von Dr. Edith Rabenstein
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Der Stucksaal der Staatsbibliothek und einige Münzen. − Foto: Stabi
Der Stucksaal der Staatsbibliothek und einige Münzen. − Foto: Stabi
Versteckt, vergessen, durch Zufall entdeckt − der Silberschatz von Passau. Die wertvollen Silbermedaillen und -münzen werden 2012 zum 400. Geburtstag des Jesuitenkollegs als Höhepunkt erstmals ausgestellt.
Seit April ist sie Hausmeisterin in der Staatlichen Bibliothek Passau: Tanja Höls (43). Die gebürtige Berlinerin, die seit 20 Jahren in der Region Passau arbeitet, liebt ihren Beruf und visitiert aufgabengemäß alle Räume und Archive der Bibliothek, die seit 1972 in der Michaeligasse 11 im Herzen der Passauer Altstadt, in unmittelbarer Nachbarschaft der ursprünglichen Bibliothekssäle im ehemaligen Jesuitenkolleg, ihre Heimstatt hat.
Fund beim Visitieren der Archive und Magazine
Überall kommt Tanja Höls hin, in die hintersten Winkel der Magazine. Am vergangenen Freitag hat sie im 4. Stock, wo verschiedene Antiquitäten und Geschenke an die Bibliothek gelagert werden, ein kleines Holzkästchen entdeckt, das auf sie wie eine Schmuckschatulle wirkte. Und: Sie hat es beherzt aufgemacht. In mehreren Schubladen boten sich ihr glänzende, reich geschmückte Silbermedaillen und auch Bronzemünzen dar.

In dieser Schatulle schlummerte ein Silberschatz. Hausmeisterin Tanja Höls fand die alten Münzen auf dem Speicher der Passauer Staatlichen Bibliothek. Rechts Dr. Markus Wennerhold. | Foto: Rabenstein
In dieser Schatulle schlummerte ein Silberschatz. Hausmeisterin Tanja Höls fand die alten Münzen auf dem Speicher der Passauer Staatlichen Bibliothek. Rechts Dr. Markus Wennerhold. - Foto: Rabenstein
Dr. Markus Wennerhold, seit 2007 Herr der Handschriften und Bücher in der "Stabi", wie sie im Kurzjargon liebevoll von ihren Benutzern genannt wird, staunte nicht schlecht, als ihm seine Hausmeisterin den Silberschatz brachte. "Keiner im Haus wusste vom Inhalt dieses Holzkästchens", so Dr. Wennerhold. Die Schmuckschatulle aus hellem Holz stammt aus dem 17. oder 18. Jahrhundert.
"172 Medaillen und Münzen umfasst der Fund, der offensichtlich ein Teil der alten fürstbischöflichen Münzsammlung ist. Die meisten sind aus Silber, einige aus Bronze." Wie lassen sich die Münzen datieren? "Da der Zustand hervorragend ist, kann man sie gut lesen und zuordnen. Der Zustand ist oft nahezu makellos. Sie wirken teilweise wie gestern geprägt. Die ältesten sind aus der Römerzeit, wir haben einige Medaillen aus dem 17. Jahrhundert und auch Geldmittel aus der napoleonischen Zeit gefunden", erläutert der Bibliotheksdirektor. Während die Gedenkmedaillen als Geschenke verwahrt wurden, waren die Münzen als Zahlungsmittel im Verkehr und wurden wahrscheinlich bei den zahlreichen Umbauten der Residenz am Domberg aufgefunden und dann gesammelt. Zur Erinnerung: In den 80er Jahren hat Archäologin Dr. Irene Mittermeier Münzen am Domberg gefunden.
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