Selbst gemacht
Der Adventskranz als Weihnachts-Vorbote

Woher die Tradition des Kranzbindens kommt – Im Trend liegen natürliche Deko-Materialien

29.11.2023 | Stand 29.11.2023, 16:44 Uhr

Viel Spaß hatten Anja Asenkerschbauer (Mitte) und Sabrina Kellhuber beim Adventskranz-Workshop mit Gartenbäuerin Veronika Schneider aus Kastl (links). − Foto: Eberle

Von Hannah Eberle

In den Wohnzimmern duftet es bald wieder nach Tannen- und Fichtenzweigen. Denn der erste Advent steht vor der Tür und die erste Kerze leuchtet auf dem Adventskranz. Doch woher kommt die Tradition, in der Adventszeit einen Kranz zu binden, und was symbolisiert er.



Der Brauch gehe zurück auf einen Pfarrer Ende des 19. Jahrhunderts, sagt Veronika Schneider, Gartenbäuerin aus Kastl, die jedes Jahr unzählige Kränze bindet und Kurse zum Kranzbinden anbietet. „Die Kinder haben den Pfarrer immer gefragt: Wie lange noch bis Weihnachten? Da hat der Pfarrer ein großes Wagenrad mit 23 Kerzen aufgestellt, für jeden Tag im Dezember bis Heilig Abend eine“, erklärt die Gartenbäuerin. Nach und nach sei daraus der Adventskranz, wie man ihn heute kennt, entstanden.

Für viele gehört es zur Adventszeit dazu, einen Kranz mit vier Kerzen für die vier Sonntage vor Weihnachten aufzustellen. „Alleine schon der Duft ist einfach wunderbar und man hat schon in den Wochen vorher eine schöne Verbindung zu Weihnachten“, sagt Susanne Oberbauer. Sie ist Mitglied im Frauenbund Altötting, dessen Mitglieder sich jedes Jahr zum gemeinsamen Adventskranzbinden treffen.

Inzwischen gibt es überall fertige Adventskränze zu kaufen, doch auch das Adventskranzbinden hat Tradition. „Meine Oma und meine Mama haben auch immer Adventskränze gebunden und inzwischen mache ich es auch selbst sehr gerne“, berichtet eine Kursteilnehmerin bei einem der Workshops von Veronika Schneider auf dem Prähuberhof bei Kastl. Für viele sei der klassische Adventskranz immer noch der Favorit, sagt Schneider. Die Kreisform stehe dabei für das ewige Leben, die immergrünen Tannenzweige für die Hoffnung und die roten Kerzen für Jesus.

„Aber man kann viele Sachen zum Dekorieren verwenden und kreativ werden“, sagt Schneider. Für ihre 18 Kursteilnehmerinnen hat sie alles Mögliche in ihrem Garten und im Wald gesammelt: Tannenzapfen, Schleierkraut und Hagebutten. Auch Kerzen, Bänder und Kugeln gibt es in verschiedenen Farben, sodass jeder sich seinen persönlichen Adventskranz binden kann.

„Was in den letzten Jahren auch immer besser geht, sind Adventsgestecke, zum Beispiel aus Schwemmholz“, sagt Schneider. Allgemein gehe der Trend wieder mehr ins Natürliche, wobei viele aber trotzdem noch einen festliche geschmückten Adventskranz bevorzugen. Die Geschmäcker seien eben sehr verschieden.