Atheneum Koekelberg neue Partnerschule
Im Vorfeld der Europawahl: Laufener RGL-Schüler besuchen Brüssel

24.05.2024 | Stand 24.05.2024, 10:43 Uhr

Der Besuch der Laufener Schüler im EU-Parlament stand ganz im Zeichen der Europawahl, die ab 16 Jahren möglich ist. − Foto: Thomas Stolz

Das P-Seminar Französisch des Rottmayr-Gymnasiums Laufen (Landkreis Berchtesgadener Land) war im Vorfeld der Europawahl (9. Juni) unter anderem beim EU-Parlament in Brüssel. Das Atheneum Koekelberg ist eine neue Partnerschule des RGL.

Was haben Bierkästen und Camembertschachteln gemeinsam? Sie sind in ihren Herkunftsländern nicht wegzudenken, würden aber gegen die neue EU-Richtlinie zur Verpackung verstoßen, weil sie mehr als 40 Prozent Leervolumen enthalten oder aus Holz bestehen: Das ist nur eins von vielen Beispielen, das den 14 Schülerinnen und Schülern des Rottmayr-Gymnasiums Laufen bei ihrem – vom Erasmus-Programm der EU geförderten – Besuch in Brüssel anschaulich zeigte, wie nationale Eigenheiten Einfluss auf EU-Entscheidungen haben.

Arbeit der EU kennengelernt



Von solchen Entscheidungsprozessen und generell von der Arbeit im EU-Parlament wurde dem P-Seminar Francophonie von Julian Finkenthei berichtet. Der Mitarbeiter des EU-Parlaments führte die Gruppe durch das EU-Gebäude, zeigte ihnen den Plenarsaal und ermöglichte ihnen auf anschauliche Weise, die Arbeit der Europäischen Union und ihrer Institutionen kennenzulernen, heißt es in einem Bericht des RGL.

Zweisprachigkeit ist im belgischen Unterricht völlig normal



Ihre neuen Kenntnisse vertieften die Elftklässlerinnen und Elftklässler beim anschließenden Besuch des interaktiven Museums Experience Europe bei der EU-Kommission. Viel wichtiger als dieses Faktenwissen sei jedoch das neu gewonnene Bewusstsein der Jugendlichen, in einem gemeinsamen Europa zu leben, heißt es im Bericht weiter. Unterlegt wird dieses Bewusstsein durch Aussagen von Schülern. Ein gemeinsames Europa „bietet für uns alle einen Mehrwert, da wir uns dadurch alle verbunden fühlen“, sagte Adrian. Maya meinte: „Ein gemeinsames Europa gibt uns Sicherheit“, wozu Luisa ergänzte: „Dank eines gemeinsamen Europa können wir als Gemeinschaft auch einen „Einfluss auf die Weltpolitik und die Weltwirtschaft nehmen“.

Beim Besuch an der neuen Partnerschule des RGL in Brüssel, dem Atheneum Koekelberg, erklärte die stellvertretende Schulleiterin den Schülern das flämische Schulsystem, das sich in einigen Punkten deutlich vom bayerischen unterscheidet: So haben die flämischen Schüler zum Beispiel mehr Wahlmöglichkeiten bei einzelnen Fächern. „Beim gemeinsamen Unterricht war beeindruckend, wie normal Zweisprachigkeit an belgischen Schulen ist“, heißt es im RGL-Bericht weiter.

Tagesausflug nach Flandern



Der Tagesausflug nach Gent im Flandern verschaffte den Schülern dann einen Einblick in die flämische Kultur. Beim Besuch des Maison de la Francité in Brüssel stand wiederum die französische Sprache im Fokus. Die Schüler/innen nahmen an einem Workshop zum Thema Französisch in der Welt teil. Es wurden zum Beispiel Unterschiede zwischen dem in Frankreich gesprochenen Französisch und dem Französisch Belgiens besprochen. Zum Abschluss besuchte das Seminar das Magritte-Museum in Brüssel – ein Künstler, der in seinen Bildern wiederum seine eigene surreale Sprache spricht. Auf diese Weise gewannen die Schüler in den fünf Tagen der Studienfahrt vielfältige Eindrücke über die Francophonie, über Sprache und Kommunikation im Allgemeinen und über Europa. Der Kontakt zur neuen Partnerschule wird im kommenden Schuljahr ausgebaut.

− red