Bürgermeister tauschen sich aus
Flughafen-Sanierung: Salzburg will gegenüber Freilassing „offen und ehrlich spielen“

12.06.2024 | Stand 12.06.2024, 17:00 Uhr |

Bürgermeister Bernhard Auinger aus Salzburg (links) war zu Gast bei seinem Freilassinger Amtskollegen Markus Hiebl. − Foto: Stadt

Anfang Mai übernahm Bernhard Auinger das Amt des Bürgermeisters der Stadt Salzburg. Frisch im Amt, aber bereits mit einem wertvollen Erfahrungsschatz aus den vergangenen Jahren als Salzburgs Bürgermeister-Stellvertreter im Gepäck, besuchte er auf Einladung von Freilassings Stadtoberhaupt Markus Hiebl die bayerische Nachbarstadt, berichtet die Verwaltung.

Über Radweg sollen wieder Gespräche geführt werden
Vor allem im verkehrlichen Bereich gibt es enge Verbindungen, die weiter ausgebaut werden können. Neben der existierenden Linie 24 und der S-Bahn sollen auch die Gespräche über einen Radweg zwischen den beiden Kommunen wiederaufgenommen werden, kündigte Bernhard Auinger an. „Eine bessere Vernetzung zwischen den beiden Städten sollte unser Ziel sein. Gibt es hierfür Chancen, sollten wir darüber reden“, schließt der Rathauschef aus Freilassing, Markus Hiebl, an.

Dicke finanzielle Brocken auf beiden Seiten zu stemmen
„Genau wie der parteilose Freilassinger Bürgermeister im Stadtrat muss auch Auinger in der Salzburger Stadtregierung durch ausgereifte Ideen und Konzepten zur erfolgreichen Umsetzung von Projekten nach tragfähigen Mehrheiten suchen“, schreibt die Stadt. Hinzu kommen wirtschaftliche Herausforderungen durch große Investitionen, die beide Kommunen in den kommenden Jahren meistern müssen. Während in Freilassing vor allem aktuell der Schulsektor große finanzielle Ressourcen bindet, stehen in Salzburg weitere größere Brocken auf der Agenda. „Dazu gehören die Wohnraumentwicklung und die Erneuerung des Flughafen-Terminals, an dem die Stadt Salzburg finanziell beteiligt ist“, erklärt Bernhard Auinger und leitete damit auf ein heiß diskutiertes Thema über.

Fluglärm: Stadt wünscht bessere Kommunikation
Nicht ohne Kritik wünschte Freilassings Bürgermeister Hiebl zu dieser Thematik eine bessere Kommunikation, vor allem zu der anstehenden Sanierung des Flughafens. „Das nehme ich so mit. Auch mir ist es wichtig, ehrlich und mit offenen Karten zu spielen“, sicherte Auinger zu, „beim Flughafen geht es um eine Sanierung, nicht um einen Ausbau des Flugbetriebs.“ Bürgermeister Markus Hiebl verwies auf das Pistennutzungskonzept, an das die bayerische Seite wieder anschließen möchte, um verbindliche Regularien durchzusetzen.

Ländergrenze trennt, Lebensraum verbindet
Einigkeit bestand bei der Tatsache, dass der Flughafen trotz seines Konfliktpotenzials für beide Städte eine wirtschaftliche Bedeutung hat. „Salzburg und Freilassing sind ein großer Wirtschaftsraum. Wir profitieren gegenseitig von unserer traumhaften Lage. Unsere Unternehmen sehen den Flughafen dabei als großen Vorteil“, beschreibt Salzburgs Stadtoberhaupt. Hinzu kommen die Verflechtungen als gegenseitige Wohn- und Arbeitsorte.

Bürgermeister Hiebl hob vor allem die kulturellen und schulischen Angebote in der Stadt Salzburg hervor, welche die Freilassinger gerne annehmen. „Im Gegenzug nutzen viele Salzburger das Freilassinger Freibad und das Badylon oder kaufen hier ein. Zwar liegt zwischen den Städten eine Ländergrenze, die Menschen verbindet aber derselbe Lebensraum. Darauf können wir aufbauen.“

− red