Burghausen

Die Riesenkippe könnte weiterziehen

Erstes Zwischenfazit der #burghausenkippenfrei-Initiatoren – Taschenaschenbecher war Erfolg

06.12.2022 | Stand 06.12.2022, 13:13 Uhr

Seit ein paar Wochen liegt die Riesenkippe schon am Bürgerplatz . Ein Zwischenfazit zogen nun Sarah Freudlsperger vom städtischen Umweltamt (v.l.), Marco Seyfert vom Projektteam „Burghausen Kippenfrei“ und Sozialreferentin Sabine Bachmeier. −Foto: Stadt Burghausen

Zigaretten sind eines der am häufigsten weggeworfenen Abfallprodukte und alles andere als gut für die Natur. „Es geht vor allem um die Umwelt und die Sicherheit der Kinder, wenn beispielsweise Kippenstummel an Spielplätzen oder öffentlichen Orten achtlos auf den Boden geworfen werden“, sagt Sabine Bachmeier, Sozialreferentin der Stadt. Deswegen hat sie das Projekt „Burghausen kippenfrei“ ins Leben gerufen und die Riesenkippe wurde angeschafft. Seit einiger Zeit steht das Exemplar nun am Bürgerplatz vor dem Haus der Familie. Dort trafen sich Sabine Bachmeier, Sarah Freudlsperger vom städtischen Umweltamt und Marco Seyfert von der Kippenfrei-Projektgruppe, um ein Zwischenfazit über das Projekt zu ziehen und das weitere Vorgehen zu diskutieren.
Im Mai 2022 wurde die Riesenkippe am Wöhrseebad das erste Mal aufgestellt und sorgte für viele Diskussionen und ein großes Medienecho. Bevor sie am Bürgerplatz ankam, stand sie noch einige Monate am Eingang zum Freibad. Aber hat die Kippe bis jetzt wirklich etwas gebracht? Die Kippe ist auf jeden Fall ein sichtbares Signal, um für das Kippenmüll-Problem zu sensibilisieren, anstatt die Kippen achtlos auf den Boden zu werfen. „Man kann es nicht direkt messen, ob weniger Zigarettenstummel am Boden liegen. Vor allem nicht nach so kurzer Zeit“, meint Marco Seyfert. Besonders am Wöhrsee seien im Sommer immer noch viel zu viele Zigarettenstummel gelegen, auch wenn allgemein immer weniger Müll liegen gelassen werde. Sarah Freudelsperger sagt jedoch dazu: „Wenn nur ein paar Kippen weniger herumliegen, haben wir schon etwas erreicht.“ Außerdem sei das Projekt noch lange nicht zu Ende, sondern stehe erst am Anfang.
Auch in Mühldorf und in Landshut war die Riesenkippe Thema. Vor kurzem organisierte Sabine Bachmeier ein Netzwerk-Treffen und Mühldorf machte klar, dass sie sich die Kippe gerne ausleihen würden, um sie für einige Zeit im Mühldorfer Stadtgebiet aufzustellen. Auf jeden Fall will man weiter kooperieren und im Frühjahr einen gemeinsamen Aktionstag starten. Im Anschluss soll die Riesenkippe nach Mühldorf gebracht werden und dort für ein paar Monaten stehen. Ob die Riesenkippe bis dahin am Bürgerplatz bleibt oder noch einmal umzieht, wird gerade geplant. Mit einigen Schulen gibt es schon konkrete Überlegungen, es sollen dort weitere Kippenfrei-Projekte organisiert werden. Vielleicht ziehen dann auch andere Schulen nach und beteiligen sich an der Initiative.
Auch wenn der Erfolg der Riesenkippe schwer messbar ist, war ein anderes Projekt des Kippenfrei-Teams ein großer Erfolg: Es wurden Taschenaschenbecher aus recycelten Kippenresten verteilt, ganze 5000 Stück, und alle sind vergriffen. Gerade werden neue Aschenbecher nachbestellt. Augenzwinkernd sagt Sabine Bachmeier: „Die Riesenkippen kann ja erst wegkommen, wenn praktisch keine Zigarettenstummel mehr am Boden liegen!“ Gleichzeitig appelliert Sarah Freudlsperger an alle Bürger: „Wenn Sie Stellen sehen, an denen viele Kippen liegen und kein Mülleimer in der Nähe ist, melden Sie sich bei mir. Dann versuchen wir noch mehr Mülleimer aufzustellen.“
Wer Interesse hat, beim Kippenfrei-Projekt mitzumachen, kann sich per E-Mail bei Sabine Bachmeier unter sozialreferat@burghausen.de oder Sarah Freudlsperger im Umweltamt unter umweltamt@burghausen.de melden.

− red