• regioevent.de
  • heimatsport.de
  • am-sonntag.de


pnp.de 21.04.2015

Nutzer:  Passwort:   Login





Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...




Passau  |  21.07.2011  |  14:19 Uhr

Theo Waigel in Passau: "Auch wir waren einmal Griechenland"

von Stefanie Lindner

Lesenswert (3) Lesenswert Weitersagen Weitersagen drucken Drucken merken merken






Theo Waigel bei seinem Vortrag an der Uni Passau.

Theo Waigel bei seinem Vortrag an der Uni Passau. | Foto: Jäger

Theo Waigel bei seinem Vortrag an der Uni Passau. - Foto: Jäger


Griechenland hätte nicht in die Währungsunion aufgenommen werden dürfen, sagt  der frühere Finanzminister Theo Waigel (72) in Passau. Trotzdem: Was Europa   gerade  erlebt, sei keine Euro-Krise, sondern die Krise einzelner Länder.

Den blinden Passagier kann man nicht so einfach über Bord werfen. "Das verbietet die christliche Seefahrt", schließt Theo Waigel,  Ex-Bundesfinanzminister  und Mitbegründer der Währungsunion, vor seinen Zuhörern das Zwangsexil des EU-Schulden-Staates Nummer eins aus.  Den Griechen  einen kleinen Rettungsring zuwerfen, mit dem Zuruf ,Schwimm‘? Auch nicht.  "Griechenland hätte nicht in die Währungsunion aufgenommen werden dürfen", sagt Waigel. "Aber niemand kann mir verbieten, jemandem in Not zu helfen."

Der Hörsaal der Universität Passau, in dem  der Protagonist aus der Ära Kohl an diesem Donnerstagnachmittag auf Einladung des Lehrstuhls für Politikwissenschaft spricht, ist zu klein für die Hunderten, die gekommen sind. "Idee, Geschichte und Zukunft der europäischen Währungsunion −  Gedanken eines politischen Entscheidungsträgers zur aktuellen Krise" heißt Waigels Vortrag.  Die meisten Zuhörer sind  Studierende,  aber auch einige ältere Menschen sitzen und stehen dicht gedrängt. Deren Ängste könne er verstehen, sagt der einstige CSU-Vorsitzende zu Beginn seines Vortrags.

Trotzdem, der 72-Jährige strahlt an dem Tag, an dem eine Umfrage öffentlich wird, wonach über die Hälfte der Deutschen im Euro eher Nachteile sehen, Optimismus aus. Der Euro stehe im Kurs um 22 Cent besser da als die D-Mark bei ihrem Abschied 2001. Bisher sei aus dem deutschen Haushalt kein Cent in andere Länder geflossen. Das Gedankenspiel einer Teilung der Währungsunion zwischen stabilen Nord-Staaten und instabileren Ländern sei fatal. Überhaupt: Die   EU sei die stärkste Demokratiebewegung, die  es gegeben hat.

Ob und inwieweit sich die Banken an der Rettung Griechenlands beteiligen sollen, darüber ließ sich Waigel gestern ebenso wenig aus wie über aktuelle Ereignisse beim Euro-Gipfel.  Die Bundeskanzlerin und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy, hoffe er, hätten im Einvernehmen mit EZB-Chef Jean-Claude Trichet eine Einigung gefunden. Hilfe zur Selbsthilfe ist, so Waigel, als Lösung klar einem schnellen Schuldenschnitt vorzuziehen. "Sonst bekommt Griechenland  kein frisches, gutes Geld."

Konsolidierung so schnell wie möglich: Das geht laut dem Ex-Finanzminister nur durch stärkere Privatisierung ("Im Wert von 50 Milliarden in den nächsten zwei, drei Jahren") und der Verbesserung der Wettbewerbsbedingungen in Griechenland.

Theo Waigel war in den entscheidenden Jahren  ein Vorkämpfer für den Euro, wandte sich in dieser Entscheidung gegen Opposition, Widerstände in der CSU und in der Bevölkerung. Erst vor kurzem, flicht er als Anekdote ein, habe ihn eine Drohung erreicht mit den Worten "Waigel, Du wirst erschossen, wenn Du die D-Mark nicht wieder einführst." Eine Teilschuld für das griechische Drama  weist er trotz aller Begeisterung für den höheren Plan Währungsunion  Deutschland und Frankreich zu. "Es war falsch, den Stabilitätspakt aufzulockern", als Deutschland selbst der "blaue Brief" gedroht habe. Die Kontrollen hätten  bei Griechenland versagt, auch wenn von  dessen Seite "getrickst und betrogen" worden sei.

Und so sitzen für Waigel Ramsch-Kandidat Griechenland und die stabileren EU-Volkswirtschaften in einem Boot −  was sich bereits bezahlt gemacht habe: "Was glauben Sie, was in der Finanzkrise mit 25, 30 verschiedenen Währungen passiert wäre?" Die Phase der Konsolidierung nach der Krise  schätzt Waigel auf etwa zehn Jahre. So weit, wie der Gastredner in seinen Ausführungen zurückgreift, klingt das kurz, überschaubar. Und so werden die Garantien für Athen in einer Reihe mit dem Marshall-Plan, der das deutsche Wirtschaftswunder ermöglichte,  zur Mahnung in Waigels Gedankengang: "Auch wir waren einmal Griechenland."



