Günzburg
Achterbahn-Unfall im Legoland: Zahl der Verletzten steigt auf über 30

11.08.2022 | Stand 07.06.2024, 13:11 Uhr |

Im bei Familien beliebten Legoland passiert ein Unfall auf einer Achterbahn. Zwei Züge sind involviert, viele Menschen werden verletzt. Erst kürzlich gab es einen tödlichen Achterbahn-Unfall in einem anderen Freizeitpark.



Bei einem Unfall auf einer Achterbahn im Legoland im schwäbischen Günzburg sind 31 Menschen verletzt worden, einer davon schwer. Das sagte ein Sprecher der Polizei am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Ein Achterbahnzug habe am Donnerstag stark abgebremst, ein weiterer Zug sei auf diesen aufgefahren.

Wegen des Meldestichworts „Massenanfall von Verletzten“ wurden drei Rettungs- und Intensivhubschrauber, elf Rettungswagen, fünf Krankentransportwagen, zwei Notärzte und ein Großraumrettungswagen alarmiert, schreibt das Bayerische Rote Kreuz in einer Pressemitteilung am Abend. Fünf Führungskräfte des Bayerischen Roten Kreuzes koordinierten gemeinsam mit der Sanitätseinsatzleitung den Einsatz. Um die Zuginsassen aus der Höhe zu evakuieren, waren zwei Drehleiterfahrzeuge der Feuerwehr im Einsatz.

Bergung dauerte

Einer Sprecherin des Legolandes zufolge geschah der Unfall im Bahnhofsbereich der Achterbahn „Feuerdrache“. Ein Achterbahnzug soll am Donnerstag stark abgebremst haben, ein weiterer Zug auf diesen aufgefahren sein. Alle verfügbaren Rettungskräfte des Legolandes seien im Einsatz gewesen. Der Freizeitpark blieb trotz des Unfalls zunächst geöffnet. Warum die Züge der Achterbahn zusammenstießen, blieb erst einmal unklar.

Da sich die Sicherungsbügel der Bahnen mit jeweils bis zu 20 Plätzen nach dem Unfall nicht öffnen ließen, dauerte die Bergung der Passagiere, darunter auch Kinder, einige Zeit. Zunächst war die Rede von neun Verletzten gewesen, dann von 34 und schließlich von 31 - darunter ein Schwerverletzter. Die Ermittlungen zur Unfallursache übernahmen die Kriminalpolizei in Neu-Ulm und die Staatsanwaltschaft Memmingen. Auch ein Sachverständiger sollte beauftragt werden.

Rund 29 Kilometern in der Stunde

Die Achterbahn „Feuerdrache“ führt zunächst durch einen überdachten, abgedunkelten Bereich des Parks. Im Verlauf der Fahrt geht es dann an der frischen Luft über eine Strecke mit Gefällen und einigen Kurven. Nach Parkangaben fährt die Achterbahn bis zu acht Meter pro Sekunde schnell, was rund 29 Kilometern in der Stunde entspricht.

Hergestellt wurde die Bahn von der niederbayerischen Firma Zierer Karussell- und Spezialmaschinenbau in Deggendorf. Das Unternehmen gestaltet und fertigt Achterbahnen, Fun und Major Rides, Rundfahrgeschäfte sowie Wellenflieger für namhafte Freizeitparks auf der ganzen Welt.

Am vergangenen Samstag hatte es in einem Freizeitpark in Klotten an der Mosel in Rheinland-Pfalz einen tödlichen Vorfall bei einer Achterbahnfahrt gegeben. Eine 57-jährige Frau war aus der fahrenden Attraktion gestürzt. Sie erlitt tödliche Verletzungen. Warum die Frau aus der Achterbahn stürzte, ist noch unklar. Der Park hat seit Dienstag wieder für Besucher geöffnet, die Achterbahn blieb aber zunächst stehen. Grund dafür war, dass der Landkreis den Betrieb der Bahn vorübergehend untersagt hatte.

Mehr als 60 Attraktionen im Park

Das Legoland war 2002 an der A8 (Stuttgart-München) eröffnet worden. Günzburg hatte sich gegen rund 300 andere mögliche Standorte in aller Welt - darunter Tokio - durchgesetzt. Inzwischen gibt es zehn Themenbereiche mit mehr als 60 Attraktionen in dem Park. Zum Legoland gehört auch ein eigenes Feriendorf für Kurzurlauber.

In dem Günzburger Legoland arbeiten während der Saison rund 1100 Mitarbeiter. Nach der Eröffnung hatte der Park zunächst pro Saison etwa 1,3 Millionen Gäste vermeldet, später gab das Unternehmen keine genauen Besucherzahlen mehr bekannt.

Neue Achterbahn wird gebaut

Zum Betreiber Merlin Entertainments mit Sitz in England gehören neben dem deutschen Legoland-Park noch zahlreiche weitere Freizeitparks. Nach Angaben des Unternehmens zählen 140 Einrichtungen zu dem Konzern.

Derzeit wird in dem Legoland eine neue Achterbahn gebaut. Im kommenden Jahr soll ein neues Themengelände mit der Bahn eröffnet werden. Mit mehr als 15,5 Millionen Euro sei dieser Teil die größte Einzelinvestition des Betreibers Merlin Entertainments in den Freizeitpark seit der Eröffnung vor 20 Jahren, berichtete Legoland vor wenigen Monaten. Die neue Achterbahn soll so gebaut werden, dass auch Grundschulkinder damit fahren dürfen.

− dpa