Letztes Heimspiel gegen Reichertsheim
„Es wird ziemlich emotional“: Saaldorf-Trainer Pascal Ortner hört nach fünf Jahren beim Bezirksligisten auf

03.05.2024 | Stand 03.05.2024, 18:00 Uhr |

Pascal Ortner steht gegen Reichertsheim zum letzten Mal in einem SVS-Heimspiel an der Seitenlinie. − Foto: Bittner

Eine Ära geht zu Ende: Pascal Ortner wird am Sonntag, 5. Mai (14 Uhr), beim Duell SV Saaldorf gegen die SG Reichertsheim-Ramsau/Gars zum letzten Mal in einem Heimspiel des Fußball-Bezirksligisten an der Seitenlinie stehen. Nach fünf Jahren beendet der 43-jährige Österreicher sein Engagement beim Dorfverein. Ein Nachfolger steht bis dato noch nicht fest.

Die Entscheidung begründet der einstige U21-Nationalspieler und Bundesligaspieler der Rot-Weiß-Roten damit, den nächsten Trainerschein in Angriff nehmen zu wollen. Dazu benötigt Ortner mindestens ein Jahr Landesliga oder 2. Landesliga in Österreich. Dafür reicht die Bezirksliga letztlich nicht aus. „Natürlich ist ein bisschen Wehmut mit dabei, die Entscheidung ist jetzt aber auch nicht über Nacht gefallen.“ Es habe sich ein Engagement bei einem anderen Verein aufgetan, über das der Coach – Stand jetzt – noch nicht reden, diesen „Step“ allerdings machen möchte.

Mehr Höhen als Tiefen

Der Abschied vom SVS fällt dem Übungsleiter definitiv nicht leicht. „Es war eine richtig schöne Zeit – fünf intensive Jahre mit mehr Höhen als Tiefen. Wir haben uns leistungstechnisch von Jahr zu Jahr verbessert. Die Burschen sind alle in meinem Herzen.“ Sofern es die Zeit zulässt, wird Ortner künftig auch das ein oder andere Heimspiel als Zuschauer verfolgen. „Die meisten Jungs gehen bei mir daheim aus und ein. Das sind ja nicht nur Fußballkollegen, sondern auch Freunde“, betont der Österreicher, der bei seiner Verabschiedung keine Geschenke erwartet. „Ich denke schon, dass sich der Verein etwas überlegt hat, wobei ein Trainer in Saaldorf glaube ich noch nie bei einem Heimspiel verabschiedet worden ist.“ Vielmehr rechnet er damit, dass diejenigen geehrt werden, die „jahrelang ihre Knochen hingehalten haben“. Laut Ortner wird es so oder so „ziemlich emotional. Bei solchen Sachen bin ich relativ nah am Wasser gebaut.“ Saaldorf war für den Coach schon immer etwas Einzigartiges. Man trainiere ja nicht nur die Mannschaft, sondern das gesamte Dorf, das bei den Spielen mit von der Partie ist. „Das gibt es nicht mehr allzu oft.“

Mit dem vorzeitigen Meistertitel des ESV Freilassing verabschiedet sich nach der Saison auch erst mal das Derby zwischen dem SVS und dem Grenzstädtern, wobei der Saaldorf-Coach dem Rivalen den Erfolg durchaus gönnt. „Die Freilassinger waren vor allem eines: clever. Wenn man gegen sie gespielt hat, haben sie gewusst, eine Führung über die Runden zu bringen. Unterm Strich waren sie übers Jahr gesehen die konstanteste Mannschaft, von daher kann ich da nur gratulieren.“ Für Saaldorf sei es natürlich immer schön, ein Derby zu haben. Jedoch: „Das werden wir jetzt schon mal aushalten“, schmunzelt Ortner.

So gut wie alle Mann an Bord

Zunächst steht nämlich erst mal das Duell gegen die abstiegsbedrohte SGRRG an. „Wir werden auf jeden Fall alles tun, um das Spiel zu gewinnen und uns allen einen schönen Abschied zu bereiten“, betont der scheidende Übungsleiter, neben dem auch zwei weitere SVS-Akteure verabschiedet werden sollen. Für das Vorhaben Heimdreier hat der Coach so gut wie alle Mann an Bord. Bis auf Stefan „Steve“ Schreyer, Markus Rehrl (beide Schmerzen im Sprunggelenk) sowie Paul König (Muskelfaserriss) können alle Saaldorfer Akteure mitwirken. Vor allem gibt es Ortner die Möglichkeit, ein paar junge Akteure einzusetzen, die sich ihre Einsatzzeit bereits seit längerem verdient haben.