Burghausen
Startschuss für die Nachbarschaftshilfe

Neues Projekt der Bürgerinsel und der Caritas vorgestellt – Weitere freiwillige Helfer gesucht

28.09.2023 | Stand 28.09.2023, 19:14 Uhr

Günther Reithmeier und Elli Huster stellten die Nachbarschaftshilfe im Bürgerhaus vor.  − Foto: Stadt Burghausen

Die Idee, eine organisierte Nachbarschaftshilfe zu starten, gab es schon seit einigen Jahren und wurde bereits während der Corona-Pandemie kurzzeitig erprobt. Für die dauerhafte Umsetzung fehlten bis jetzt jedoch die Kapazitäten. Mit der bei der Bürgerinsel neu eingestellten sozialpädagogischen Fachkraft Elli Huster konnte das gemeinsame Projekt von Bürgerinsel und Pfarrcaritas nun in Angriff genommen werden. Vor ein paar Tagen informierten Huster und Günther Reithmeier von der Caritas im Pfarrverband Burghausen im Bürgerhaus über die geplante Nachbarschaftshilfe.

Bei dieser wird es darum gehen, Personen, die im Alltag Unterstützung benötigen, schnell und unbürokratisch unter die Arme zu greifen. Den meisten Menschen würde es dabei wohl ähnlich wie ihnen gehen, vermuten die Organisatoren: Wenn in der Nachbarschaft oder im Freundeskreis einmal Not am Mann ist, ist es keine Frage – man bietet seine Hilfe an und freut sich, über ein herzliches Dankeschön. Es tue gut, gebraucht zu werden und sich für andere einzusetzen.

Auf der anderen Seite: Wer wüsste schon, ob man auch irgendwann dringend jemand bräuchte, der einem – etwa nach einem Krankenhausaufenthalt – ein paar Arbeiten abnimmt und die Einkäufe erledigt. Oder vielleicht geht es ja auch nur darum, ein paar Möbel umzustellen. Oder es bräuchte in einsamen Stunden nur jemanden für ein Gespräch.

Die Nachbarschaftshilfe bringt nun beide Seiten zusammen, ehrenamtliche Helfer und hilfsbedürftige Mitbürger. Die notwendige Organisation läuft über die Bürgerinsel. In drei Bereichen soll es eine Vermittlung von Dienstleistungen geben: 1. vorübergehende Notversorgung, z.B. nach einem Krankenhausaufenthalt; 2. Besuchsdienste und Gespräche; 3. Hilfen im handwerklichen Bereich oder kleine Umzugshilfen.

Aufgaben, die die Ehrenamtlichen übernehmen können, sind beispielsweise Einkäufe, Begleitung zu Arztterminen, kleinere Reparaturarbeiten oder auch einfach nur Gesellschaft leisten. Wie und in welchem Umfang die Helfer unterstützen, bleibt ihnen überlassen.

Die Helfer sind völlig frei in Art und Dauer ihres Angebots; sie melden ihre Bereitschaft bei der Bürgerinsel an und werden informiert, wenn es entsprechenden Bedarf gibt. Außerdem erhalten sie die nötige Unterstützung z.B. in Form eines Versicherungsschutzes, gegebenenfalls Fahrtkostenerstattung und das Angebot, sich bei regelmäßigen Treffen mit anderen auszutauschen. Sie brauchen lediglich ein kostenloses Führungszeugnis und sie müssen unterschreiben, sich an die Schweigepflicht zu halten.

Huster und Reithmeier war es wichtig zu betonen, dass die Nachbarschaftshilfe in keinem Fall in Konkurrenz zu professionellen Pflegehilfen gedacht ist und deren Aufgaben auch nicht übernehmen soll. „Die Ehrenamtlichen dürfen zum Beispiel auch gar keine pflegerischen Tätigkeiten übernehmen, da sie dafür nicht ausgebildet oder versichert sind“, weiß Huster. Alle Dienste sind ehrenamtlich – es darf außer Spenden kein Geld genommen werden – und sie ersetzen nicht professionelle Dienstleistungen. Auch regelmäßige Putzdienste oder Gartenarbeiten dürfen nicht übernommen werden.

Wer Hilfe sucht, braucht sich nur bei der Bürgerinsel melden und sein Anliegen vortragen. Dann wird die Verbindung zu einem ehrenamtlichen Helfer hergestellt. Ein Anspruch auf Hilfe besteht verständlicherweise nicht.

Die Nachbarschaftshilfe ist noch auf der Suche nach Burghausern, die sich auf dieses Projekt mit ihrer persönlichen Bereitschaft einlassen. Die Organisatoren sind sich sicher, dass in diesem Punkt Verlass auf die Mitbürger ist und mit der Nachbarschaftshilfe ein weiterer Akzent für das soziale Miteinander in der Stadtgemeinschaft gesetzt werden kann.

− red


Am Donnerstag, 26. Oktober, um 18 Uhr, findet das erste Treffen von ehrenamtlichen Helfern im Haus der Familie statt. Auf der Homepage der Bürgerinsel unter www.buergerinsel.de/eigene-projekte/nachbarschaftshilfe gibt es weitere Informationen.