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Kugelrund und steinhart war sein Bauch: Wenn sich Claude heute das Foto ansieht, das kurz vor seiner Herz-Operation gemacht wurde, fühlt er sich unendlich erleichtert und dankbar.  − Fotos: Hedemann

Kugelrund und steinhart war sein Bauch: Wenn sich Claude heute das Foto ansieht, das kurz vor seiner Herz-Operation gemacht wurde, fühlt er sich unendlich erleichtert und dankbar.  − Fotos: Hedemann

Kugelrund und steinhart war sein Bauch: Wenn sich Claude heute das Foto ansieht, das kurz vor seiner Herz-Operation gemacht wurde, fühlt er sich unendlich erleichtert und dankbar.  − Fotos: Hedemann


Sein Schicksal rührte AMADE-Präsidentin Prinzessin Caroline von Hannover, doch er kann sich nicht an sie erinnern. Vor vier Jahren entdeckten die monegassische Prinzessin und die burundische Sängerin Khadja Nin den damals zwölfjährigen Claude Nduwimana in einem überfüllten Krankenhaus in der Hauptstadt Bujumbura. Ein seltener Herzfehler hatte dazu geführt, dass Blut und Flüssigkeit vom Herzen bis in den Unterleib des Jungen sickerten. Nach sieben Jahren war Claudes Bauch zu einer strammen, schweren Kugel angeschwollen. So groß wie ein riesiger Kürbis. Claude wäre gestorben, wären nicht die Sängerin und die Prinzessin eines Morgens an seinem Krankenbett gestanden.
Operation und Transport kosteten Tausende Euro"Ich weiß nicht mehr, wie die Prinzessin aussah, aber an Khadja Nin kann ich mich genau erinnern", erzählt Claude stolz. Nin ist eine der bekanntesten Sängerinnen Burundis. Zusammen mit der Prinzessin aus Monaco und einer AMADE-Delegation besuchte sie Claude 2007 im Krankenhaus. Seitdem sagt der Schüler jedes Mal "Die kenne ich, die hat mir das Leben gerettet", wenn einer ihrer Songs im Radio gespielt wird.

Vor vier Jahren hätte niemand gedacht, dass Claude das neue Album seiner Lieblingssängerin noch erleben würde, der seltene Herzfehler war im medizinisch katastrophal unterversorgten Burundi ein sicheres Todesurteil. "Mir tat alles weh und mein Bauch war so dick, dass ich nicht mehr mit den anderen Kindern Fußball spielen konnte", erzählt Claude, während er nachdenklich ein Foto anschaut, das kurz vor der Operation gemacht wurde. Jetzt zeugt nur noch eine schmale Narbe auf seiner Brust von dem aufgeschwollenen Bauch, der größer war als der Fußball, dem Claude jetzt mit seinen Freunden wieder hinterherjagen kann. Das Leben des Teenagers ist wieder in Ordnung.

Claude kann wieder Fußball spielen. Die Operation in Belgien hat vor vier Jahren sein Leben gerettet. Der 16-Jährige will nun einen guten Schulabschluss machen, um seine Familie aus dem Slum holen zu können.

Claude kann wieder Fußball spielen. Die Operation in Belgien hat vor vier Jahren sein Leben gerettet. Der 16-Jährige will nun einen guten Schulabschluss machen, um seine Familie aus dem Slum holen zu können.

Claude kann wieder Fußball spielen. Die Operation in Belgien hat vor vier Jahren sein Leben gerettet. Der 16-Jährige will nun einen guten Schulabschluss machen, um seine Familie aus dem Slum holen zu können.


Nachdem Khadja Nin den damals zwölf Jahre alten Claude im Krankenhaus kennengelernt hatte, veranlasste sie, dass Claude unverzüglich nach Belgien geflogen wurde, um dort von einem Herzspezialisten operiert zu werden. In Burundi war der komplizierte Eingriff nicht möglich. Operation, Flug und Aufenthalt in einer belgischen Gastfamilie kosteten mehrere tausend Euro. Claude kann jetzt endlich ein normales Leben führen, aber ist es gerechtfertigt, dass eine Hilfsorganisation soviel Geld für die Rettung eines einzigen Menschenlebens ausgibt? "Claudes Operation wurde nicht mit Spendengeldern ermöglicht, Khadja Nin hat alles alleine finanziert. Für sie und für uns ist jedes einzelne Menschenleben unbezahlbar", sagt Spès Nihangaza, Generalsekretärin von AMADE in Burundi. Claudes Mutter Leonie ist jedenfalls heilfroh, dass die Sängerin für die lebensrettende Operation aufkam, sonst hätte sie hilflos mit ansehen müssen, wie ihr ältester Sohn langsam und qualvoll stirbt. Mit Claude, seinen sechs jüngeren Geschwistern und Claudes Vater lebt sie in Buterere, dem schlimmsten Slum der Hauptstadt. Die Arbeitslosigkeit liegt hier bei fast 100 Prozent, kein Haus hat fließend Wasser oder Strom, die hygienischen Bedingungen sind so schlimm, dass es immer wieder zu Cholera-Ausbrüchen kommt, Alkoholismus und Gewalt gehören wie Dreck und Gestank zum Leben in Buterere.
"Ich möchte meinen Eltern ein Haus bauen"Jeden Morgen macht Claudes Vater sich auf der Suche nach Arbeit auf den Weg. Wenn er Glück hat, kann er einen Tag lang Steine schleppen, bekommt dafür 2500 burundische Francs, umgerechnet rund 1,45 Euro pro Tag, doch meist kommt er abends still und ohne eine einzige Münze in der Tasche zurück. Vor kurzem riss eine Sturmböe das Wellblechdach von der Hütte der Familie, seitdem prasselt der tropische Regen täglich auf den festgestampften Lehmboden. Geld, um das Dach zu reparieren, haben Claudes Eltern nicht.

Claude möchte dem elendigen Leben in Buterere so schnell wie möglich entfliehen. Er weiß, dass nur die Schule die Tore, die aus dem Slum führen, öffnen kann. Der gute Schüler: "Ich möchte Arzt werden, damit ich meinen Eltern irgendwann woanders ein gutes Haus bauen und Kranken in Burundi das Leben retten kann. Sie sollen nicht sterben müssen, nur weil sie es sich nicht leisten können, nach Belgien zu fliegen."



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305805
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Eine Sängerin rettete diesem Jungen das Leben
Sein Schicksal rührte AMADE-Präsidentin Prinzessin Caroline von Hannover, doch er kann sich nicht an sie erinnern. Vor vier Jahren entdeckten die monegassische Prinzessin und die burundische Sängerin Khadja Nin den damals zwölfjäh
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2011-12-29 00:00:00
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Die Autoren


Eva Fischl und Philipp Hedemann haben in Burundi recherchiert. Sie berichten über das Hilfsprojekt und die Schicksale von Kindern.