Osterhofen
Auf geht‘s zum Rosstag!

Stadt und Pferdefreunde wollen den Kutschenfestzug am Palmsonntag abhalten

21.02.2022 | Stand 22.09.2023, 2:09 Uhr

Dieser Anblick war zuletzt 2019 zu sehen, als der letzte Kutschenfestzug über den Osterhofener Stadtplatz führte. Nach zwei Jahren Pause wegen der Pandemie soll heuer am 10. April wieder ein Rosstag stattfinden. −Foto: Archiv Birgmann

Die Stadt Osterhofen zeigt sich zuversichtlich: Der für Palmsonntag, 10. April, vorgesehene Rosstag wird heuer tatsächlich stattfinden. Das hat Bürgermeisterin Liane Sedlmeier am Montag bekannt gegeben. Damit wird einer der größten Festtage in Osterhofen, zu dem Tausende von Zuschauern aus Nah und Fern ins Stadtzentrum kommen, nach zweijähriger Pause wieder stattfinden können.

In der Sitzung des Haupt-, Kultur- und Sozialausschusses zu Jahresbeginn war man noch vorsichtig in die Planung des Festtages gegangen. Am Montag ist die Entscheidung im Gasthaus "Bayerischer Löwe" gefallen: Bürgermeisterin Sedlmeier, Kulturreferentin Susanne Brotzaki und Josef Gerstl, Vorsitzender der Pferdefreunde, beschlossen, den Rosstag so abzuhalten wie bisher.

Sie vertrauen in ihrer Planung darauf, dass – wie aus der jüngsten Ministerpräsidenten-Konferenz zu hören war – ab 20. März weitreichende Lockerungen kommen und die Corona-Pandemie soweit abgeflaut ist, dass auch größere Veranstaltungen tatsächlich wieder stattfinden können. Sollten weiterhin Beschränkungen gelten, die eine Umsetzung des Osterhofener Rosstags unmöglich machen, so müsse man kurzfristig reagieren, erläuterte Liane Sedlmeier.

Das Thema des Rosstags steht bereits seit 2020 fest. Denn Stadt und Pferdefreunde waren längst in die Planung eingestiegen, als das damals neue Corona-Virus ab März Großveranstaltungen unmöglich machte. Jetzt kann man auf diese Vorarbeit aufbauen. Zu "Unsere heimische Jagd – Hege und Pflege im Wandel der Zeit" werden zahlreiche Kutschen über den Stadtplatz rollen. Knapp 50 Kutschengespanne, Reiter und Fußgruppen beteiligen sich üblicherweise an dem großen Umzug zum Rosstag. Dieses Mal werden es wohl etwas weniger werden, schätzt Kulturreferentin Brotzaki. Gewaschen, gestriegelt, mit glänzendem Fell und geflochtenen Mähnen werden sich auch heuer Pferde verschiedener Rassen präsentieren – darunter Percheron, Schweres Warmblut, Süddeutsches Kaltblut, Noriker und Masuren. Und auch die Kutschen werden wieder mit Blumenschmuck und Bändern hübsch herausgeputzt. Zu sehen sind auch hier unterschiedliche Modelle aus verschiedenen Zeiten, von Wagonette über Vis-à-vis-Kutschen und Viktoriakutschen bis hin zu hoch aufgebauten Landauern.

Dazu bedarf es natürlich einiger Vorbereitung, damit Kutscher und Pferdebesitzer sich am Umzug zum Palmsonntag beteiligen. Um die "Rosserer" kümmert sich wie immer Josef Gerstl. Ein Teil der Kutschen wird zudem als Themenwagen ausstaffiert. Bei der ursprünglichen Konzeption des Mottos 2020 waren ein Beitrag zu "Die Herrschaft fährt zur Jagd" mit entsprechender Kutsche sowie "Wilderer mit Hochsitz" geplant, dazu Tiere wie präparierte Hirsche und Wildsauen, aber auch Niederwild. Ob dies alles jetzt umgesetzt werden kann, muss die Detailplanung der nächsten Tage und Wochen erst zeigen.

Geladen werden auch wieder zahlreiche Ehrengäste, die in den Kutschen mitfahren dürfen. Zum einen passend zum Motto Vertreter des Bayerischen Jagdverbands und des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, eventuell auch Jägergruppen oder Hundeführer. Und natürlich wird wieder die Lokalprominenz erwartet. Neben Bürgermeisterin Sedlmeier dürfen üblicherweise auch Landrat Christian Bernreiter sowie Abgeordnete, Vertreter der umliegenden Kommunen, der Kirche und auch der örtlichen Vereine in den Kutschen Platz nehmen. Für die Schirmherrschaft wurde die Einladung an stellvertretenden Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger erneuert, eine Rückmeldung liegt noch nicht vor.

Der Kutschenfestzug wird wieder über die Seewiesen zum Stadtplatz führen, durch die Vorstadt und zurück über die Bahnhofstraße. Gestartet wird in Altenmarkt beim Eder-Hof der Familie Heindl. Hier sind die Ehrengäste traditionell vorab zum Empfang geladen. Auch dies ist bereits abgesprochen, erläutert die Bürgermeisterin.

Wie seit einigen Jahren üblich, wird in der Vorstadt wieder eine Pferdevorstellung geplant. Ebenso wird ein Fierantenmarkt aufgebaut und die Osterhofener Geschäfte laden zum Einkaufsbummel ein.

− gs