwerk, leistet. Übergeben wurde der Scheck und die Spenden vom Repräsentanten des Musikbundes Ober- und Niederbayern, Thomas Egger, an Dr. Christian Stöberl vom Netzwerk Hospiz.

Thomas Egger nahm die Gelegenheit wahr, für Nachwuchs von jungen Musikantinnen und Musikanten für die Musikkapellen der Gegend zu werben. Die Zugehörigkeit zu diesen Kapellen sei ein großartiges Erlebnis für alle Kinder und Jugendlichen, ihre Freizeit zu gestalten und dabei auch etwas Einmaliges zu erlernen, mit dem sie nicht nur sich selbst, sondern auch anderen eine Freude bereiten, versprach Egger.

Jedenfalls zeigte dieses Konzert, dass auch mehrheitlich aus dem symphonischen Bereich stammende Darbietungen durchaus zu den romantischen Abenden im Park passen und vielleicht für die Zukunft öfter eingeplant werden.

Einstweilen können sich die Gäste im Park aber schon auf die heuer noch anstehenden Konzerte freuen – zunächst am heutigen Donnerstag, 11. Juli, um 20.30 Uhr mit der Musikkapelle Anthering – und dabei hoffen, dass der Sommer gnädig ist und das Wetter mitspielt.