• regioevent.de
  • heimatsport.de
  • am-sonntag.de


pnp.de 26.10.2014

Login

   Jetzt registrieren!   Passwort vergessen?




Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...




Passau  |  21.07.2011  |  14:19 Uhr

Theo Waigel in Passau: "Auch wir waren einmal Griechenland"

von Stefanie Lindner

Lesenswert (3) Lesenswert Weitersagen Weitersagen drucken Drucken






Theo Waigel bei seinem Vortrag an der Uni Passau.

Theo Waigel bei seinem Vortrag an der Uni Passau. | Foto: Jäger

Theo Waigel bei seinem Vortrag an der Uni Passau. - Foto: Jäger


Griechenland hätte nicht in die Währungsunion aufgenommen werden dürfen, sagt  der frühere Finanzminister Theo Waigel (72) in Passau. Trotzdem: Was Europa   gerade  erlebt, sei keine Euro-Krise, sondern die Krise einzelner Länder.

Den blinden Passagier kann man nicht so einfach über Bord werfen. "Das verbietet die christliche Seefahrt", schließt Theo Waigel,  Ex-Bundesfinanzminister  und Mitbegründer der Währungsunion, vor seinen Zuhörern das Zwangsexil des EU-Schulden-Staates Nummer eins aus.  Den Griechen  einen kleinen Rettungsring zuwerfen, mit dem Zuruf ,Schwimm‘? Auch nicht.  "Griechenland hätte nicht in die Währungsunion aufgenommen werden dürfen", sagt Waigel. "Aber niemand kann mir verbieten, jemandem in Not zu helfen."

Der Hörsaal der Universität Passau, in dem  der Protagonist aus der Ära Kohl an diesem Donnerstagnachmittag auf Einladung des Lehrstuhls für Politikwissenschaft spricht, ist zu klein für die Hunderten, die gekommen sind. "Idee, Geschichte und Zukunft der europäischen Währungsunion −  Gedanken eines politischen Entscheidungsträgers zur aktuellen Krise" heißt Waigels Vortrag.  Die meisten Zuhörer sind  Studierende,  aber auch einige ältere Menschen sitzen und stehen dicht gedrängt. Deren Ängste könne er verstehen, sagt der einstige CSU-Vorsitzende zu Beginn seines Vortrags.

Trotzdem, der 72-Jährige strahlt an dem Tag, an dem eine Umfrage öffentlich wird, wonach über die Hälfte der Deutschen im Euro eher Nachteile sehen, Optimismus aus. Der Euro stehe im Kurs um 22 Cent besser da als die D-Mark bei ihrem Abschied 2001. Bisher sei aus dem deutschen Haushalt kein Cent in andere Länder geflossen. Das Gedankenspiel einer Teilung der Währungsunion zwischen stabilen Nord-Staaten und instabileren Ländern sei fatal. Überhaupt: Die   EU sei die stärkste Demokratiebewegung, die  es gegeben hat.

Ob und inwieweit sich die Banken an der Rettung Griechenlands beteiligen sollen, darüber ließ sich Waigel gestern ebenso wenig aus wie über aktuelle Ereignisse beim Euro-Gipfel.  Die Bundeskanzlerin und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy, hoffe er, hätten im Einvernehmen mit EZB-Chef Jean-Claude Trichet eine Einigung gefunden. Hilfe zur Selbsthilfe ist, so Waigel, als Lösung klar einem schnellen Schuldenschnitt vorzuziehen. "Sonst bekommt Griechenland  kein frisches, gutes Geld."

Konsolidierung so schnell wie möglich: Das geht laut dem Ex-Finanzminister nur durch stärkere Privatisierung ("Im Wert von 50 Milliarden in den nächsten zwei, drei Jahren") und der Verbesserung der Wettbewerbsbedingungen in Griechenland.

Theo Waigel war in den entscheidenden Jahren  ein Vorkämpfer für den Euro, wandte sich in dieser Entscheidung gegen Opposition, Widerstände in der CSU und in der Bevölkerung. Erst vor kurzem, flicht er als Anekdote ein, habe ihn eine Drohung erreicht mit den Worten "Waigel, Du wirst erschossen, wenn Du die D-Mark nicht wieder einführst." Eine Teilschuld für das griechische Drama  weist er trotz aller Begeisterung für den höheren Plan Währungsunion  Deutschland und Frankreich zu. "Es war falsch, den Stabilitätspakt aufzulockern", als Deutschland selbst der "blaue Brief" gedroht habe. Die Kontrollen hätten  bei Griechenland versagt, auch wenn von  dessen Seite "getrickst und betrogen" worden sei.

