Hilfe für Kinder in Not
Seit 10 Jahren: Tüßlinger Verein Ambatana tut Gutes in Kenia

03.03.2024 | Stand 03.03.2024, 14:00 Uhr

Die Abordnung von Ambatana machte sich in Kenia ein Bild von der Arbeit, die gemeinsam mit den Vertretern der Organisation Yisog vor Ort geleistet wird.

In diesem Jahr feiert der Tüßlinger Verein Ambatana e.V. sein zehnjähriges Bestehen. Eine Abordnung besuchte das eigene Hilfsprojekt in Kenia. Im Mittelpunkt der Reise stand die Stärkung der Partnerschaft mit der lokalen Hilfsorganisation „Yisog“, die von dem Kenianer Father Tito geleitet wird und mit Ambatana seit Vereinsgründung vor zehn Jahren zusammenarbeitet.

Mit dabei war auch die Vereinsvorsitzende Verena Donislreiter: „Es war uns eine besondere Freude, anlässlich unseres Vereinsjubiläums wieder vor Ort in Kenia zu sein und dabei auch die Früchte unserer langjährigen Zusammenarbeit zu sehen“, erklärt Donislreiter im Gespräch mit der Heimatzeitung. Den Fokus dieser Zusammenarbeit stellt das „Haus der Gemeinschaft“ dar, das mithilfe von Spendengeldern erbaut wurde, und als Zufluchtsort für gefährdete Kinder fungiert – sei es vor Beschneidung, früher Zwangsheirat oder anderen akuten Notsituationen.

„Als wir unseren Verein 2014 gegründet haben, hätten wir nie gedacht, dass zehn Jahre später ein solches Haus in Kenia steht. Wir sind unglaublich dankbar für all die Unterstützung, die wir seither erfahren haben und durch die wir gefährdete Kinder in Kenia unterstützen konnten und können“ so die Vorsitzende.

„Bei unserem letzten Besuch vor zwei Jahren waren es 18 Kinder, die hier aufgenommen waren. Nun sind es rund 30 Kinder und in den Schulferien sogar noch mehr, wenn die Internatskinder auch dort sind“, erzählt 2. Vorsitzender Jonathan Scherr. Der Bedarf ist hoch; immer wieder wenden sich neue Kinder und Familien hilfesuchend an Yisog, so Father Tito. Sein Team stemmt die Versorgung und Betreuung der Kinder am Haus. Mais und Gemüse werden auf den hauseigenen Feldern angebaut, die mit einem solarbetriebenen Brunnen bewässert werden, um eine größtmögliche Eigenversorgung zu ermöglichen.

Um die Kosten für Schulgebühren und die Betreuung der Kinder zu decken, ist Ambatana auf Spenden angewiesen. Ambatana-Mitglied Uta Ferber-Loidl beschreibt die Eindrücke vor Ort: „Die fürsorgliche Betreuung der Kinder durch Yisog ist beeindruckend. Die Kinder strahlten Lebensfreude und Stolz aus, da sie hier einen sicheren Lebensmittelpunkt haben.“

Das Ambatana-Team besuchte auch einige umliegenden Schulen, an denen die unterstützten Kinder unterrichtet werden. Bei vielen Gesprächen mit Schulleitungen und Lehrkräften erfuhr das Team, dass die finanzielle Unterstützung durch Ambatana den regelmäßigen Schulbesuch der Kinder garantiert. Elfriede Donislreiter, Kassierin bei Ambatana e.V., unterstreicht: „Wir sind enorm stolz auf die Kinder. Die umsichtige Betreuung von Yisog bringt in vielen Fällen sogar überdurchschnittliche Leistungen hervor.“

Wertvolle Eindrücke erhielt das Team auch durch das Aufsuchen einiger Familien im umliegenden Massailand. Hier wurde die Bandbreite der sozialen und wirtschaftlichen Nöte und damit die große Bedeutung des „Haus der Gemeinschaft“ sehr deutlich. Beispielsweise kam das Ambatana-Team hier in Kontakt mit einem Mädchen von 16 Jahren, das vor ihrer Zwangsheirat davonlief. Mithilfe von Spenden möchte das Team dem Mädchen nun einen Platz im Haus der Gemeinschaft sichern.

− wag


Von ihren weiteren Erfahrungen in Kenia berichtet das Team von Ambatana auf der Website www.ambatana.de. Dort gibt es außerdem die Möglichkeit zu spenden. Ein Benefizkonzert, um das zehnjährige Bestehen zu feiern, veranstaltet Ambatana am 6. April in der Fachakademie Starkheim.