Berchtesgadener Alpen
Pidinger (55) stürzt auf der Schlafenden Hexe 50 Meter ab und verletzt sich tödlich

13.10.2023 | Stand 13.10.2023, 15:09 Uhr

Mitten in der Nacht waren Polizei und Bergwachten auf der Suche nach dem 55-jährigen Bergläufer aus Piding.  − Foto: BRK BGL

Ein 55-Jähriger aus Piding ist am Donnerstagnachmittag am Signalkopf (Berchtesgadener Land) abgestürzt und hat sich dabei tödlich verletzt. In der Nacht auf Freitag um kurz nach 2 Uhr hat ihn ein Suchtrupp von Polizei und Bergwachten etwa 50 Meter unterhalb und südlich des Gipfels gefunden.



Laut Berichten von Rotem Kreuz und Berchtesgadener Polizei schickte der Mann am Mittag seiner Mieterin noch ein Foto vom Gipfel. Da er in den späten Abendstunden nicht zurückkam, meldete die Frau den 55-Jährigen bei der Reichenhaller Polizei als vermisst. Auch über das Handy, das im Bereich des östlichen Lattengebirges eingeloggt war, war er nicht mehr zu erreichen. Das Auto des Vermissten stand noch am Parkplatz.

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Die gegen 22.40 Uhr alarmierte Bergwachten Bad Reichenhall, Freilassing, Teisendorf-Anger und Traunstein suchten mit 17 Einsatzkräften und der Wärmebild-Drohne den Fuß der Signalkopf-Nordwand und die verschiedenen Wege von Hallthurm und vom Eisenrichter zum Gipfel hinauf ab. Zunächst war unklar, ob der fitte Läufer überhaupt noch im Gebiet der Schlafenden Hexe ist oder ob das Suchgebiet ausgeweitet werden muss.

Eintrag im Gipfelbuch entdeckt



Um 1.30 Uhr waren Bergretter am Gipfel und sahen einen Eintrag des Vermissten im Gipfelbuch. Gewissheit verschaffte dann die Besatzung des Polizeihubschraubers „Edelweiß3“, die ab 1 Uhr aus der Luft unterstützte, gegen 2 Uhr das Handy des Mannes orten konnte und die Fußmannschaften per Scheinwerfer durch den dichten und unübersichtlichen Bergwald lotste. Da im steilen Schrofen- und Waldgelände die Chance bestand, dass der mutmaßlich abgestürzte Mann noch lebt, ließ der Einsatzleiter den Bergwacht-Notarzt nachalarmieren. Gegen 2.30 Uhr hörte die Bergwacht dann das Handy klingeln und fand wenige Minuten später auch den tödlich Abgestürzten. Der Einsatz wurde gegen 3 Uhr bedingt durch die Dunkelheit und das steile Absturz-Gelände unterbrochen.

Bergung am Freitagvormittag



Die Bergung des Verstorbenen fand am Freitagvormittag von 8.30 bis 10.30 Uhr gemeinsam mit der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) der Polizei und der Besatzung des Polizeihubschraubers „Edelweiß 2“ statt. Ein Polizeibergführer und ein Bergretter wurden mit der Winde an der Einsatzstelle an der steilen Südostflanke des Signalkopfs abgesetzt, damit sie den Unfall aufnehmen und den Toten bergen können. Diesen flog Heli dann ins Tal, wo der Schellenberger Bergwacht-Notarzt die Totenbescheinigung ausstellte. Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt es nach den ersten Ermittlungen der Polizei nicht.

− red