Stammgäste sagen Servus
Gasthaus St. Johann schließt nach 50 Jahren

Viele Geschenke und gute Wünsche zum Abschied

12.06.2024 | Stand 12.06.2024, 5:00 Uhr |

Der Altmännerverein bedankt sich zusammen mit Zweitem Bürgermeister Norbert Stranzinger (r.) bei Manfred Jost für die gemeinsame Zeit.

50 Jahre lang hat Elisabeth Weilbuchner das Gasthaus St. Johann in der Burghauser Altstadt geleitet – im März 1974 hatte sie die Pacht übernommen. Und ganze 36 Jahre stand ihr Wirt Manfred Jost tatkräftig zur Seite. Gesundheitsbedingt hatte Weilbuchner schon häufiger ans Aufhören gedacht, doch ein bisschen wollte sie noch weitermachen. Dieser Plan hat sich Anfang des Jahres zerschlagen, als die Eigentümer des Gasthauses und der Pächterwohnung das Pachtverhältnis zum Ende dieses Monats gekündigt haben.

Am Dienstag vor einer Woche öffnete das Gasthaus zum letzten Mal und Manfred Jost hatte eine richtige Abschiedstour vor sich. Schließlich hatten in St. Johann viele private Stammtische ein Zuhause gefunden, ebenso der Rauchclub, die FDP und zuletzt der Altmännerverein. Und so waren am letzten Tag Weggefährten, Stammgäste, Freunde und Nachbarn gekommen, um das vorerst letzte Bier zu trinken oder Schnitzel zu essen.

Der Altmännerverein nutzte seine Monatsversammlung am Dienstagnachmittag, um sich von Jost zu verabschieden. Über 50 Mitglieder und die gesamte Vorstandschaft waren gekommen und bedankten sich mit Zweitem Bürgermeister Norbert Stranzinger für die gemeinsame Zeit. Nach der Schließung des ehemaligen Vereinslokals Müllerbräu, hatte der Altmännerverein eine neue Heimat in St. Johann gefunden. Hier wären die Mitglieder auch gerne länger geblieben, aber der Wunsch konnte nicht erfüllt werden. So werden die Veranstaltungen und Monatsversammlungen ab dem nächsten Monat im Bürgerhaus stattfinden. Mit einem Geschenkkorb und reichlich lobenden Worten stießen sie gemeinsam mit dem nun scheidenden Wirt auf eine gute Zukunft an.

Abends bringt der Bürgermeister ein Geschenk vorbei



Abends kam dann noch Bürgermeister Florian Schneider vorbei. „Es ist eine unglaubliche Zahl in der heutigen Zeit. Wer führt 50 Jahre ein Wirtshaus? Das ist eine echte Leistung“, sagte Schneider. Zum Abschied überreichte er einen Glas-Bierkrug von Sigi Franz. „Ich wünsche im Namen der ganzen Stadt den Wirtsleuten einen schönen Ruhestand.“

Im Januar hatte es noch geheißen, ein Nachfolger sei gefunden, doch dieser soll mittlerweile abgesprungen sein. Bürgermeister Schneider sagte bei der Verabschiedung daher: „Wir hoffen, dass die Vermieter bald eine gute Nachfolge finden und sind als Stadt natürlich bereit, Hilfe zu leisten, damit es gut weitergeht und die Vereine und Gruppen wieder einen Wirt haben bzw. ein Heim.“ Schließlich hat das Wirtshaus an der St.-Johannser-Straße einen der schönsten Biergärten in Burghausen, große Kastanien zieren den Garten.

Die Burghauser Schützenvereine, die nebenan trainieren, sind im übrigen von der Veränderung nicht betroffen. Sie sind selbstständig und der Fortbestand ihres Schützenhauses, an das Gasthaus angrenzend, ist vertraglich gesichert.

Altmännerverein hält Monatsversammlung ab



In der Monatsversammlung des Altmännervereins stand neben den Ehrungen zu den runden Geburtstagen und Vereinszugehörigkeiten ein Rückblick auf den Berichtszeitraum durch Vorsitzenden Reiner Hanusa auf dem Programm. Untere anderem erinnerte er an Ausflugsfahrten, gesellige Treffen und die Planung der 70-Jahr-Feier im nächsten Jahr. Erfreulich sei, dass die Mitgliederzahl auf 612 gestiegen ist. Geehrt wurden neben Wirt Manfred Jost: Johann David (70. Geburtstag), Hubert Starflinger (75), Helmut Lahr (75), Werner Knipf (80) sowie für 25 Jahre Vereinszugehörigkeit Fritz Schwanninger und Paul Schönberger und für 15 Jahre im Verein Alfred Warm, Hubert Blendl, Manfred Hannebaum.