Der Donau-Gewerbepark boomt

Stadt verkauft rund 40 000 Quadratmeter an mehrere Firmen – Erweiterung geplant

30.03.2021 | Stand 19.09.2023, 22:17 Uhr |

Im Donau-Gewerbepark wird die Stichstraße bei Baukeramik Müller und Kühltransporte Drexler verlängert: Dort soll das Erweiterungsgebiet erschlossen werden.

Osterhofen. Jetzt boomt der Donau-Gewerbepark: Nach den Erweiterungen des Gewerbegebiets "Am Stadtwald" in den vergangenen Jahren verzeichnet die Stadt nun ein hohes Interesse an ihren Gewerbegrundstücken in Ruckasing.

Ingesamt geht es um rund 40000 Quadratmeter: Diese Flächen wurden in den letzten Monaten verkauft oder die Verhandlungen mit den Firmen stehen kurz vor dem Abschluss, erläutert Liegenschaftsverwalter Oliver Hartl. Entsprechend sieht der Haushaltsplan 2021 hohe Einnahmen aus Veräußerung von Sachen des Anlagevermögens vor: 1922000 Euro sind hier eingeplant, 521000 Euro waren im Vorjahr auf dieser Position angesetzt.

Neu ins Gewerbegebiet will die Firma "Hagn Umwelttechnik GmbH" ziehen: Sie bietet Ingenieurbau, Deponie-, Erd- und Wasserbau an und gehört zur Firmengruppe Felbermayr, einem international tätigen Bau- und Fuhrunternehmen mit Sitz in Wels/Österreich. Die Firma hat in Ruckasing 10000 Quadratmeter erworben, zudem gibt es eine Optionsfläche zur möglichen Erweiterung, informiert Oliver Hartl.

Ebenfalls neu im Gewerbegebiet will die Firma Hiller Verkehrseinrichtungen bauen, die ihren Hauptsitz in Eberhardzell, Oberschwaben, hat. Zu ihren Leistungen gehören Verkehrseinrichtungen wie Verkehrszeichen, Sicherheitsspiegel, Hin- weistafeln oder Produkte zur Verkehrsberuhigung und -lenkung, aber auch Leitplanken und Kernbohrungen.

Doch nicht nur Neuansiedlungen erfolgen im Donau-Gewerbepark, auch einige bestehende Firmen wollen ihren Betrieb erweitern. Dazu zählen zum Beispiel die Firmen Drexler Kühltransporte und Geoplan. Einige weitere Firmen, die Grundstücke im Donau-Gewerbepark erwerben oder dies vorhaben, wollen nicht genannt werden.

Mit den aktuellen Verkäufen bzw. den bevorstehenden Vertragsabschlüssen ist die Fläche, die die Stadt Osterhofen bislang im Donau-Gewerbepark erschlossen hat, komplett weg: 16 Hektar sind dann im Gewerbegebiet bebaut, sagt Oliver Hartl. Deshalb steht nun eine Erweiterung bevor – zudem besteht die Möglichkeit für eine spätere, nochmalige Ausdehnung.

Für die jetzige Erweiterungsfläche um 3,5 Hektar sollen ab Juni/Juli die Erschließungsarbeiten erfolgen: Laut Bauamtsleiter Christian Moosbauer hat der Stadtrat im nicht öffentlichen Teil seiner Sitzung vergangene Woche die Verlängerung der Stichstraße hinter der Firma Geoplan beschlossen. Damit kann die Ausschreibung für Straßenbau, Wasser und Kanal erfolgen und auch für Anlagen zur Oberflächenentwässerung. Dazu zählen Rigolen (unterirdische Pufferspeicher) zur Versickerung sowie Regenrückhaltebecken, schildert Moosbauer.

Zudem will die Stadt Parkmöglichkeiten für vier bis fünf Lkw schaffen: Hinter der Einfahrt ins Gewerbegebiet soll links entlang der Straße das Bankett für Längsparker ausgebaut werden.

Der Donau-Gewerbepark besteht seit Ende der 1990er Jahre. Doch nach den Firmenansiedlungen der ersten Jahre stockte der weitere Grundstücksverkauf spätestens seit dem Donau-Hochwasser 2013. Den Grund für die aktuell hohe Nachfrage nach Gewerbegrundstücken kennt Liegenschaftsverwalter Hartl nicht. Er vermutet, dass ähnlich wie im Privaten auch bei Firmen viel Geld zur Verfügung stehe, das am Besten in Grunderwerb und Erweiterungen investiert werde. Zudem waren die nun verkauften Flächen im Donau-Gewerbepark relativ günstig: Bei den Erweiterungsflächen wird der Preis anziehen, vermutet Oliver Hartl, weil jetzt die Erschließungskosten wesentlich höher ausfallen als früher.

Wer im Gewerbepark bauen will, muss auf hochwasserangepasste Bauweise achten. Deshalb siedelt kein produzierendes Gewerbe mit teuren Maschinen an, vielmehr werden Werkstätten und Lagerhallen gebaut, die Büroräume müssen sich über der Linie für ein 100-jähriges Hochwasser befinden.

Die erste Lagerhalle ist bereits im Bau: Der Spatenstich für eine neue Lagerhalle der Osterhofener Werkstätten erfolgte bereits vor vier Wochen. Das nötige Grundstück hatte die Lebenshilfe allerdings schon vor vielen Jahren erworben, weiß Hartl.