Getötete Studentin
Fall Hanna bei „Aktenzeichen XY“: 50 Hinweise und neue Details

10.11.2022 | Stand 22.09.2023, 3:30 Uhr |

Bei der Absuche im Bereich des Parkplatzes der Kampenwandseilbahn wurde im angrenzenden Bachlauf eine Uhr gefunden und sichergestellt. −Foto: PP OBB Süd, Combo: PNP

Von Maximilian Klapper

Der Fall aus Aschau im Chiemgau (Landkreis Rosenheim) um die getötete Hanna (23) erreicht bundesweit immer mehr Aufmerksamkeit. Am Mittwoch wurde er in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY.. ungelöst“ gezeigt, wobei neue Details bekannt wurden.



Der Heimweg vom Club „Eiskeller“ war für 23-jährige Hanna nur etwa einen Kilometer lang, sie ist jedoch nie Zuhause angekommen. Die Sonderkommission „Club“ sucht weiter Zeugen, die in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober zwischen 2 und 3 Uhr in Hohenaschau unterwegs waren. Bei den Ermittlungen rückt eine Armbanduhr, die in der Nähe des vermuteten Tatorts gefunden wurde, immer weiter in den Mittelpunkt.

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Hans-Peter Butz, Leiter der Sonderkommission „Club“, ermittelt seit fünf Wochen mit rund 50 Personen. In der Fernsehsendung lieferte er neue Details: Kurz vor halb 3 machte sich die Medizinstudentin alleine zu Fuß auf den Heimweg zu ihren Eltern. Im Bereich des Parkplatzes zur Kampenwand-Seilbahn und des Flüsschens Bärbach müsse es zu dem schrecklichen Verbrechen gekommen sein.

Kannte Hanna ihren Angreifer oder nicht?

Ob Hanna ihren Angreifer bereits im Club kennenlernte, oder auf dem Heimweg „mehr oder weniger zufällig auf den oder die Täter gestoßen ist“ sei derzeit noch ungeklärt, sagte Butz. Deshalb suche man alle Personen, die in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober zwischen 2 und 3 Uhr in Hohenaschau unterwegs waren.

Eine Armbanduhr sei im Bärbach unweit eines Rings gefunden worden, den Hanna in der Nacht ihres Todes getragen hatte. „Das Armband der Uhr war abgerissen, sie lag zwar einige Zeit im Wasser, war aber noch funktionsfähig.“ Aufgrund der Auffindesituation wäre es für die Soko sehr wichtig zu wissen, wem die Uhr zuletzt gehört hatte. Die Uhr könnte bei dem Kampfgeschehen von der Handgelenk gerissen worden sein.

Um diese Uhr geht es

Zur Uhr: Die Armbanduhr ist von der Marke „Holzkern“, Modell „Charlie“. Das Modell befindet sich seit Oktober 2019 auf dem Markt. Sie ist überwiegend aus braunem Holz gefertigt, ist batteriebetrieben und hat ein römisches Ziffernblatt mit Sekunden-, Minuten- und Stundenzeiger. Das Gehäuse hat eine Durchmesser von vier Zentimetern, das Band einen Klappverschluss. Die Zeit lässt sich manuell über eine Krone einstellen. „Das ist kein alltägliches Modell“, sagt Butz.

Bis zum Ende der Sendung gingen an die 50 Hinweise bezüglich der Armbanduhr ein. Zusätzlich gingen bei der Kriminalpolizei in Rosenheim weitere 38 Hinweise ein. Diese werden nun gezielt bewertet und die Ermittlungen dazu gestartet. Mehr als 400 Hinweise gingen bislang bei den Ermittlern ein, auch mehr als 140 Gäste des Clubs „Eiskeller“ haben ihre Kontaktdaten der Kripo über das Medien-Upload-Portal mitgeteilt, Mit allen werde sich die die Soko in Verbindung setzen, heißt es in einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Weiter können Hinweise bei der Sonderkommission „Club“ abgegeben werden, unter 0800/5565101.