Und so sitzen für Waigel Ramsch-Kandidat Griechenland und die stabileren EU-Volkswirtschaften in einem Boot −  was sich bereits bezahlt gemacht habe: "Was glauben Sie, was in der Finanzkrise mit 25, 30 verschiedenen Währungen passiert wäre?" Die Phase der Konsolidierung nach der Krise  schätzt Waigel auf etwa zehn Jahre. So weit, wie der Gastredner in seinen Ausführungen zurückgreift, klingt das kurz, überschaubar. Und so werden die Garantien für Athen in einer Reihe mit dem Marshall-Plan, der das deutsche Wirtschaftswunder ermöglichte,  zur Mahnung in Waigels Gedankengang: "Auch wir waren einmal Griechenland."



Ausführliche Berichte aus der Zeitung: Einzelausgabe als PDF online kaufen | Bereich für Abonnenten
Dokumenten Information
Copyright © Passauer Neue Presse 2014
Dokument erstellt am
Letzte Änderung am




article
176781
Passau
Theo Waigel in Passau: "Auch wir waren einmal Griechenland"
Griechenland hätte nicht in die Währungsunion aufgenommen werden dürfen, sagt  der frühere Finanzminister Theo Waigel (72) in Passau. Trotzdem: Was Europa   gerade  erlebt, sei keine Euro-Krise, sondern die Krise ei
http://www.pnp.de/region_und_lokal/stadt_und_landkreis_passau/passau_stadt/176781_Theo-Waigel-in-Passau-Wir-haben-keine-Krise-des-Euro.html
2011-07-21 14:19:00
http://www.pnp.de/_em_daten/_ngen/2011/07/21/teaser/110721_1418_29_32908911_waigel_teaser.jpg
news



Mehr Nachrichten zum Thema:
Passau


Anzeige





ANZEIGE WIRD GELADEN... SchliessenSchliessen
Inhalt wird geladen...


Angebote aus der Region




Donau-Moldau-Zeitung
Autohaus Unrecht




Anzeige











Ein 21-jähriger Türke wurde im September in Simbach am Inn in einem Fernbus aufgegriffen. Gemeinsam mit einem weiteren Mann wollte er nach Syrien, um sich dem IS anzuschließen. Am Mittwoch wurde er dafür vom Amtsgericht München zu sieben Monaten Haft verurteilt. − Foto: dpa

Immer mehr gewaltorientierte Salafisten reisen von Deutschland in den Nahen Osten...



Ein Blick auf den Baumarkt-Parkplatz in Hauzenberg am Mittwoch Mittag. So ähnlich sah es auch am Dienstag Mittag dort aus. Ein Rentner parkte eine Fahrerin derart zu, dass sie nicht aussteigen, nicht vor- und zurückfahren konnte, offenbar als "Strafe" dafür, dass sie auf der riesigen und fast leeren Teerfläche aus seiner Sicht nicht korrekt geparkt hatte und mit ihrem Parkmanöver zwei Plätze in Anspruch genommen hatte. Zehn Minuten war die Fahrerin in ihrem Lupo gefangen. Erst dann fuhr der 79-Jährige weg und ließ die Frau frei. − Foto: Riedlaicher

Ein äußerst skurriler Fall von "Kampfparken" hat sich diese Woche auf dem fast leeren Parkplatz des...



− Foto: Vennenberg/dpa

Der Vorwurf der Jungen Union (JU), die Stadtspitze verhindere den Ausbau des Mobilfunknetzes in...



In der Schlacht bei Gammelsdorf am 9. November 1313 siegte Ludwig der Bayer über das österreichische Heer. Die Lithographie aus dem Jahr 1855 zeigt Ludwig den Bayern auf einem Schimmel, eine weißblaue Fahne weht hinter ihm. − Foto: Karl Borromäus Murr

Endspurt für die Bayerische Landesausstellung in Regensburg. Noch bis zum 2...



