Walserberg/Burghausen
45 eingepferchte Kinder und Erwachsene – Bundespolizei vereitelt zwei Großschleusungen

22.08.2023 | Stand 12.09.2023, 23:03 Uhr

Diese Bild bot sich Bundespolizisten am Montagnachmittag an der A8 am Walserberg. −Foto: Bundespolizei

Innerhalb weniger Stunden hat die Bundespolizei Freilassing am Montag zwei Großschleusungen vereitelt. Dabei entdeckten die Bundespolizisten insgesamt 45 Geschleuste in zwei Fahrzeugen, darunter Kinder.

An der Grenzkontrollstelle auf der A 8 am Walserberg stoppten die Beamten am Nachmittag einen Mercedes Vito mit polnischer Zulassung. Als der Fahrer, ein 61-jähriger Bulgare, seine Dokumente aushändigte, erkannten sie rasch, , dass sich in dem Kleinbus weit mehr Personen befanden als erlaubt.

Neben zwei Personen auf dem Beifahrersitz entdeckten die Beamten weitere 23 Kinder und Erwachsene im Fahrzeuginneren, also insgesamt mit dem Fahrer 26 Menschen. Die Bänke des Neunsitzers im hinteren Teil des Pkw waren entfernt worden, um die Aufnahmekapazität zu erhöhen. Die Migranten gaben an, aus der Türkei beziehungsweise aus Syrien zu stammen. Über die erforderlichen Einreisedokumente verfügten sie nicht, berichtet die Bundespolizei. Der Bulgare musste sich im Laufe des gestrigen Dienstags wegen Einschleusens von Ausländern unter lebensgefährdenden Umständen vor Gericht verantworten. Die Entscheidung über den weiteren Verbleib der Geschleusten stand zu Redaktionsschluss noch aus.

Zuvor war der Bundespolizei gegen Mittag in Burghausen ein Schleuser ins Netz gegangen. Dort wollten die Beamten einen Kastenwagen mit ungarischer Zulassung an der Grenze kontrollieren. Nach mehreren missachteten Anhaltesignalen hielt das Fahrzeug etwa 30 Meter hinter der Kontrollstelle an und wurde zur nahe gelegenen Bushaltestelle dirigiert. Der Fahrer, ein 28-jähriger Syrer, konnte sich ordnungsgemäß mit seinem syrischen Reisepass und einem schwedischen Aufenthaltstitel ausweisen. Als die Beamten die hintere Tür des Kastenwagens öffneten, entdeckten sie insgesamt 20 Frauen, Männer und Kinder syrischer Herkunft, zusammengepfercht auf der Ladefläche des Fahrzeugs. „Trotz der Hitze und der Enge waren alle Personen wohlauf“, berichtet die Bundespolizei. Ein Drogenschnelltest beim Schleuser verlief allerdings positiv auf THC, woraufhin eine Blutentnahme im Krankenhaus durchgeführt wurde. Gegen ihn hat die Bundespolizei ein Ermittlungsverfahren wegen Einschleusens von Ausländern unter lebensgefährdenden Umständen eingeleitet. Der Beschuldigte wurde einem Richter vorgeführt, der ihn in Untersuchungshaft schickte.

Die Geschleusten wurden teilweise an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge weitergeleitet oder nach Österreich zurückgewiesen.

Die Bundespolizeiinspektion Freilassing registrierte allein im Juli 2023 insgesamt 1059 unerlaubt eingereiste Personen und 29 Schleusungen. Bis Juni waren es insgesamt im Einzugsbereich bis Mühldorf 3275 unerlaubt Eingereiste.