Dokumenten Information
Copyright © Passauer Neue Presse 2015
Dokument erstellt am
Letzte Änderung am




article
176781
Passau
Theo Waigel in Passau: "Auch wir waren einmal Griechenland"
Griechenland hätte nicht in die Währungsunion aufgenommen werden dürfen, sagt  der frühere Finanzminister Theo Waigel (72) in Passau. Trotzdem: Was Europa   gerade  erlebt, sei keine Euro-Krise, sondern die Krise ei
http://www.pnp.de/region_und_lokal/stadt_und_landkreis_passau/passau_stadt/176781_Theo-Waigel-in-Passau-Wir-haben-keine-Krise-des-Euro.html?em_cnt=176781
2011-07-21 14:19:00
http://www.pnp.de/_em_daten/_ngen/2011/07/21/teaser/110721_1418_29_32908911_waigel_teaser.jpg
news



Mehr Nachrichten zum Thema:
Passau


Anzeige





Anzeige



Mein Ort









Anzeige











Prof. em. Gerhard Kleinhenz †. − Foto: Jäger

Eine umfangreiche Suchaktion in der Nacht zum Montag hat ein trauriges Ergebnis gebracht: Prof...



−Symbolfoto: dpa

Schwerst verletzt worden ist ein 23-jähriger Autofahrer aus dem Landkreis Passau bei einem Unfall...



Landrat Franz Meyer enthüllte mit Gästen aus Bayern und Österreich am Sonntag die Nixenstatue. Die vielen Besucher an den Tischen und Bänken am Nixenplatz sowie tausende vorbeifahrende Radler bekamen zu ihrem eigenen Erstaunen und teils auch Ärger nur die Rückenfront der "Nixe Isa" zu sehen. Das sei so gedacht und soll so bleiben, versicherte Künstler Michael Lauss. Die neue Nixe soll nicht die Radfahrer grüßen, sondern die Donauschifffahrt. − Foto: Pree

Für Diskussionen sorgt die neue Nixe Isa bei Jochenstein. Das Problem: Vom Radweg und vom Ufer aus...



Eine Urlaubsreise nach Wien für die ganze Familie haben wir in unserem großen...



Lachend den Baum rauf und wieder runter – unzählige Male hat Alfons Lenz als Meister-Maibaumkraxler die Bäume im rasanten Tempo bezwungen. In den 35 Jahren ist nie etwas passiert. Bis auf Sonntag – ausgerechnet beim letzten Auftritt seiner Karriere stürzt er in die Tiefe. − Foto: Jörg Schlegel

"Mein Pech pappt wie d’ Sau!" Das hat Alfons Lenz erst kürzlich noch betont...





Elf Kartons voll mit Marihuna-Pflanzen fanden Polizisiten in einem Kleintransporter, der auf der A3 bei Passau unterwegs war. − Foto: Polizei

Ein laut Polizei "toller Fahndungserfolg" ist Beamten der Bundespolizei am Sonntag auf der A3 nahe...



Komplexe Fragen hat das "BürgerForum live" des Bayerischen Fernsehens gestern auf Oberhaus angerissen:Tilman Schöberl (l.) moderierte die Sendung. − Fotos: Jäger

"Glaube ja, Kirche nein – wie wichtig ist kirchliches Leben" – das Thema...



Etwa 300000 Besucher kamen im vergangenen Jahr zur Maidult. Wenn das Wetter ähnlich gut ist, könnten es heuer noch mehr werden, weil das Fest einen Tag länger dauert. Foto: Jäger/Archiv

Das überlastete Mobilfunknetz war in den vergangenen Jahren oft ein Ärgernis für Dultbesucher...



Der Kletterwald vor ihren Balkonen ist vielen Bewohnern von Haus Valentin ein Dorn im Auge. Bäume sollen ihn kaschieren. Doch wohin sie gesetzt werden, ist eine heikle Frage. Nach dem Schnellschuss des Investors will die Gemeinde das nun selbst regeln. − Foto: Archiv Kain

Sie dachten, vor ihren Balkonen entsteht ein Park. Bis eines Tages ein Lastwagen bei Haus Valentin...



Ist mit der gängigen Praxis bei der Telekommunikationsüberwachung durch die Polizei unzufrieden: Referent Dr. frank Braun. − Foto: Ruge

Die Verfolgung von Straftätern durch Polizei und Behörden findet schon länger nicht mehr nur auf der...





Prof. em. Gerhard Kleinhenz †. − Foto: Jäger

Eine umfangreiche Suchaktion in der Nacht zum Montag hat ein trauriges Ergebnis gebracht: Prof...



Auch Leni (r.) und Lou kamen im Doppelpack zur Welt: In Bayern ist schon jede 55. Geburt eine Mehrlingsgeburt.1927 waren es im Jahr 2013, 27 Mal wurden Drillinge geboren. − Foto: dpa - picture alliance / dpa

Doppelt freuen können sich viele bayerische Eltern: Im Freistaat gibt es immer häufiger...



Gegen 14.30 Uhr erreichten die Wallfahrer Marktl am Inn. Von dort sind es noch ca. drei Stunden Fußmarsch bis nach Altötting. - Foto: Christoph Kleiner

Beten, damit ein Wunsch in Erfüllung geht, Danke sagen oder einfach mal sehen...



−Symbolbild: dpa

Eine Betrugsmasche, die bereits seit längerem in Deutschland kursiert, hat offenbar den hiesigen...







Anzeige




Abonnent sein lohnt sich!



Prämienkatalog ansehenWerben Sie einen neuen Abonnenten und suchen Sie sich als Dankeschön eine Prämie in unserem Prämienshop aus.

Im Prämienshop können Sie die gewünschte Prämie anfordern.