Menschenwürdige Unterbringung als Vorgabe: Junge Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan in ihrem Notquartier über der Stadiongaststätte. − Foto: Eckelt

Passau ist offenbar halbwegs gewappnet für einen möglichen Ansturm: "Selbstverständlich laufen bei...





Ein Blick auf den Baumarkt-Parkplatz in Hauzenberg am Mittwoch Mittag. So ähnlich sah es auch am Dienstag Mittag dort aus. Ein Rentner parkte eine Fahrerin derart zu, dass sie nicht aussteigen, nicht vor- und zurückfahren konnte, offenbar als "Strafe" dafür, dass sie auf der riesigen und fast leeren Teerfläche aus seiner Sicht nicht korrekt geparkt hatte und mit ihrem Parkmanöver zwei Plätze in Anspruch genommen hatte. Zehn Minuten war die Fahrerin in ihrem Lupo gefangen. Erst dann fuhr der 79-Jährige weg und ließ die Frau frei. − Foto: Riedlaicher

Ein äußerst skurriler Fall von "Kampfparken" hat sich diese Woche auf dem fast leeren Parkplatz des...



−Symbolfoto: dpa

Der Dieselmotoren-Hersteller Hatz mit Sitz in Ruhstorf (Lkr. Passau) verlagert Teile seiner...



−Symbolfoto: Binder

Bei einer Großkontrolle auf der A3 bei Passau hat die Polizei bei jedem dritten Lkw Mängel...



Shell-Stationsleiterin Stefanie Huber (34) nahm dem Schleuser den Autoschlüssel ab. Damit die Situation nicht eskaliert, stellte sich Stammkunde und Unternehmer Jörg Jahn (43) dazu. − Foto: Eberle

Mit mehreren Streifen und einem Hubschrauber hat die Polizei Dienstagmittag zwischen Passau und...



Dimitar Doychev Doychev aus Bulgarien macht seit 1. September eine Ausbildung zum Bäcker bei der Bio-Bäckerei Wagner in Ruderting. − Foto: Jäger

Mehr als 1300 junge Menschen sind in diesem Jahr für eine Ausbildung nach Deutschland gekommen...





Die elektronische Höhenverstellung von Küche und Herd demonstrierte Herbert Schmitmeier, geschäftsführender Gesellschafter des Vita d’Oro-Wohnparks (l.). Bürgermeister Jürgen Fundke (2.v.l.) zeigte sich beeindruckt. − Fotos: Georg Gerleigner

Eine innovative Idee oder ein neues Produkt habe stets Skeptiker, sagt Herbert Schmitmeier...



Eike Hallitzky − Foto: dpa

Der ehemalige Landtagsabgeordnete Eike Hallitzky aus Neuburg am Inn bei Passau ist neuer...



In der Uferzone, die sonst vom Wasser überspült ist, wurde fleißig Totholz gesammelt und der Zugang zum Dreiburgensee verbessert. − Fotos: Heisl

Um die 50 Tittlinger sind dem Aufruf von Bürgermeister Helmut Willmerdinger gefolgt: Sie traten am...



Dimitar Doychev Doychev aus Bulgarien macht seit 1. September eine Ausbildung zum Bäcker bei der Bio-Bäckerei Wagner in Ruderting. − Foto: Jäger

Mehr als 1300 junge Menschen sind in diesem Jahr für eine Ausbildung nach Deutschland gekommen...



Aus diesem total demolierten Mazda hat die Feuerwehr am Dienstagmorgen einen 57-jährigen Mann geborgen. Er hatte beim Abbiegen von der Autobahnausfahrt auf die B12 einen Laster übersehen. Der Mann wurde im Wagen eingeklemmt. − Foto: Nöhbauer

Seit dem Morgen laufen die Bergungsarbeiten wegen des schweren Unfalls an der Autobahnausfahrt...







Anzeige




Abonnent sein lohnt sich!


Prämienkatalog ansehenWerben Sie einen neuen Abonnenten und suchen Sie sich als Dankeschön eine Prämie im Prämienkatalog aus.

Im Prämienshop können Sie die gewünschte Prämie anfordern.
Weitere Prämien: