Schüler verschönern Weg zur Turnhalle
An der Mittelschule dürfen „Ideen eskalieren“

20.06.2024 | Stand 20.06.2024, 21:10 Uhr |

Ein Pferd im Bananenkostüm ist nur eine von mehreren Figuren, die nun einen Gang an der Mittelschule Burgkirchen schmücken. Entstanden sind die Bilder in einem Kunstprojekt, für das Konrektor Daniel Wallner (l.) den Burghauser Künstler Frans Stummer (2.v.r.) gewinnen konnte. − Foto: Gabriel

Dass eine Schule ihren Schülern erlaubt, sie gar ermutigt „möglichst viel zu spinnen“ kommt wohl nicht so häufig vor. Der Burghauser Künstler Frans Stummer hat zehn Schülern der Mittelschule Burgkirchen/Alz im Rahmen der Gestaltung von vier Bildern für Schulwände aber genau das erlaubt.

Er wollte, dass Dinge rauskommen, die man so auf Fotos nicht unbedingt findet, die einzigartig sind, erzählt er. So zieren nun Bilder von einem Ball spielenden Pferd im Bananenkostüm, einer Tanzgruppe aus Bären und Kindern sowie Fußball-Actionszenen die Wände des Verbindungstrakts zwischen dem Schulhaus und der Sporthalle. Entworfen und gemalt von Schülern aus den Jahrgangsstufen fünf bis sieben.

Gestartet war das durch „Praxis an Mittelschulen“ geförderte Projekt bereits im vergangenen Winter. Konrektor Daniel Wallner wollte die Wände des bisher sehr tristen Ganges verschönern, weshalb er bei Stummer nachgefragt habe, ob er sich nicht zusammen mit Schülern darum kümmern würde. Die Vorgabe war einfach: Die Bilder sollten plakativ wirken und etwas mit Sport zu tun haben. Die Schüler dafür wurden zwar von Wallner angesprochen, haben aber alle freiwillig mitgemacht. Gute Leistungen oder besondere Begeisterung für Kunst waren keine Voraussetzung. Die Schüler sollten einfach Lust darauf haben, gemeinsam mal etwas anderes für die Schule zu machen, so Wallner.

Dass nicht nur die besten Zeichner bei solchen Projekten mit dabei sind, ist auch dem Künstler Frans Stummer wichtig. „Es zählt nur die Idee.“ Während der Arbeit konnte er beobachten, dass sich die Kinder gegenseitig inspirierten und die Ideen im Austausch „eskalieren“ konnten. Die außergewöhnlichsten Vorschläge kamen dabei nicht immer von den besten Zeichnern, so Stummer.

Insgesamt zehn Kinder haben in zwölf Einheiten, à 90 Minuten, in Teams an den vier Bildern gearbeitet. Von den ersten Ideen über Skizzen bis zum fertigen Bild aus Acrylfarbe auf Holzfaserplatte und Holzrahmen.

Obwohl die Arbeit während der normalen Schulzeit stattfand, ging es dabei nicht so streng zu wie im normalen Unterricht, sagt Frans Stummer, der eine besondere Atmosphäre schaffen wollte. So durften die Kinder auch Musik hören oder sich auch mal eine Zeit mit etwas anderem beschäftigen, bevor sie wieder zur Arbeit an den Bildern zurückkehrten. Wohl auch deshalb sind „lustig“, „toll“ und „schön“ die meist genannten Adjektive in den Berichten der Schüler über die Arbeit an den Bildern.

Ein Schüler wollte dann noch wissen, ob die Bilder auch wirklich hängen bleiben. Das konnte ihm Konrektor Daniel Wallner versprechen. Jede Woche werden nun 400 Schüler daran vorbeigehen und das auch noch, wenn die Künstler schon lange nicht mehr an der Schule sein werden, so Wallner.

− tga