Straßen-Proteste

Klimaaktivisten behindern Feuerwehr - Aktionen in München angekündigt

31.10.2022 | Stand 31.10.2022, 19:32 Uhr

Ein Mitglied der Gruppe "Letzte Generation" sitzt bei einer Blockade auf der Berliner Seestraße. Die Umweltschützer haben für die kommenden Tage weitere Blockaden angekündigt. −Foto: Paul Zinken/dpa

Von Luis Hanusch

Klimaaktivisten haben am Montag mit einer Blockade der Berliner Stadtautobahn auch die Feuerwehr auf dem Weg zu einem schweren Unfall aufgehalten. Dennoch haben die Aktivisten auch für München neue Protest-Aktionen geplant.





Bei einem Unfall mit einem Lastwagen ist eine 64-jährige Radfahrerin am Montagmorgen in Berlin lebensgefährlich verletzt worden. Ein für die Rettung der Frau notwendiger Rüstwagen der Feuerwehr kam jedoch zu spät zur Unfallstelle. Der Grund: Klima-Aktivisten der Gruppe Letzte Generation haben mit einer Straßenblockade einen Stau auf der A100 verursacht und damit auch die Feuerwehr aufgehalten.

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„Mussten improvisieren“: Feuerwehr verärgert

Die Kollegen hätten mit einem Rüstwagen mit Spezialtechnik, die etwa zum Anheben schwerer Lasten eingesetzt wird, eine „recht relevante Zeit“ im Stau auf der Stadtautobahn A100 gestanden, sagte Sprecher Rolf Erbe am Montag der Deutschen Presse-Agentur. „Die Rettung hat sich dadurch zeitlich verzögert.“ Da die Technik nicht zur Verfügung stand, habe man an der Unfallstelle improvisieren müssen, berichtete der Sprecher verärgert.

Die Polizei bestätigte zwei Vorfälle auf der A100: Auf der Halenseebrücke seien zwei Menschen festgestellt worden, sagte eine Sprecherin. Auf der Abfahrt Tempelhofer Damm habe es zudem einen „Versuch des Festklebens“ gegeben.

Aktivisten verweisen auf Einhaltung der Rettungsgasse

Zu dem Vorfall hat sich mittlerweile auch die Letzte Generation selbst geäußert: „Die Letzte Generation kann nicht ausschließen, dass die Verspätung des Rüstwagens auf einen durch uns verursachten Stau zurückzuführen ist“, heißt es in einer Mitteilung. Man achte während den Straßenblockaden sorgfältig auf das Einhalten von Rettungsgassen. Unklar ist, ob die Rettungsgasse tatsächlich direkt an den Aktivisten oder an anderen Verkehrsteilnehmern gescheitert ist.

Doch ans Aufhören denken die Aktivisten wegen des Vorfalls nicht: „Sobald die Regierung die ersten Sicherheitsmaßnahmen gegen den drohenden Klimakollaps ergreift, werden wir sofort alle Protestaktionen einstellen“, wird Aimée van Baalen, Sprecherin der Gruppe, zitiert.

Neue Aktionen bereits angekündigt

Für München wurden für die kommenden Tage Autobahnblockaden angedroht. Bayern stehe symbolisch für das Klimaversagen Deutschlands. Die Bundesregierung versage „und führt uns damit in die Vernichtung“, erklärte die Gruppe: „Der Widerstand fängt gerade erst an.“

15 Aktivisten der Gruppe Scientist Rebellion werden diese Aktionen womöglich nicht begleiten können. Die Münchner Polizei will sie nach einer Serie von Straßenblockaden und Festklebe-Aktionen vorerst in Polizeigewahrsam behalten. Zur Gefahrenabwehr würden sie auf richterliche Anordnung längstens bis Freitag festgehalten, um weitere, bereits angekündigte Aktionen zu verhindern, sagte ein Polizeisprecher am Montag.

− dpa