
Die Donau auf Höhe Passau/Heining. | Foto: Robert Geisler/www.rogerimages.de
Die Donau auf Höhe Passau/Heining. - Foto: Robert Geisler/www.rogerimages.de
Der klirrende Frost hat die Schifffahrt in Bayern zum Wochenbeginn weitgehend zum Erliegen gebracht. Allein wegen der Eis-Sperre auf dem Main-Donau-Kanal könnten inzwischen 32 Binnenschiffe nicht weiterfahren, berichtete das Wasser- und Schifffahrtsamt Nürnberg am Montag.
18 Schiffe seien auf dem Main-Donau-Kanal eingeschlossen, 14 Frachter hätten wegen der Kanalsperre an der südlichen Zufahrt eine Zwangspause einlegen müssen, berichtete der Sachbearbeiter im Schifffahrtsbüro der Behörde, Harald Göhring. Auch auf weiten Teilen des bayerischen Mains ruht inzwischen der Schiffsverkehr.
Seit Montag ist der 171 Kilometer lange Main-Donau-Kanal auf einer Länge von 115 Kilometern gesperrt. Die zunächst im mittleren Abschnitt verhängte Sperrung sei nun auf den nördlichen Abschnitt zwischen Bamberg und Hausen ausgeweitet worden, berichtete Göhring. "Der Kanal ist dort zwar noch nicht zugefroren. Aber nachdem der Main ab Bamberg flussabwärts gesperrt ist, macht es keinen Sinn, den Kanal auf dem 35 Kilometer langen Abschnitt zwischen der Main-Mündung und Hausen offen zu halten. Da kann ja eh' kein Schiff kommen", erläuterte Göhring.
Da der Wetterdienst auch für die kommenden Tag klirrenden Frost meldet, sei in dieser Woche kaum mit einer Besserung der Lage zu rechnen. "Ich gehe erst mal davon aus, dass sich an der Situation nichts ändern wird", sagte Göhring. Bereits in den Vorjahren hatten Binnenschiffer oft wochenlang auf dem zugefrorenen Main-Donau-Kanal zubringen müssen.
Auf der kompletten Breite der Donau trieben am Sonntagmorgen nicht nur in Passau Eisschollen. Bilder, wie man sie normalerweise nur aus dem hohen Norden kennt. Laut Wasser- und Schifffahrtsamt Regensburg mussten auch die Schleusen Kachlet und Jochenstein geschlossen werden.
Eisandrang zwingt Schleusen in die Knie
Trotz Versuchen, die Eisschollen mit Stangen aus dem Bereich der Schleusentore in Kachlet und Jochenstein fernzuhalten, war der Eisandrang letztendlich zu stark geworden.
Bislang ist es diesen Winter das kälteste Wochenende in Bayern: Minus 27 Grad wurden auch in der Nacht zum Sonntag in Oberstdorf im Oberallgäu gemessen - genauso wenig wie auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze. Im oberbayerischen Mittenwald (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) sank die Temperatur auf minus 22,7 Grad, im mittelfränkischen Roth auf minus 22,3 Grad. Die Nacht zum Sonntag war damit nur wenig milder als die Rekordnacht zum Samstag.
In der Nacht auf Samstag wurden in Bayern teilweise sogar über minus 30 Grad gemessen. Am kältesten war es wieder in Oberstorf. Und die Kältewelle ist noch lange nicht vorbei: "Wir gehen davon aus, dass die Kälte mindestens noch bis zu Monatsmitte andauern wird. Aber auch danach ist es fraglich, ob sich eine deutliche Milderung schnell durchsetzen kann", berichtet Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal www.wetter.net. − wog/lby
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