Wohl bewusst herbeigeführt
Tödlicher Geisterfahrer-Unfall auf der A94: Ermittlungen wegen Mordes

Geisterfahrer aus dem westlichen Rottal handelte in suizidaler Absicht

08.02.2023 | Stand 17.09.2023, 3:35 Uhr |

Völlig zerstört wurde bei dem Unfall der Seat des 38-jährigen Geisterfahrers, gegen den nun Ermittlungen wegen Mordes laufen. −Foto: fib

Ein Mann ist am Sonntagabend bei einem Geisterfahrer-Unfall auf der A94 im Landkreis Altötting ums Leben gekommen. Nun ermittelt die Polizei unter anderem wegen Mordes.



Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei ermitteln wegen Mordes in Tateinheit mit vier Fällen des versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und schwerem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr gegen den 38-Jährigen aus dem westlichen Landkreis Rottal-Inn, der am frühen Sonntagabend einen schweren Falschfahrerunfall auf der A94 verursacht hat.

Haftbefehl gegen 38-Jährigen



Wie die bisherigen Ermittlungen von Staatsanwaltschaft, Autobahnpolizei und Kriminalpolizei ergaben, müsse davon ausgegangen werden, dass der 38-Jährige den Zusammenstoß bewusst herbeiführte. Es erging Haftbefehl gegen den Mann. Das hat am Mittwoch das Polizeipräsidium Oberbayern-Süd in Rosenheim mitgeteilt.

Wie die Heimatzeitung unter Berufung auf die Autobahnpolizeistation Mühldorf am Inn bereits berichtete, war es am Sonntagabend zu einem Falschfahrerunfall mit dramatischen Folgen gekommen. Der 38-Jährige fuhr gegen 18 Uhr mit seinem Seat an der Anschlussstelle Altötting entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung auf die Autobahn in Richtung München auf. Dort stieß er mit hoher Geschwindigkeit und ausgeschaltetem Fahrtlicht frontal mit einem Pkw Skoda zusammen. Anschließend fuhren noch zwei weitere Fahrzeuge, ein Audi und ein Ford, in die Unfallstelle.

Zusammenstoß wohl bewusst herbeigeführt



Der 34-jährige Lenker des Skoda erlitt dabei tödliche Verletzungen, seine Beifahrerin wurde leicht verletzt. Zwei der vier anderen Fahrzeuginsassen aus den übrigen Fahrzeugen zogen sich ebenfalls leichte Verletzungen zu. Der 38-jährige Fahrer des Seats wurde aus seinem Fahrzeug geschleudert. Er kam lebensgefährlich verletzt mit einem Rettungshubschrauber in ein Klinikum in Niederbayern, wo er seitdem intensivmedizinisch behandelt wird. Mit einem Ableben sei derzeit nicht mehr zu rechnen, teilt die Polizei mit.

Die Unfallaufnahme erfolgte durch die Autobahnpolizeistation Mühldorf am Inn, unterstützt wurden die Beamten dabei an der Unfallstelle von einem Sachverständigen. Aufgrund der bislang festgestellten Spurenlage, der Aussagen von Zeugen und der ersten Ergebnisse aus weiteren polizeilichen Ermittlungen muss davon ausgegangen werden, dass der 38-Jährige den Frontalzusammenstoß in suizidaler Absicht bewusst herbeiführte. Die sachleitende Staatsanwaltschaft Traunstein ermittelt daher wegen des dringenden Tatverdachts des Mordes, mehrfachen versuchten Mordes und weiterer Delikte. Die Autobahnpolizei übergab die weiteren Ermittlungen an die Kriminalpolizei Mühldorf. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein erließ ein Richter Haftbefehl gegen den Beschuldigten.

− red




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