Passau
"Maßnahmen sind sinnlos"

05.07.2020 | Stand 21.09.2023, 5:24 Uhr

Keine große Gefahr: Der emeritierte Professor Dr. Sucharit Bhakdi, der auf der Demo live zugeschaltet war, hält die Corona-Maßnahmen für sinnlos und das neuartige Coronavirus für keine Bedrohung.

"Die Epidemie ist seit Wochen nicht mehr da! Die Leute werden gezwungen, Masken zu tragen, obwohl das Virus nicht mehr da ist." Das hat Professor Dr. Sucharit Bhakdi (73) auf der Demo der Bewegung "Für die Freiheit 2020" am Samstag im Klostergarten gesagt. Höhepunkt der Kundgebung war ein Live-Interview mit dem Bestsellerautor und Mediziner, der aus Köln zugeschaltet und auf einer Großleinwand zu sehen war. Den Veranstaltern zufolge kamen 450 Demonstranten zu der Demo. Die Polizei sprach von 200 Teilnehmern. Auch Gäste aus München, Traunstein, Regensburg und Roding wurden begrüßt.
Die Pandemie sei von Seiten der Regierung beendet und der Notstand aufgelöst worden, antwortete Dr. Sucharit Bhakdi, Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, auf eine Frage von Vivien Vogt, die mit Stephan Folkinger die zweistündige Protestveranstaltung organisiert hatte. Dennoch halte man an den Beschränkungen fest. Die Masken sähen "ein bisschen albern" aus. Die Menschen würden zu "Versuchskaninchen". Die Pandemie ende erst, wenn ein Impfstoff da ist, heiße es. Die Regierung wolle, dass die Menschen glauben, dass sie dadurch immun würden gegen die Krankheit. Dies sei falsch. Antikörper würden nicht davor schützen, denn die Halbwertszeit der Antikörper sei kurz, nur ein halbes Jahr. Zudem seien 80 bis 90 Prozent der Menschen nicht krank geworden durch das Coronavirus. Es sei keine außergewöhnliche Gefahr.
"Seit 2. Mai stehen wir jeden Samstag hier für Freiheit und Meinungspluralismus", sagte Vivien Vogt. Vor der "gewaltigsten Bedrohung der Demokratie" warnte der Gynäkologe Dr. Ronny Weikl, für den das Tragen von Masken eine "Beleidigung des Verstands" ist. Er sprach von "unreflektierten unpädagogischen Anordnungen" des Schulministeriums und "überzogenen Hygienemaßnahmen", forderte, Kinder nicht mehr dem "Spießrutenlauf der Lehrer" auszusetzen und sie von der Maskenpflicht zu befreien. Er rief seine Arztkollegen auf, ein "Maskenbefreiungsattest" auszustellen und wetterte gegen "sinnentleerte Gehorsamkeitsexperimente" von Söder und Co., kritisierte die soziale Ungleichheit, denn die Corona-Maßnahmen nützten großen Konzernen wie Google, Facebook oder Amazon. Die Band "Matrix" umrahmte die Demo.