Heimatmuseum in Garching/Alz
Sensationsfunde bekommen einen würdigen Platz

Neue Vitrine – Sonderausstellung 104 Jahre Vereinssport – Am Pfingstsonntag geöffnet

17.05.2024 | Stand 17.05.2024, 18:17 Uhr |

Museumsleiter Andreas Keil freut sich über die neue Vitrine. Sie ist ein würdiger Platz für die Garchinger Sensationsfunde aus der Urnenfelderzeit, die im April 2018 auf dem Lidl-Gelände in Garching zum Vorschein kamen.  − Fotos: Spielhofer

Das Museum am Rathaus in Garching/Alz beherbergt eine äußerst spannende „archäologische Sammlung an der Mittleren Alz“ als Dauerausstellung. Nun gibt es eine neue Errungenschaft: Eine neue Vitrine, Nummer 15, wie Museumsleiter Andreas Keil informiert. Im Museum ist auch die diesjährige Sonderausstellung mit dem Thema „104 Jahre Vereinssport in Garching“ zu sehen.

In der neuen Vitrine sind die restaurierten Funde ausgestellt, die im April 2018 auf dem Lidl-Gelände bei Bauarbeiten entdeckt wurden. In Fachkreisen handelt es sich um Sensationsfunde. Es sind Urnenbestattungen aus der späten Bronzezeit, bekannt auch als Urnenfelderzeit, etwa 3000 Jahre alt. Damals wurden die Toten auf Scheiterhaufen verbrannt. Bei der Ausgrabung lagen in manchen Urnengefäßen noch Leichenbrand und Knochenreste. Zum Vorschein kamen auch Beigabe-Gefäße, manche noch mit Inhalt, beispielsweise mit einer Gewandnadel. Und viele kleine Scherben von Keramikgefäßen sowie Metallteile aus Bronze, Gold und Eisen.

Alles wurde damals an Ort und Stelle gesichtet, gereinigt, vermessen, dokumentiert und an das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege übergeben. Die mehrwöchigen Grabungsarbeiten leitete Archäologin Katrin Heigermoser mit täglicher Unterstützung von Mitgliedern des Garchinger Heimatbundes. So wurde in kleinen Schritten eine Fläche von 1800 Quadratmetern mit Pinsel und Spachtel bearbeitet und freigelegt, was seit einer Ewigkeit in der Erde schlummerte.

Unter Leitung von Restauratorin Elisabeth Lehr-Stempel wurden dann die Funde restauriert und rekonstruiert. Vor zwei Jahren kamen die Exponate nach Garching zurück und wurden im Museum behelfsmäßig ausgestellt. „Wir hatten keinen würdigen Platz für diese Sensationsfunde“, erklärte Museumsleiter Keil. Umso mehr freut er sich, dass die Gemeinde Garching/Alz diese hochwertige Vitrine ermöglichte und nun die historischen Schätze einen würdigen Platz bekommen haben. Zu sehen sind kleine Henkelgefäße und ein großes Urnengefäß, alle aus vielen Ton- und Keramikscheiben rekonstruiert. Außerdem ein Pfeil und Pfeilspitzen, Messerteile, Ringe, Gewandnadeln, Nadelköpfe, Nieten und Nägel.

Die archäologische Sammlung im Garchinger Museum beherbergt Fundstücke aus der Region Garching ab der Jungsteinzeit, also ab 4000 vor Christus, bis zur Ansiedlung der Bajuwaren 600 nach Christus.

Das Museum befindet sich gleich neben dem Rathaus, es ist eine Einrichtung der Gemeinde Garching/Alz und wird vom örtlichen Heimatbund betreut. Geöffnet ist es jeden ersten und dritten Sonntag im Monat. Nächster Öffnungstag ist am Pfingstsonntag, 19. Mai, von 10 Uhr bis 12 Uhr und von 14 Uhr bis 17 Uhr.

Führungen für Schulklassen, Vereine und Gruppen sind auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich. Anfragen nehmen Museumsleiter Andreas Keil unter ✆08634/224 oder Heimatbund-vorsitzender Peter Wolfmeier unter ✆08634/66065 entgegen. Der Eintritt ist frei.

− rs