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PNP-Spendenaktion

Als Köche bekommen Waisen eine zweite Chance

Kevin (17, Seite 2) und Emmanuel (19, Seite 1) sind beide im Ausbildungsprogramm von AMADE − Ohne die Hilfe wären die Jungen auf der Straße gelandet oder tot

von Eva Fischl & Philipp Hedemann

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Wie man bühnenreif flambiert, das hat Kevin schon gelernt. Der 17-Jährige arbeitet in einem edlen Restaurant in Bujumbura, wo Diplomaten, Minister und Geschäftsleute verkehren.  − Foto: Hedemann

Wie man bühnenreif flambiert, das hat Kevin schon gelernt. Der 17-Jährige arbeitet in einem edlen Restaurant in Bujumbura, wo Diplomaten, Minister und Geschäftsleute verkehren.  − Foto: Hedemann

Wie man bühnenreif flambiert, das hat Kevin schon gelernt. Der 17-Jährige arbeitet in einem edlen Restaurant in Bujumbura, wo Diplomaten, Minister und Geschäftsleute verkehren.  − Foto: Hedemann


Die gewaltige Stichflamme ist Kevin Mbazumutimas Spezialität. Wenn er seine Crêpes direkt am Tisch flambiert, ist der angehende Koch der "King" im feinen "Le Flamboyant". Kevin wurde in seinem Leben nie wie ein König behandelt. Seine Mutter starb, als er zwei Jahre alt war. Was mit dem Vater geschah, weiß er nicht, er wurde rumgestoßen, bis AMADE sich seiner annahm. Wie Tausenden anderen Jugendlichen ermöglicht die Hilfsorganisation ihm eine Berufsausbildung.

"Flamboyant" heißt auf Deutsch Flammenbaum. Der prächtige Busch mit den feuerroten Blüten gedeiht überall in Burundi, Kevins Lieblingsgericht passt gut zum Namen des edlen Restaurants in der Hauptstadt Bujumbura. Als der kleine Junge in Lumpen und allein gelassen, dem Tod nahe, in einem der überfüllten Krankenhäuser Bujumburas lag, hätte er sich niemals träumen lassen, dass er einmal mit weißem Hemd, kurz gebundenem Schlips und dunkler Hose für Diplomaten, Minister und Geschäftsleute flambieren, filettieren und blanchieren würde.

"Ohne AMADE wäre ich jetzt wohl tot. Falls ich leben würde, dann wahrscheinlich auf der Straße", sagt Kevin mit Tränen in den Augen. Caritas Habonimana, die ältere Schwester von AMADE-Gründerin Spès Nihangaza, selbst Krankenschwester und AMADE-Mitarbeiterin, entdeckte Kevin vor sieben Jahren in einem Krankenbett und kümmerte sich um ihn wie um ihr eigenes Kind.
Abends arbeiten, tagsüber lernen"Meine Mutter war sehr krank", sagt Kevin. Immer wenn er unsicher ist, fängt er an zu stottern. Jetzt stottert er. Über den Tod seiner Mutter zu sprechen, verunsichert ihn sehr. Er weiß, dass seine Mutter nicht an irgendeiner Krankheit starb, sie starb an Aids. Kevin wurde bereits im Mutterleib infiziert. Seitdem Caritas Habonimana dafür sorgt, dass er die richtigen Medikamente bekommt, ist die Krankheit unter Kontrolle. Da der Kochlehrling keine Verwandten mehr hat, kam er nach einem langen Krankenhausaufenthalt im AMADE-Wohnheim unter, konnte mit Hilfe der Organisation seinen Schulabschluss machen. Doch trotz guter Noten ist es für HIV-positive Absolventen besonders schwierig, eine Lehrstelle zu finden. Auch hier half AMADE.

"Ich koche und serviere gerne, aber eigentlich möchte ich Arzt werden. Für meine Mutter kam die Hilfe zu spät, aber Ärzte haben mir das Leben gerettet. Ich möchte auch Leben retten", sagt Kevin ganz ohne zu stottern. Er ist sich seiner Sache sicher.

Um sein Ziel zu erreichen, arbeitet er jetzt nur noch abends im "Flamboyant", tagsüber drückt er wieder die Bank einer weiterführenden Schule, um bald sein Medizinstudium aufnehmen zu können. "Wir wollen, dass unsere Kinder nicht ewig auf unsere Hilfe angewiesen sind, sondern für sich selbst sorgen können. Bildung und Ausbildung sind dafür am wichtigsten", sagt Spès Nihangaza, als Kevin ihr den frisch flambierten Crêpe serviert. Ob er nun Chefarzt oder Chefkoch wird: Kevins gute Schulnoten und die feine Karamellschicht auf dem hauchdünnen Pfannkuchen sprechen dafür, dass das AMADE-Konzept aufgeht.

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Auch Kartoffelschneiden will gelernt sein: Ausbilder Christophe zeigt Emmanuel, worauf er achten muss. Seit 1998 ist der Junge, der aus dem Kongo kam, bei AMADE. Seine Eltern hat er in den Bürgerkriegswirren verloren und nie wieder gefunden.  − F.: Fischl

Auch Kartoffelschneiden will gelernt sein: Ausbilder Christophe zeigt Emmanuel, worauf er achten muss. Seit 1998 ist der Junge, der aus dem Kongo kam, bei AMADE. Seine Eltern hat er in den Bürgerkriegswirren verloren und nie wieder gefunden.  − F.: Fischl

Auch Kartoffelschneiden will gelernt sein: Ausbilder Christophe zeigt Emmanuel, worauf er achten muss. Seit 1998 ist der Junge, der aus dem Kongo kam, bei AMADE. Seine Eltern hat er in den Bürgerkriegswirren verloren und nie wieder gefunden.  − F.: Fischl


Der 19-Jährige lebt im Transitzentrum der Hilfsorganisation. Foto: Fischl

Der 19-Jährige lebt im Transitzentrum der Hilfsorganisation. Foto: Fischl

Der 19-Jährige lebt im Transitzentrum der Hilfsorganisation. Foto: Fischl




 
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Als Köche bekommen Waisen eine zweite Chance
Die gewaltige Stichflamme ist Kevin Mbazumutimas Spezialität. Wenn er seine Crêpes direkt am Tisch flambiert, ist der angehende Koch der "King" im feinen "Le Flamboyant". Kevin wurde in seinem Leben nie wie ein König behandelt. Seine Mutte
http://www.pnp.de/service/verlag/ein_licht_im_advent/spendenaktion_2011/berichte/306572_Als-Koeche-bekommen-Waisen-eine-zweite-Chance.html
2011-12-29 19:40:00
http://www.pnp.de/_em_daten/_ngen/2011/12/29/teaser/111229_1918_29_34739515_kevin_teaser.jpg
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Die Autoren


Eva Fischl und Philipp Hedemann haben in Burundi recherchiert. Sie berichten über das Hilfsprojekt und die Schicksale von Kindern.