Vertrag mit Verbund
Regional erzeugter Grünstrom für Wacker in Burghausen

25.06.2024 | Stand 25.06.2024, 10:32 Uhr |

Das Wasserkraftwerk von Verbund in Passau-Ingling, aus dem der Wacker-Standort Burghausen zukünftig Grünstrom bezieht. − Foto: Verbund

Die Wacker Chemie AG hat mit Verbund, Österreichs führendem Energieunternehmen und einem der größten Stromerzeuger aus Wasserkraft in Europa, einen langfristigen Liefervertrag zur Versorgung seines Produktionsstandortes in Burghausen mit Strom aus Wasserkraft abgeschlossen.



Damit wird ein Teil des Energiebedarfs zukünftig regional und regenerativ erzeugt – „ein wichtiger Schritt in Richtung Netto-Null-Emissionen“, wie es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der beiden Unternehmen heißt.

Verbund wird Wacker in den Jahren 2028 bis 2032 insgesamt 10 Megawatt (87600 MWh/Jahr) regionalen Grünstrom aus bestehenden bayerischen Wasserkraftwerken am Inn liefern. Die beiden Unternehmen haben dazu einen entsprechenden Stromabnahmevertrag (Power Purchase Agreement PPA) geschlossen. Die Vereinbarung zahle auf die Strategie von Wacker ein, den Strombedarf an seinen Standorten stärker aus erneuerbaren Quellen zu decken.

Wacker verbrauchte in Burghausen 2,8 Terawattstunden Strom im Jahr 2023



Das Werk Burghausen ist der bedeutendste Produktionsstandort im Wacker-Konzern und zugleich der größte Chemiestandort Bayerns. Mehr als 8000 Mitarbeitende sind dort in 150 Produktionsbetrieben beschäftigt. Das Spektrum der hergestellten Produkte reicht von Polysilicium über Silicone, Silane und Kieselsäuren bis hin zu Dispersionen und Dispersionspulvern sowie Grundstoffen für die chemische Industrie. Für die energieintensive Produktion verbrauchte der Standort 2023 rund 2,8 Terawattstunden Strom. Bereits seit der Ansiedlung im Jahr 1914 trägt zur Energieversorgung des Werks Wasserkraft aus den zu Wacker gehörenden Alzwerken bei. Die nun vereinbarten zusätzlichen Mengen kommen aus den bestehenden Wasserkraftwerken von Verbund in Nußdorf am Inn und Passau/Ingling.

Verbund ist zweitgrößter Erzeuger von Strom aus Wasserkraft in Deutschland und betreibt insgesamt 130 Wasserkraftwerke in Österreich und Bayern mit einer Gesamtleistung von über 8400 Megawatt sowie einer Stromproduktion von jährlich über 30 Terawattstunden.

Ziel: Treibhausgasemissionen bis 2030 halbieren



„Wir haben uns ehrgeizige Ziele zur Reduktion unserer Treibhausgasemissionen gesetzt. Bis 2030 wollen wir gegenüber 2020 unsere direkten Emissionen sowie die Emissionen aus dem Energieeinkauf halbieren. Die Nutzung von Wasser, Wind und Sonne als regenerative Energiequelle ist dafür unerlässlich. Umso mehr freut uns die Vereinbarung mit Verbund zur Lieferung von regenerativ erzeugtem Strom. Es ist ein wichtiger Hebel, um unsere Nachhaltigkeitsziele zu erreichen“, so Peter von Zumbusch, Werkleiter Burghausen.

„Die steigende Nachfrage nach nachhaltigem Strom ist ein deutlicher Trend und eine Notwendigkeit, um in Sachen Energieeffizienz und Klimaschutz weiter voranzukommen. Unsere Grünstromlösungen unterstützen die Chemiebranche dabei, ihre Nachhaltigkeits- und Klimaziele zu erreichen. Wir freuen uns, dass wir mit diesem PPA dazu beitragen können, dass Wacker seinen CO2- Fußabdruck reduzieren kann und wir so gemeinsam einen Schritt in Richtung Energiewende in Bayern gehen“, so Martin Wagner, Geschäftsführer der Verbund Energy4Business GmbH.

Die Historie der Wasserkraftwerke am Inn zeigt, dass viele dieser Kraftwerke ursprünglich zur Versorgung der energieintensiven Industrie in Südostbayern errichtet wurden. Beide Unternehmen freuen sich, dass mit dem Instrument des PPA dieser alte Grundgedanke der Wasserkraft am Inn wieder aufgegriffen wird, was eine gewisse Symbolik der Versorgungssicherheit und Verlässlichkeit ausstrahlt.

− red