Spektakulärer Einsatz

Fotos und Video: Lok in Freilassing geht in Flammen auf und rollt los

20.01.2023 | Stand 21.01.2023, 10:13 Uhr

Eine führerlose Lok ist in der Nacht auf Freitag im Landkreis Berchtesgadener Land in Brand geraten und hat für einen Großeinsatz gesorgt. −Foto: BRK Freilassing

Zu einem spektakulären Einsatz sind mehrere Feuerwehren in der Nacht auf Freitag im Landkreis Berchtesgadener Land ausgerückt: Eine unbesetzte, brennende Lok hat sich selbstständig gemacht - Fotos und ein Video zeigen das ganze Ausmaß.



Kurz vor 3 Uhr geht der Alarm ein: „Brand Zug“, heißt es. Ein Großaufgebot rückt zur Bahnstrecke Freilassing – München bei Straß in der Gemeinde Ainring aus. Auch die Feuerwehr Freilassing ist auf Anfahrt, schildert Rochus Häuslmann, erster Kommandant der Feuerwehr Freilassing, hört über den Funk aber: Der brennende Zug steht nicht mehr. Er rollt.

Weitere Eindrücke vom Löscheinsatz und vom Ausmaß des Schadens sehen Sie in unserer Fotostrecke.

Bevor die ersten Einsatzkräfte löschen können, setzt sich die brennende Lok auf dem leichten Gefälle in Bewegung und fährt in Richtung Freilassing. Den Feuerwehrlern bleibt nichts anderes übrig: Sie nehmen mit ihren Fahrzeugen die „Verfolgung“ auf, erzählt Häuslmann weiter. Wie das Bayerische Rote Kreuz (BRK) Freilassing im Einsatzbericht schildert, ist die „Geister-Lok“ mittlerweile mit hoher Geschwindigkeit unterwegs.

Freilassinger Kommandant: „Außergewöhnlich“



Ein Notfallmanager der Deutschen Bahn sperrt die Zugstrecke und leitet die führerlose Bahnbaumaschine durch entsprechende Weichen auf ein Abstellgleis östlich des Freilassinger Bahnhofs. Dort wird die Lok mit einem Prellbock gestoppt, die Feuerwehr kann endlich löschen. Zunächst aus sicherer Entfernung, als die Oberleitung freigeschaltet und geerdet ist, auch gezielter.

„Außergewöhnlich“ war der Einsatz, fasst Kommandant Rochus Häuslmann zusammen. Der Einsatz endete gegen 9 Uhr morgens ohne Verletzte. Beteiligt waren nach Auskunft des BRK neben den Feuerwehren aus Ainring, Bad Reichenhall, Freilassing, Teisendorf und Weildorf die Kreisbrandinspektion, der Bahn-Notfallmanager, der Fachberater des Technischen Hilfswerks (THW), mehrere Streifen der Bundes- und der Landespolizei sowie das Rote Kreuz mit zwei Rettungswagen aus Teisendorf und Freilassing, dem Freilassinger Notarzt und dem Einsatzleiter Rettungsdienst.

Warum die Lok in Brand geriet und wie hoch der entstandene Schaden ist, war bislang unklar. Die Ermittlungen dazu dauern laut Bundespolizei an. Der Vorfall hatte massive Auswirkungen auf den Bahnverkehr von und nach Freilassing. Laut Auskunft der Bundespolizei von Freitag, 15.30 Uhr, funktionierte der Fern- und Nahverkehr dann wieder uneingeschränkt. Einzig die Korridorzüge, die ihr Ziel nicht auf deutschem Staatsgebiet haben – etwa Verbindungen nach Innsbruck – wurden noch weiträumig umgeleitet. Am Samstag soll die Lok geborgen werden.