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Burundi ist das drittärmste Land der Welt. Auf dem Human Development Index der Vereinten Nationen belegt es den 185. von 187 Rängen, auf dem Welthungerindex der deutschen Welthungerhilfe sogar den vorletzten von 81. Plätzen. Die Mutter- und Säuglingssterblichkeit gehört zu den höchsten der Welt. 166 von 1000 Kindern sterben, bevor sie das fünfte Lebensjahr erreicht haben (in Deutschland sind es vier), die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 50,4 Jahren (80,4 Jahre in Deutschland), rund zwei Drittel der Bevölkerung müssen von weniger als einem Euro pro Tag leben, nur zwei Prozent der Bevölkerung haben zu Hause Strom.

Ursache der katastrophalen Lage in einem der kleinsten und dichtbesiedeltsten Länder Afrikas (geschätzte zehn Millionen Einwohner) ist ein Bürgerkrieg, der das Land von 1993 bis 2005 erschütterte und rund 250 000 Menschenleben kostete.

Von 1896 bis 1916 war das an Tansania, Ruanda und die Demokratische Republik Kongo angrenzende Binnenland Teil Deutsch-Ostafrikas, im Ersten Weltkrieg fiel es an Belgien, wurde 1962 unabhängig. Die politische und wirtschaftliche Elite Burundis wurde jahrzehntelang von den Tutsi gestellt. Dabei machen sie nur rund 14 Prozent der Bevölkerung aus, rund 85 Prozent der Bevölkerung sind Hutu. Immer wieder kam es zu Konflikten zwischen den beiden größten Bevölkerungsgruppen, bei denen Zehntausende starben, die Staatschefs fielen oft Militärputschs zum Opfer.

1993 kam erstmals durch demokratische Wahlen ein Hutu-Präsident an die Macht, doch er wurde nach nur 100 Tagen im Amt ermordet. Mit dem Mord am Präsidenten brach der Bürgerkrieg aus. Mehr als eine Million Hutu flohen in die Nachbarländer, andere nahmen als Rebellen den Kampf auf. Unter Vermittlung von Nelson Mandela konnte schließlich ein Friedensvertrag ausgehandelt werden, 2005 wurde eine neue Verfassung verabschiedet, seitdem fanden mehrere Wahlen statt, die als relativ frei und fair galten.

Vor zwei Jahren legte die letzte Rebellengruppe offiziell die Waffen nieder, doch der Konflikt ist nicht gänzlich beigelegt. Hutu und Tutsi, Opposition und Regierung misstrauen sich nach wie vor, die Lage der Menschenrechte ist schlecht, die Korruption hoch, im Land kursieren immer noch Tausende Waffen.

Die Zahl der bewaffneten Überfälle und Anschläge nimmt seit Anfang des Jahres wieder stark zu. Im September wurden bei einem Attentat in der Nähe der Hauptstadt Bujumbura 36 Menschen getötet, am 21. November töteten burundische Sicherheitskräfte 18 Menschen. Angeblich Banditen. Staatliche Sicherheitsbehörden haben in Burundi nach Angaben von Bürgerrechtlern in den vergangenen fünf Monaten mehr als 300 ehemalige Rebellen und Unterstützer der Opposition hingerichtet. "Eine teuflische Tötungsmaschinerie richtet sich im ganzen Land gegen Anhänger der Oppositionsparteien", sagte Onesphore Nduwayo, Präsident einer Dachorganisation für Zivilgesellschaft in Burundi.

Im rohstoffarmen Burundi leben rund 90 Prozent der Bevölkerung (66 % Christen, 23 % Naturreligionen, 10 % Muslime) von der Landwirtschaft. Obwohl dem armen Land 2009 ein großer Teil der Schulden erlassen wurde, wird Burundi noch Jahrzehnte auf ausländische Hilfe angewiesen sein. Der Staatshaushalt stützt sich auf internationale Entwicklungshilfe.

Besonders schlecht geht es den Kindern. Aufgrund des langen Bürgerkrieges und der verheerenden Aidspandemie – vermutlich ist jeder 15. Erwachsene mit dem HI-Virus infiziert – wachsen viele Kinder in Burundi als Waisen auf. Nach Schätzung des amerikanischen Geheimdienstes CIA geht nur jedes zweite Kind zur Schule, rund ein Viertel der 10- bis 14- Jährigen verrichtet Kinderarbeit, vor allem Straßenkinder werden zur Prostitution gezwungen oder wurden während des Bürgerkrieges als Kindersoldaten rekrutiert.  − Philipp Hedemann



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278776
Bujumbura
Ein Bürgerkrieg hat Burundi zerstört
Burundi ist das drittärmste Land der Welt. Auf dem Human Development Index der Vereinten Nationen belegt es den 185. von 187 Rängen, auf dem Welthungerindex der deutschen Welthungerhilfe sogar den vorletzten von 81. Plätzen. Die Mutter- und
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2011-11-28 00:00:00
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Die Autoren


Eva Fischl und Philipp Hedemann haben in Burundi recherchiert. Sie berichten über das Hilfsprojekt und die Schicksale von Kindern.