• regioevent.de
  • heimatsport.de
  • am-sonntag.de


pnp.de 30.08.2014

Login

   Jetzt registrieren!   Passwort vergessen?




Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...




Passau  |  21.07.2011  |  14:19 Uhr

Theo Waigel in Passau: "Auch wir waren einmal Griechenland"

von Stefanie Lindner

Lesenswert (3) Lesenswert Weitersagen Weitersagen drucken Drucken






Theo Waigel bei seinem Vortrag an der Uni Passau.

Theo Waigel bei seinem Vortrag an der Uni Passau. | Foto: Jäger

Theo Waigel bei seinem Vortrag an der Uni Passau. - Foto: Jäger


Griechenland hätte nicht in die Währungsunion aufgenommen werden dürfen, sagt  der frühere Finanzminister Theo Waigel (72) in Passau. Trotzdem: Was Europa   gerade  erlebt, sei keine Euro-Krise, sondern die Krise einzelner Länder.

Den blinden Passagier kann man nicht so einfach über Bord werfen. "Das verbietet die christliche Seefahrt", schließt Theo Waigel,  Ex-Bundesfinanzminister  und Mitbegründer der Währungsunion, vor seinen Zuhörern das Zwangsexil des EU-Schulden-Staates Nummer eins aus.  Den Griechen  einen kleinen Rettungsring zuwerfen, mit dem Zuruf ,Schwimm‘? Auch nicht.  "Griechenland hätte nicht in die Währungsunion aufgenommen werden dürfen", sagt Waigel. "Aber niemand kann mir verbieten, jemandem in Not zu helfen."

Der Hörsaal der Universität Passau, in dem  der Protagonist aus der Ära Kohl an diesem Donnerstagnachmittag auf Einladung des Lehrstuhls für Politikwissenschaft spricht, ist zu klein für die Hunderten, die gekommen sind. "Idee, Geschichte und Zukunft der europäischen Währungsunion −  Gedanken eines politischen Entscheidungsträgers zur aktuellen Krise" heißt Waigels Vortrag.  Die meisten Zuhörer sind  Studierende,  aber auch einige ältere Menschen sitzen und stehen dicht gedrängt. Deren Ängste könne er verstehen, sagt der einstige CSU-Vorsitzende zu Beginn seines Vortrags.

Trotzdem, der 72-Jährige strahlt an dem Tag, an dem eine Umfrage öffentlich wird, wonach über die Hälfte der Deutschen im Euro eher Nachteile sehen, Optimismus aus. Der Euro stehe im Kurs um 22 Cent besser da als die D-Mark bei ihrem Abschied 2001. Bisher sei aus dem deutschen Haushalt kein Cent in andere Länder geflossen. Das Gedankenspiel einer Teilung der Währungsunion zwischen stabilen Nord-Staaten und instabileren Ländern sei fatal. Überhaupt: Die   EU sei die stärkste Demokratiebewegung, die  es gegeben hat.

Ob und inwieweit sich die Banken an der Rettung Griechenlands beteiligen sollen, darüber ließ sich Waigel gestern ebenso wenig aus wie über aktuelle Ereignisse beim Euro-Gipfel.  Die Bundeskanzlerin und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy, hoffe er, hätten im Einvernehmen mit EZB-Chef Jean-Claude Trichet eine Einigung gefunden. Hilfe zur Selbsthilfe ist, so Waigel, als Lösung klar einem schnellen Schuldenschnitt vorzuziehen. "Sonst bekommt Griechenland  kein frisches, gutes Geld."

Konsolidierung so schnell wie möglich: Das geht laut dem Ex-Finanzminister nur durch stärkere Privatisierung ("Im Wert von 50 Milliarden in den nächsten zwei, drei Jahren") und der Verbesserung der Wettbewerbsbedingungen in Griechenland.

Theo Waigel war in den entscheidenden Jahren  ein Vorkämpfer für den Euro, wandte sich in dieser Entscheidung gegen Opposition, Widerstände in der CSU und in der Bevölkerung. Erst vor kurzem, flicht er als Anekdote ein, habe ihn eine Drohung erreicht mit den Worten "Waigel, Du wirst erschossen, wenn Du die D-Mark nicht wieder einführst." Eine Teilschuld für das griechische Drama  weist er trotz aller Begeisterung für den höheren Plan Währungsunion  Deutschland und Frankreich zu. "Es war falsch, den Stabilitätspakt aufzulockern", als Deutschland selbst der "blaue Brief" gedroht habe. Die Kontrollen hätten  bei Griechenland versagt, auch wenn von  dessen Seite "getrickst und betrogen" worden sei.

Und so sitzen für Waigel Ramsch-Kandidat Griechenland und die stabileren EU-Volkswirtschaften in einem Boot −  was sich bereits bezahlt gemacht habe: "Was glauben Sie, was in der Finanzkrise mit 25, 30 verschiedenen Währungen passiert wäre?" Die Phase der Konsolidierung nach der Krise  schätzt Waigel auf etwa zehn Jahre. So weit, wie der Gastredner in seinen Ausführungen zurückgreift, klingt das kurz, überschaubar. Und so werden die Garantien für Athen in einer Reihe mit dem Marshall-Plan, der das deutsche Wirtschaftswunder ermöglichte,  zur Mahnung in Waigels Gedankengang: "Auch wir waren einmal Griechenland."



Ausführliche Berichte aus der Zeitung: Einzelausgabe als PDF online kaufen | Bereich für Abonnenten
Dokumenten Information
Copyright © Passauer Neue Presse 2014
Dokument erstellt am
Letzte Änderung am




article
176781
Passau
Theo Waigel in Passau: "Auch wir waren einmal Griechenland"
Griechenland hätte nicht in die Währungsunion aufgenommen werden dürfen, sagt  der frühere Finanzminister Theo Waigel (72) in Passau. Trotzdem: Was Europa   gerade  erlebt, sei keine Euro-Krise, sondern die Krise ei
http://www.pnp.de/region_und_lokal/stadt_und_landkreis_passau/passau_stadt/176781_Theo-Waigel-in-Passau-Wir-haben-keine-Krise-des-Euro.html
2011-07-21 14:19:00
http://www.pnp.de/_em_daten/_ngen/2011/07/21/teaser/110721_1418_29_32908911_waigel_teaser.jpg
news



Mehr Nachrichten zum Thema:
Passau


Anzeige





ANZEIGE WIRD GELADEN... SchliessenSchliessen
Inhalt wird geladen...


Angebote aus der Region




Donau-Moldau-Zeitung
Presse-Meile - lauf ...




Anzeige











Schlagerstar Jürgen Drews ließ sich von seinen Fans feiern. − Foto: Gerleigner

Der König ist da - und ganz Karpfham steht Kopf: Schlagerstar Jürgen Drews hat am Donnerstag den...



Die prominenten Gäste machten einen Rundgang über die Rottalschau. − Foto: Gerleigner

Es wirkt fast wie ein überdimensionaler Spielplatz für Kinder und Eltern: Mächtige Traktoren reihen...



Vor der Stadtgalerie wartet Helga Baumann auf ihre nächste Taxifahrt. − Foto: Zimmermann

Vom Schiff zum Bahnhof oder vom Bahnhof zum Schiff. Das sind die Strecken, die Helga Baumann mit...



Diskutierten die Volksfest-Vorlegung: (v.l.) Juniorchef Stephan Sgraja und Bärbel Stranninger vom Kinderkarussell mit Bürgermeister Florian Gams (vorne). − Foto: Fischer

Still und heimlich hatte der Stadtrat mit klarer Mehrheit in seiner Dezembersitzung in...



Der Heimat nah und doch so fern: Die Wahl-Münchner Uli und Ehefrau Claudia Schwarz wollen mit ihren Töchtern Elisa und Philomena wieder zurück in den Raum Passau. − Foto: PNP

Uli Schwarz ist ein Paradebeispiel dafür, was das "Forum Zukunft Passauer Land" sucht: Er ist ein...





Die Wildkamera zeigt es: Der Luchs bediente sich noch in den folgenden beiden Nächten an seiner Beute. Er hatte eine Rehgeiß in der Nähe von Bauzing gerissen. − Foto: Willi Fruth

Im Bereich des Gemeinschaftsreviers Wotzdorf hat ein Schwammerlsucher in der Nähe von Bauzing...



Nichts geht mehr: Mit großer Mehrheit fordern Unternehmer eine Umfahrung für Passau. − Foto: Archiv Jäger

Rund drei Viertel der Unternehmen im nördlichen Landkreis Passau und einem Teil der Stadt wünschen...



Endstation Autobahn: In Malching (Landkreis Passau) ist derzeit die Auffahrt Richtung München gesperrt. Hier wird der Straßenbelag abgefräst, der erst vor fünf Jahren aufgebracht worden war. − Foto: Jörg Schlegel

Vor fünf Jahren für den Verkehr freigegeben – jetzt schon sanierungsbedürftig: Seit Montag...



Mahnwache für den Erhalt des Schlachthofs (v.r.): Vize-Landrätin Edeltraud Plattner, Bürgermeister Wolfgang Beißmann, Kreisbäuerin MonikaBerger, Aufsichtsrat Johann Wagner, 1. Kreisbäuerin Paula Hochholzer, Aufsichtsratschef Hans Auer und BBV-Kreisobmann Hermann Etzel.– F.: Gerleigner

Der Landkreis Rottal-Inn als "Kerngebiet der Bullenmast" Niederbayerns und die Stadt Pfarrkirchen...



Stele ohne Salzkristall: Täglich passieren Zehntausende Autofahrer den Sockel an der Ilzbrücke, auf dem schon seit knapp drei Jahren ein riesiger Glaskorpus ruhen sollte. Ob er jemals kommt ist offener denn je. − Foto: Karl

Die ohnenhin schon unfreiwillig um Jahre verlängerte Geschichte um die Salzkristall-Skulptur an der...





Im Weißbierzelt feiert die Jugend. Mancher trinkt mehr, als er verträgt. Ein paar Mal war das der Grund für Schlägereien. − Foto: Röckl

Auf dem Volksfest Vilshofen geht es vor allem im Weißbierzelt ab. Am Samstag Abend war es proppevoll...



Die Wildkamera zeigt es: Der Luchs bediente sich noch in den folgenden beiden Nächten an seiner Beute. Er hatte eine Rehgeiß in der Nähe von Bauzing gerissen. − Foto: Willi Fruth

Im Bereich des Gemeinschaftsreviers Wotzdorf hat ein Schwammerlsucher in der Nähe von Bauzing...



Neues Projekt und neues Album: Musiker Mano Ezoh am Flügel. − Foto: York Hovest

Im Oktober 2011 stellte der Musiker Mano Ezoh in der Münchner Olympiahalle einen Weltrekord auf: Er...



Zutraulich und ziemlich faul ist das Hängebauchschwein Trude, das Beatrice Lang vor vier Jahren gerettet hat. − Foto: Ehrenhauser

Trude grunzt und räkelt sich träge im Stroh. "Komm her, Trude, na komm", lockt Beatrice Lang das...



Zu der Kapelle und dem Bildnis der Mutter Gottes in Maria Bründl kommt Herbert Holzinger, um aufzutanken. Die Figur und den Brunnen hat ein guter Freund Holzingers, der Maler und Bildhauer Josef Öller, aus Hauzenberger Granit geschlagen. − Foto: Riedlaicher

Bis zu seiner Pensionierung hat sich der Hauzenberger Herbert Holzinger (76) als gelernter...







Anzeige




Abonnent sein lohnt sich!


Prämienkatalog ansehenWerben Sie einen neuen Abonnenten und suchen Sie sich als Dankeschön eine Prämie im Prämienkatalog aus.

Im Prämienshop können Sie die gewünschte Prämie anfordern.
Weitere Prämien: