von Martin Riedlaicher
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Schon im Jahr 2010 hätte sich die Kassen-Affäre beenden lassen. Das Rathaus hatte einen Hinweis auf die Spielsucht und Verschuldung des Kassenleiters bekommen. Warum hat man damals nicht konsequent reagiert? Die Antwort auf diese Frage ist der Knackpunkt der Kassenaffäre in Hauzenberg. Auch dazu erhoffen sich die Stadträte heute eine Antwort. − Foto: Riedlaicher
Schon im Jahr 2010 hätte sich die Kassen-Affäre beenden lassen. Das Rathaus hatte einen Hinweis auf die Spielsucht und Verschuldung des Kassenleiters bekommen. Warum hat man damals nicht konsequent reagiert? Die Antwort auf diese Frage ist der Knackpunkt der Kassenaffäre in Hauzenberg. Auch dazu erhoffen sich die Stadträte heute eine Antwort. − Foto: Riedlaicher
Bild herunterladenZwei Punkte auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung am Montag um 18.30 Uhr berühren die Hauzenberger Kassen-Affäre. In einem Fall geht es um eine offizielle Beauftragung der Sonderprüfer, im anderen Fall um das Mandat für den Rechtsanwalt, der die Interessen der Stadt vertreten soll. Darüber hinaus bitten die Fraktionen der Freien Wähler und der SPD den Bürgermeister dringend, in der öffentlichen Sitzung endlich einmal über die bisherigen Erkenntnisse, Ergebnisse und Zahlen zu informieren.
"Offensive Aufklärung" und "volle Transparenz" gegenüber den Bürgern hatten der Hauzenberger Bürgermeister und der Kämmerer versprochen, als die Affäre aufkam. Davon ist nicht viel geblieben. Seit zweieinhalb Wochen herrscht faktisch eine Informationsblockade seitens des Rathauses. Selbst gegenüber den Stadträten. Mehr noch: Für Stadträte und Mitarbeiter der Verwaltung wurde ein "Maulkorb-Erlass" verhängt. Die Stadtverwaltung investiert tatsächlich seit Wochen Energie und Arbeitszeit in die Suche nach "undichten Stellen" in und außerhalb des Rathauses, um die Berichterstattung über die Affäre und die Information der Bürger zu verhindern.
Die Gerüchteküche brodelt
Wenig überraschend erreicht die Stadt mit solchen Methoden das genaue Gegenteil. In der Bürgerschaft wächst der Unmut und schießen Gerüchte ins Kraut. Fakten und Mutmaßungen vermischen sich ungehemmt. Die Stadt steht vor einem Scherbenhaufen, was die Öffentlichkeitsarbeit betrifft.
Selbst in der Hauzenberger CSU herrscht längst Unbehagen über Maulkörbe und Informationsblockaden. Während es von Teilen des Ortsverbandes kurz den Versuch gab, die Medienberichterstattung als Manöver im Bürgermeisterwahljahr umzudeuten, wird anderen Parteifreunden des Bürgermeister längst Angst und Bang anbetrachts des Schweigens und des Ausmaßes, welches die Affäre annimmt. "Wenn nicht bald was vom Bürgermeister kommt, schlittern wir ein Desaster", sagte ein Hauzenberger CSU-Mitglied. So hoffen auch die Parteifreunde auf einen "Befreiungsschlag" des Bürgermeister heute, um den Imageschaden für die Stadt zu begrenzen.
Alle Hintergründe lesen Sie unter www.pnp.de/kassenaffaere.
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