„Ich möchte hier Profi werden“
Christoph Schaider aus Mitterfelden steigt in die U18 bei Red Bull Salzburg auf

08.06.2024 | Stand 10.06.2024, 10:13 Uhr |

In Aktion: Christoph Schaider (in Weiß) im Salzburger Dress. In der kommenden Saison darf er sich in der U18 beweisen. − Fotos: privat

„Er ist beidfüßig, handlungsschnell, hat eine gute Übersicht und mag einfach Fußball spielen.“ Sehr viel Stolz schwingt bei Stefan Schaider mit, wenn er über seinen Christoph spricht. Der 15-jährige Filius hat nämlich den nächsten Karriereschritt gemacht und steigt nach einem Engagement in der U16 in der kommenden Spielzeit in die U18 des FC Red Bull Salzburg auf. Da es in Österreich keine U17 gibt, steht der junge Kicker vor der Herausforderung, sich in einem Doppeljahrgang durchzusetzen.

Angefangen in der G-Jugend des FC Hammerau durchlief Christoph Schaider eigentlich seit Gründung der Red Bull Akademie 2014 jedes Nachwuchsteam in der Mozartstadt. „Die Luft wird jetzt immer dünner. Doch wir sind stolz auf seine Leistung – schön, dass es für ihn weitergeht“, betont Papa Stefan, welcher früher unter anderem beim SV Kirchanschöring auflief, seine Karriere jedoch inzwischen lange an den Nagel gehängt hat. Stefans Bruder Christian ist aktuell erfolgreich als Übungsleiter beim SV Austria Salzburg (Regionalliga West) aktiv. Die fußballverrückte Familie selbst ist in Mitterfelden daheim, wodurch die Fahrtwege in die Mozartstadt für alle Beteiligten nicht allzu weit sind. Dort besucht Christoph auch das Christian-Doppler-Gymnasium – eine Partnerschule der Akademie. Durch den Sprung in die U18 herrscht damit weiter Planungssicherheit im Hause Schaider.

Tatkräftige Unterstützung der Eltern und Großeltern

Auf die tatkräftige Unterstützung der Eltern und Großeltern kann sich der 15-Jährige verlassen. „Ohne sie würde da bestimmt nicht so viel gehen“, betont der Nachwuchskicker, für den es nun gilt, sich im neuen Team zu beweisen. „Wir fahren immer gut damit, Schritt für Schritt zu denken. Er muss nun versuchen, sich einen Stammplatz zu sichern“, betont Stefan Schaider, der auch weiß, dass sein Sohn wegen des Doppeljahrgangs durchaus um Einsatzzeiten zu kämpfen hat. Doch auch andere Faktoren spielen eine Rolle. „Du musst verletzungsfrei bleiben und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Den Rest kann man ohnehin nicht planen“, so der 43-Jährige weiter.

Der Sohnemann, der sich zunächst im Sturm versuchte und inzwischen auf der Sechser- oder Achterposition wohlfühlt, soll nun einfach nicht die Lust am Kicken verlieren. Das klappt bis jetzt ganz gut. „Wenn morgens um 6 Uhr der Wecker klingelt, höre ich nie ein Murren.“ Dafür ist die Leidenschaft fürs Kicken einfach zu groß. Da die Woche auch sonst gut durchgetaktet ist, bleibt neben dem Fußball nicht viel Zeit für andere Hobbys.

Sein Spielerberater kickte auch mal für die SG Schönau

Die Schaiders arbeiten seit Februar dieses Jahres mit dem österreichischen Ex-Profi Florian Karasek (früher auch mal bei der SG Schönau auf dem Rasen) – einem lizenzierten Spielerberater – zusammen. „Für uns ist es eine Auszeichnung, dass jemand das Talent erkennt und auch weiter verfolgen möchte.“ Die Einflüsse von Eltern seien laut Stefan Schaider lediglich in den unteren Jahrgangsstufen noch da, doch sobald es Richtung Akademie oder gar Profibereich geht, ist diese Form von Unterstützung nicht mehr so da. „Mit einem kompetenten Partner an der Seite fühlt man sich da sehr gut aufgehoben.“

Für den Nachwuchskicker geht auf jeden Fall ein Kindheitstraum in Erfüllung. „Ich wollte schon immer in Salzburg spielen und weiterkommen, daher freue ich mich sehr“, betont Christoph Schaider, der das kommende Engagement in der U18 als Herausforderung sieht. Dabei will er bei den Mozartstädtern weiterkommen und auch bleiben. „Als jüngerer Jahrgang verspürst du im ersten Jahr noch nicht so den Druck, unbedingt zu spielen. Trotzdem werde ich es nicht auf die leichte Schulter nehmen und mich anstrengen“, sagt der 15-Jährige.

Grundsätzlich versteht sich Christoph Schaider mit den älteren Akteuren in der Akademie sehr gut. Da gebe es keinerlei Probleme, sich in die Mannschaften reinzufinden. Dennoch sei es schade, wenn sich Spieler verabschieden müssen, die über die Jahre gute Freunde geworden sind. „Da wünscht man sich schon, mit denen noch länger zusammenspielen zu können, um dann auch außerhalb des Platzes noch schöne Zeiten miteinander zu verbringen“, findet er.

Wie sieht eigentlich so ein typischer Tag beim jungen Schaider aus? Zunächst geht’s um 8 Uhr in die Akademie, ehe dienstags und donnerstags eineinhalb Stunden lang Athletiktraining ansteht. Anschließend muss er sich für die Schule fertigmachen, die von 11 bis 14 Uhr dauert. Per Shuttlebus geht’s dann zur Akademie zum Mittagessen, ehe Training von 16 bis 17.30 Uhr auf dem Programm steht. Danach wird alles nachbereitet. Montags und freitags ist am Vormittag Schulunterricht und am Nachmittag Training.

Christophs Vorbilder: Seiwald, Kroos und Goretzka

Als Vorbilder nennt Schaider Nicolas Seiwald – „ein richtig guter Spieler“ –, Toni Kroos und Leon Goretzka, die mehr oder weniger dieselbe Position wie der Oberbayer in der Mozartstadt bekleiden. Seine Zielsetzung für die kommenden Jahre hat der 15-Jährige klar formuliert: „Ich denke schon darüber nach, hier Profi zu werden.“ Zunächst möchte er sich jedoch in der U18 beweisen, um die Chance zu wahren, zum FC Liefering in die 2. Liga zu kommen und dann möglicherweise den Schritt in die Bundesliga zu schaffen.