Die Erschießung des damals 33-jährigen mutmaßlichen Cannabisdealers André B. jährt sich am 25. Juli zum fünften Mal. Den Schuss gab ein Zivilfahnder der Polizei ab, der danach angab, auf die Beine des Mannes gezielt zu haben, als dieser nach einem Warnschuss weiter flüchtete. Die Kugel traf den flüchtenden André B. aus sechs bis zehn Metern Entfernung von hinten in den Kopf. Nachdem die Staatsanwaltschaft Traunstein – trotz einer Petition mit über 37000 Unterschriften – die Ermittlungen ohne Klageerhebung einstellte, ruft der Deutsche Hanfverband München zur Erinnerung an das tragische Ereignis dazu auf, gemeinsam mit der Familie und Politikern am Samstag, 27. Juli, an einem Gedenkmarsch in Burghausen teilzunehmen. Damit wollen die Initiatoren "an das Unrecht erinnern und ein Zeichen gegen Polizeigewalt setzen". Der DHV bittet zudem die Stadt Burghausen um die Genehmigung eines kleinen, spendenfinanzierten Gedenksteins und fordert vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd die Entwaffnung "unfähiger Schützen" im Polizeidienst. Auch Vertreter der Polizei wurden zur Teilnahme eingeladen.
Die Mutter des Opfers, Lilia B., macht deutlich: "Mein Sohn ist tot. Doch es gab kein Gerichtsverfahren gegen den Todesschützen und noch nicht einmal eine Entschuldigung. Ich möchte endlich erfahren, warum mein Sohn erschossen wurde." Treffpunkt für den Gedenkmarsch ist um 15 Uhr am Bürgerplatz. − red