von Regina Ehm-Klier und Erwin Schwarz
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Die Ortsumgehung bei Malching wurde 2009 freigegeben: Hier sollen die Autos bald auf vier Spuren fahren. − Foto: Schlegel
Die Ortsumgehung bei Malching wurde 2009 freigegeben: Hier sollen die Autos bald auf vier Spuren fahren. − Foto: Schlegel
Es sind nur 5,8 Kilometer Autobahn. Doch es ist das erste Stück der A 94, das in Niederbayern realisiert wird − und das schon im nächsten Jahr. Verkehrsstaatssekretär Andreas Scheuer (CSU) verkündete gestern die Nachricht vom Beschluss der jährlichen Baubesprechung zwischen Bund und Bundesländern. Das einzige Projekt daraus für Niederbayern besteht im 5,8 Kilometer langen A 94-Abschnitt bei Malching.
Die Hälfte der Autobahn gibt es dort bereits: Es ist die Umfahrung von Malching am südlichen Ende des Landkreises Passau, die 2009 eröffnet wurde. Eine Fahrt hier zeigt, dass schon damals mehr gebaut wurde als eigentlich nötig. Doch der Bundesverkehrswegeplan − hier sind alle Straßenbauprojekte des Bundes festgeschrieben − sah nur einen zweispurigen Straßenbau vor, auch wenn Bauherr die Autobahndirektion Südbayern war und ist. Und sie hat bereits alles für einen möglichen Weiterbau vorbereitet. Dass dieser so schnell kommen würde, überrascht, "ein guter Tag für die Region", jubelt Passaus Landrat Franz Meyer.
"Alles für den Bau vorbereitet"
Aus "Gründen der Verkehrssicherheit", so Andreas Scheuer, kann der Vollausbau früher in die Tat umgesetzt werden als erhofft. Schließlich habe sich auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) bei einem Besuch in Malching davon überzeugt, dass Kurvenradius und Straßenneigung für eine Autobahn ausgelegt sind, die Straße im jetzigen Zustand also unübersichtlich und gefährlich sei. Hinzu kommt: "Es ist alles vorbereitet für den Bau der Spuren drei und vier", so Scheuer gestern. Das war ein weiteres Argument für den schnellen Weiterbau. Schon im nächsten Jahr kann's losgehen. Der entsprechende politische Beschluss werde über das Innenministerium der Obersten Baubehörde schriftlich zugehen.
"Die Zeit kann produktiv genutzt werden", verspricht Scheuer, denn es soll auch im weiteren Verlauf bis zum Anschluss an die A 3 bei Pocking zügig weitergehen. Diese insgesamt knapp 20 Kilometer sind in zwei weitere Abschnitte aufgeteilt: Für das 5,9 Kilometer lange Stück Malching−Tutting läuft das Planfeststellungsverfahren. Dieses Verfahren soll im Frühjahr auch für das letzte Stück, 12,8 Kilometer bis zur A 3, eröffnet werden, erklärte Scheuer. Details dazu werden bei einer traditionellen Autobahnkonferenz im Landkreis Passau im Frühjahr erläutert.Der Staatssekretär ist stolz über das Verhandlungsergebnis: "Es zeigt, dass wir das maximal Mögliche machen", sagte er gestern gegenüber der PNP. Denn bei der Bevölkerung hatte der nur zweispurige Bau bei Malching für Kopfschütteln gesorgt. Scheuer hatte sich für einen baldigen Vollausbau eingesetzt, "ich habe mein Versprechen gehalten". Manchmal sei eben auch ein wenig Geduld nötig − und entsprechender Druck aus der Region, "so wie in Oberbayern und in unserem Landkreis Passau", betont Scheuer. Im Landkreis Rottal-Inn, dem einzigen Bereich der A 94-Strecke, in dem kein vordringlicher Bedarf besteht, "sind keine Aktivitäten des Bundes geplant", so Staatssekretär Scheuer. Das solle aber die Verantwortlichen vor Ort "nicht daran hindern, sich Gedanken zu machen, wie eine Lösung ausschauen könnte". Die Trasse bei Simbach steht nach wie vor nicht fest.
In Oberbayern geht es Stück für Stück weiter
Für Scheuer gilt jedenfalls das Motto: "Die Bagger auf der A 94 dürfen nicht mehr stillstehen." Bei Ampfing (Lkr. Mühldorf) folgen sie diesem Appell: Hier werden Ende 2012 weitere 4,3 Kilometer freigegeben. Ende August dieses Jahres waren bei Pastetten (Lkr. Erding) gut sechs Kilometer eröffnet worden.
Außerdem ist die umstrittene Trasse Dorfen ihrer Vollendung heuer zwei Schritte näher gekommen: Im November erließ die Regierung von Oberbayern den Planfeststellungsbeschluss für das Teilstück Dorfen−Heldenstein; Klagen der Gegner werden erwartet. Und Mitte Dezember erging die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtshofes Leipzig, die die Rechtmäßigkeit des Abschnitts Pastetten−Dorfen bestätigte. Hier soll im Frühjahr 2012 mit den Bauarbeiten begonnen werden; Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer hat für die Jahre 2012 und 2013 40 Millionen Euro zugesagt.
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