Künstler aus Altötting
Die Rechnung geht auf: Schwartzerdt-Preis für Toninho Dingl

13.01.2022 | Stand 21.09.2023, 0:08 Uhr

Immer stärker deformiert: Mit diesem dreiteiligen Briefkastenset hat der Altöttinger Toninho Dingl den Schwartzerdt-Preis der Melanchthon-Stadt Bretten bei Karlsruhe eingeheimst. −Foto: Hölzlwimmer

"Heimspiel" war die Ausstellung betitelt, die der Altöttinger Toninho Dingl 2017 in der Stadtgalerie der Kreis- und Wallfahrtsstadt bestritten und mit der er viel Aufsehen erregt hat. Damals waren vor allem großformatige Bilder, entstanden in digitaler Malerei, zu sehen. Eines davon illustrierte eine Anekdote aus Gerhard Polts Jugend: 1949 scheuchte dieser zusammen mit einem Freund Hühner ins Panorama. In Dingls Version war das Federvieh zu riesenhaften apokalyptischen Reitern mutiert, die er durch das antike Jerusalem streunen ließ.

Jüngster Erfolg in Karlsruhe, wo Dingl studiert

Nun hat der 33-Jährige einen schönen Erfolg zu verbuchen. Ein "Heimspiel" war dabei nur die Fertigung der prämierten Stücke im Atelier in Altötting, den Erfolg sicherte er sich in einem "Auswärtsspiel": in Karlsruhe, wo er an der Kunstakademie studiert. Er schaffte es in deren Winterausstellung – allein das schon keine Selbstverständlichkeit, braucht es dafür doch die Zustimmung einer Professoren-Jury. Die bekam Toninho Dingl, der bei dem aus Altötting stammenden Prof. Franz Ackermann studiert. Obendrein heimste er den erstmals ausgelobten und mit 1500 Euro dotierten Schwartzerdt-Preis der Melanchthon-Stadt Bretten ein.

Drei demolierte Postkästen stellen sein Kunstwerk dar

Geschafft hat er das mit dem Dreiteiler "Mahnung 1 bis 3". Er besteht aus drei Briefkästen, die in fortschreitendem Grad deformiert sind und sinnbildlich für die Zerstörungskraft von Nachrichten stehen, wenn diese beispielsweise aus Rechnungen bestehen. In Dingls Fall ist die Conclusio freilich eine andere: Seine Rechnung ist aufgegangen.

Stephan Hölzlwimmer