Gottesdienst und Gartenfest
Fest zum Jubiläum: 60 Jahre Kindergarten Sankt Raphael in Ainring

18.06.2024 | Stand 18.06.2024, 5:00 Uhr |
Andreas Pils

Die Kinder sprachen beim Gottesdienst die Fürbitten. − Fotos: Andreas Pils

Im voll besetzten Saal des Pfarrzentrums St. Severin waren die Kinder der Gruppen Bienen, Bären, Löwen und Mäusen kostümiert mit Gesten, Gesang, Gebeten und Texten Mitgestalter des Wortgottesdienstes aus Anlass 60 Jahre Kindergarten St. Raphael Mitterfelden (Landkreis BGL).



Der Feier standen Pfarrer Wernher Bien und Kindergartenleiterin Silke Mehr vor. Danach erfolgte ein Festzug angeführt von der Musikkapelle Ainring zur Einrichtung und dort feierten Mitarbeitende, Kinder, Eltern und geladene Gäste, darunter Bürgermeister Martin Öttl, gemeinsam das Jubiläumsfest.

Leiterin findet alte Unterlagen



Bei den Vorbereitungen auf dieses Ereignis stieß Leiterin Silke Mehr auf alte Unterlagen. Der Beschluss zum Bau eines Kindergartens fasste die Kirchenverwaltung Feldkirchen am 13. März 1963. So stand im Protokoll: Die katholische Kirchenstiftung errichtet auf dem Kirchbauplatz Mitterfelden ein Kindergartengebäude. Die Baukosten werden samt Baunebenkosten und Außenanlagen auf 540000 DM geschätzt. Acht Monate später erfolgte die Grundsteinlegung am Sonntag, 24. November 1963 durch den ersten Pfarrer von Feldkirchen, Johannes Reiter. Bereits am 2. November 1964 wurde der Kindergarten in Mitterfelden mit zunächst 40 Kindern eröffnet und im Dezember kamen weitere 40 Kinder hinzu.

Stolz auf die kulturelle Vielfalt



30 Jahre nach Baubeginn erfolgte 1993 eine umfangreiche Gebäuderenovierung. Mittlerweile betreut die Einrichtung hundert Kinder in vier Gruppen. Die kulturelles Vielfalt der Gemeinde Ainring spiegelt sich tagtäglich auch in St. Raphael wider.

„Wir betreuen Kinder von Eltern mit knapp 30 verschiedenen Nationalitäten. Für viele unserer Kinder sind wir die erste Kinderbetreuungseinrichtung. Bei uns treffen Religionen, Familiensysteme, kulturelle Gewohnheiten und Hautfarben aufeinander. Jeder Tag eröffnet neue Wege der Integration für Kinder und Eltern“, sagte Leiterin Silke Mehr. Der Kindergarten sei stolz auf seine kulturelle Vielfalt und sein tägliches Miteinander.

Die anschließende Andacht stand unter dem Thema „Vielfalt“ und die Kinder sangen „Gott baut ein Haus, das lebt“ zum Beginn. Liturgisch eröffnete Pfarrer Wernher Bien mit dem Kreuzeichen, als Zeichen des Glaubens, die Wortgottesfeier. Er freute sich über das Zusammenkommen, um 60 Jahre Kindergarten Mitterfelden zu feiern, und war sehr angetan vom vollen Pfarrsaal. Eine Band aus Mitgliedern der Bands „The Life Jacks“ und „City Rats“ begleitete die Lieder instrumental und mit Gesang. Kindergartenleiterin Mehr begann mit einer Geschichte vom Viertelkreis und den verschiedenen Farben. Alle Kindergartenkinder waren im Verlauf in das Geschehen szenisch eingebunden, hoben bunte Spruchtafeln hoch. Auch ein Erdbeermarmelade-Lied erklang vom CD-Player. Jedes Farbenland zeigte Plakate und die Kinder waren sich einig: „Alle Farben sind schön.“

Hernach sagte Pfarrer Bien, schon zu Zeiten Jesu dachten die Leute, die Erwachsenen sind wichtig, aber schon damals waren die Kinder für Jesus wichtig. Der Seelsorger las dazu eine Geschichte „Jesus und die Kinder“ aus der Kinderbibel vor.

Einige Kinder sprachen anschließend die Fürbitten und danach fassten sich Jung und Alt bei den Händen und sangen das Vaterunser. Es folgte das Dankgebet der Kindergartenleitung. Pfarrer Bien sagte zum Schluss: „Der Herr möge euch reich beschenken und euch beschützen. Freundlich blicke er euch an und wende euch seine Liebe zu. Er sei euch nahe und schenke euch Glück und Frieden.“ Hernach spendete er den priesterlichen Segen.

Viele Mitmach-Stationen beim Fest



Im Innenhof formierte sich der Festzug, der von der Musikkapelle Ainring mit Stabführer Simon Schranz angeführt wurde. Für die Sicherheit sperrte die Feuerwehr die Straßen ab und auch das BRK war mit einem Rettungswagen dabei. Im Garten des Kindergartens waren viele Bierzeltgarnituren aufgestellt und Elternbeirat und Kindergartenmitarbeiter waren für die Ausgabe von Essen und Getränke zuständig. Beim Fest war reichlich Gelegenheit, sich auszutauschen. In beliebiger Reihenfolge konnten die Kinder jeweils in Begleitung eines Erwachsenen die Spielstationen ausprobieren. Die Kinder hatten eine Stationskarte dabei und erhielten nach der Beteiligung einen Stempel. Es gab einen Parcours, wo die Eltern eine Brille aufsetzen mussten. Heißer Draht, Doppelski auf der Spielstraße, Rollerbahnkistenrutschen waren unter anderem angeboten. Die Verkehrswacht hatte mehrere Stationen im Dunkelraum, wo die Kinder etwa an Sicherheitskleidung erkennen konnten, wie man erkannt werden kann. Geräusche hören oder Schilderwald-Erläuterungen standen weiters auf dem Programm. Für Jung und Alt demonstrierte Günter Rauscher den Kindergurtschlitten und gab Infos zu Kindersitzen und Fahrradhelmen.