Kreistag stimmt Vorentwurf zu
Neue Berufsschule in Freilassing: Freigabe für Vorentwurf – Kostenschätzung bei 131 Millionen Euro

12.02.2024 | Stand 12.02.2024, 19:00 Uhr

Auf dieser Visualisierung sind der Campus und das neue Werkstattgebäude zu sehen.

Bildung ist eine wichtige Investition in die Zukunft, um Fachkräfte in der Region zu sichern, waren sich alle im BGL-Kreistag einig.

Deshalb hat das Gremium am Freitag der Vorentwurfsplanung zum neuen Beruflichen Bildungszentrum in Freilassing zugestimmt. Nur die Kosten machen den Kreisräten Sorgen. Nach erster Schätzung liegen sie bei 131 Millionen Euro. Es gab auch Rufe nach einem Haushaltsplan für 2024.

Gebäude können aufgestockt werden



Bis zum nächsten Jahr soll die Baugenehmigung vorliegen. Alle Ersatzneubauten sollen so errichtet werden, dass die Freiflächen und Sportstätten der benachbarten Realschule im Rupertiwinkel unangetastet bleiben. Im Westen des Grundstücks wird eine neue Erschließungsstraße berücksichtigt, wodurch neues Wohngebiet entstehen könnte.

Drei Baukörper sollen sich um einen Campusplatz gliedern, alle dreigeschoßig ausgelegt. Die Schulungsgebäude können durch eine leichte Holzbauweise aufgestockt werden, wie aus dem Vorentwurf hervorgeht.

In Bauteil 1 ist ein Werkstattgebäude geplant, das künftig Bauteil C ersetzt. Drei eingeschoßige Werkhallen sind für die Fachbereiche KFZ, Bau und Holz zusätzlich zum dreistöckigen Hauptgebäude vorgesehen. Dort sollen unter anderem Maschinenräume, Bauhallen, Wasch- und Umkleideräume, Garagen, Klassenzimmer sowie Salons für die Körperpflege entstehen.

Bauteil 2 ist für die Fachbereiche Gastronomie, Tourismus und Sozialpädagogik bestimmt, als Ersatz für Bauteil A. Darin untergebracht sind zwei Unterrichtsküchen im Erdgeschoß sowie zugehörige Gruppenräume und Küchenlager. An die Küchen grenzen Restaurants an. Der Innenhof wird als Übungsbiergarten und Kräutergarten genutzt. Unten Praxis, oben Theorie: In den oberen beiden Stockwerken sind Klassenzimmer vorgesehen. In das zweite Obergeschoß soll unter anderem der neue Fachbereich Sozialpädagogik integriert werden.

Eine Verwaltung und eine Aula sollen in Bauteil 3 installiert werden. Geplant ist ein Eingangsfoyer mit Bibliothek, Medien und Aufenthaltsbereichen. In der ersten Etage werden Räume für Schulverwaltung, Lehrer und den Fachbereich Wirtschaft installiert. Das zweite Obergeschoß wird vom Fachbereich Wirtschaft genutzt. Bauteil 3 ist als optionaler langfristiger Ersatz für Bauteil B gedacht, das etwa weitere 15 Jahre in Betrieb bleiben wird.

Damit die Fachakademie für Fachpädagogik frühzeitig an den Start gehen kann, ist ein Provisorium vorgesehen. Darin sind sechs Klassenzimmer mit je etwa 66 Quadratmetern geplant. Das Interimsgebäude hat keine WC-Anlage, da diese im angrenzenden Bauteil B genutzt werden können. Landrat Bernhard Kern bekräftigte gegenüber dem Kreistag: „Die Fachakademie wird ab Herbst 2024 in Betrieb gehen.“

Der Campus fungiert als Treffpunkt und grüne Mitte der neuen Schulanlage. In der nördlichen Hälfte sollen körperliche Betätigungen möglich sein. „Als abstrakt inszenierte Natur“ wird die südliche Hälfte bezeichnet. Laut Projektplanern bietet sie „sowohl Verweilqualität als auch ökologische Funktionen“. Nach Süden öffnet sich der Campusplatz und grenzt dort an die Sportinfrastruktur der Realschule im Rupertiwinkel an.

• Erreichbarkeiten: Über einen Vorplatz an der Kerschensteinerstraße sollen Fußgänger den Campus erreichen können. Für Privatfahrzeuge wird die Anlage weiterhin von Norden zugänglich sein, über die Georg-Wrede-Straße. An deren Ende befindet sich ein Parkplatz für Lehrer und Schüler.

Auch der Antrag der Grünen (wir berichteten) für ein zukunftsorientiertes Wassermanagement wurde in den Plan aufgenommen. Demnach sollen Hallendächer begrünt werden. Aufgrund des Wasserspeichervermögens wird der Hochwasserschutz sicherer. Durch das Gründach verbessert sich die CO2-Aufnahme und Feinstaubbindung.

Weiter ist ein Regenrückhalt über Retentionsflächen und Mulden geplant. Vorteile: Die Biodiversität wird gefördert und die Grünflächen kühlen die Anlage ab. Das Regenwasser soll in Zisternen gespeichert werden. Verwendet werden kann es für die Toilettenspülung, als Brauchwasser für Bau oder für die Bewässerung.

Nachdem der Kreistag grünes Licht gab, soll nun die Entwurfsplanung erarbeitet werden. Zudem widmen sich die Projektverantwortlichen der Genehmigungsplanung für die Bauteile 1 und 2. Die benötigte Haushaltsmittel für das laufende Jahr betragen 7,9 Millionen Euro.

Matthias Aschauer: „Wer soll das zahlen?“



Laut Sachvortrag werden die Kosten auf 131 Millionen Euro geschätzt. „Wer soll das zahlen?“, fragte Matthias Aschauer (FWG), der als einziger gegen die Vorentwurfsplanung stimmte. „Ich bin absolut für die Berufsschule. Nur die Kosten sind massiv hoch.“

Landrat Bernhard Kern erwiderte, man wolle die Kosten senken. Ihm sei wichtig, dass das Bauteil 1 sowie die Fachakademie für Sozialpädagogik durch den Beschluss nun in Angriff genommen werden können.

Roman Niederberger (SPD) gab zu bedenken, dass der Beschluss in einer haushaltslosen Zeit gefasst wird. Den Haushaltsplan für das Jahr 2024 hat der Kreistag immer noch nicht verabschiedet. Er wünschte sich, zeitnah in die Beratungen einzusteigen, damit in diesem Jahr auch weitere Projekte im Gremium angestoßen werden können.


 Der Stadtrat Freilassing wird am Dienstag, 20. Februar, den Neubau der Berufsschule behandeln.